Apfel · Malus domestica
Die Rote Sternrenette ist seit 1830 aus den ostbelgischen Provinzen Lüttich und Limburg bekannt. Der Baum wächst auffällig vital und eher steil, weshalb er früher viel an Straßen und Feldwegen gepflanzt wurde; feuchte, auch nasse Böden verträgt er gut. Zugleich ist der Wuchs sperrig und schwer zu erziehen, da die Früchte oft außen am hängenden Feinholz sitzen, und die Sorte reagiert empfindlich auf Wind mit starkem Vorerntefruchtfall. Geerntet wird Ende September bis Anfang Oktober, genussreif ist sie nach der Lagerung von November bis Dezember. Sie fand auch als Unterlage Verwendung.
Tafelobst Wirtschaftsobst
#straßenbaum#unterlage#vital
Synonyme: Calville Étoilée, Herzapfel, Perlrenette, Pomme de Coeur, Rote Herbstrenette, Sterappel, Weihnachtsapfel
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Der Baum der Roten Sternrenette wächst kräftig bis stark und bildet große, gesunde, hochkugelige Kronen; alte Bäume fallen zudem durch auffallend helle, im Vergleich zu anderen Apfelsorten glattrindige Stämme auf. Die starken Leitäste stehen typisch in einem Winkel von etwa 45° oder etwas steiler zum Stamm, das Kroneninnere verkahlt oft etwas, während die dünntriebige Seitenverzweigung außen verdichtet und charakteristisch herabhängend erscheint; die einjährigen Triebe sind schlank und weinrötlich bis rötlichbraun. In den ersten Jahren wächst die Sorte häufig zögerlich und sollte straff geschnitten werden, wobei steil aufstrebende Leitäste flacher zu stellen sind; da die Blüten bevorzugt am langen Fruchtholz angelegt werden, empfiehlt es sich, dieses lang zu lassen, und der Hochstamm wird auf eine breit-pyramidale Form erzogen. Wegen des aufstrebenden Wuchses wurde die Sorte früher viel an Straßen und Feldwegen gepflanzt. Das mittelgroße, glänzende, mittelgrüne Laub ist meist sehr gesund; die Sorte gilt als robust gegenüber Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs, ist widerstandsfähig gegen Frost, wird aber als mittel feuerbrandanfällig eingeschätzt, und Stippe sowie Apfelwickler können Probleme bereiten. Sie ist deshalb nicht allzu anspruchsvoll an den Standort, verlangt jedoch tiefgründige, ausreichend feuchte Böden und luftfeuchte Lagen; trockene Standorte werden schlecht vertragen, raues Klima und höhere Lagen dagegen bei guten Böden angenommen. Der Ertrag setzt spät ein (nach etwa zehn bis zwölf Standjahren), ist dann mittelhoch bis gut, aber alternierend. Die Blüte zeitigt spät und hält lange an, ist jedoch etwas witterungsempfindlich, was zu Bestäubungsausfällen und schwankenden Erträgen führen kann; als diploide Sorte ist die Rote Sternrenette Pollenspender für andere spätblühende Sorten, als Befruchter werden u. a. Ontario, Champagner Renette, Cox, Gloster, Grahams Jubiläum, Baumanns Renette, James Grieve, Landsberger Renette und Weißer Klarapfel genannt. Insgesamt ist sie eine typische, landschaftsprägende Streuobst- und Hochstammsorte; der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt sie als Streuobst-Anbausorte.
Die Frucht ist ein ansprechender Tafelapfel: mäßig saftig, säuerlich-süß bis süßsäuerlich, weinig und sortentypisch würzig, mit rosenartigem, parfümiertem Aroma; verkostet wird sie im mittleren Bereich (Geschmacksnote 2–3). Verwendet wird sie vor allem frisch als klassischer, rot polierter „Weihnachtsapfel“, außerdem für Saft – das oft rötlich geaderte Fruchtfleisch gibt dem Saft einen leicht rötlichen Ton – sowie als Kuchen- und Backapfel; zur Musherstellung ist sie weniger geeignet, da das Mus bräunlich wird. Die Pflückreife liegt etwa Ende September bis Anfang Oktober (Erntefenster rund 23.09.–06.10.), oft folgernd, die Genussreife von etwa November bis Dezember; auf dem Lager halten die Früchte etwa zwei bis drei Monate, je nach Angabe bis Dezember oder Januar, danach werden sie mehlig, bei zu trockener Lagerung schrumpfen sie. Zu Weihnachten sollten sie verbraucht sein. Eine Besonderheit ist der Vorerntefruchtfall: die Früchte hängen nicht windfest und fallen bei Herbststürmen oft schon vor der optimalen Baumreife; sie sind allerdings fest, wenig druckempfindlich und faulen kaum. Bewährt hat sich, Heu oder Grasschnitt unter dem Baum auszubreiten und das Fallobst täglich einzusammeln – zumal die Früchte häufig außen am hängenden Feinholz sitzen und die Leiterernte an hohen Bäumen erschwert ist.
Pomologisch ist die Frucht knapp mittelgroß (etwa 115 g), rundlich bis abgerundet kegelförmig, ebenmäßig, ohne Kanten und im Querschnitt wie gedrechselt. Die Schale ist glatt, mattglänzend und trocken, die Grundfarbe bei Pflückreife fahlgrün, später weißlichgelb, die Deckfarbe oft über die ganze Frucht flächig dunkel- bis purpurrot (Schattenfrüchte rosarot), baumfrisch teils leicht bläulich bereift und – als Namensmerkmal – von zahlreichen auffallenden Roststernchen oder -dreiecken unterbrochen. Die Kelchgrube ist mittelweit, flach bis mitteltief und schüsselförmig, der Kelch mittelgroß, halboffen bis geschlossen; die Stielgrube ist eng, mitteltief und graubraun strahlig berostet, der Stiel mittellang und mitteldick. Das Fleisch ist gelblichweiß bis fast weiß, fest, unter der Schale und an den Begrenzungslinien ums Kernhaus oft gerötet. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen u. a. mit Ingrid Marie, Ruhm aus Kelsterbach, Ruhm aus Kirchwerder, Langtons Sondergleichen, Schöner aus Bath und Roter Ananas-Renette. Den historischen Quellen zufolge ist die Sorte belgischer Herkunft und war in den ostbelgischen Provinzen Lüttich und Limburg – wahrscheinlich im Umland von Maastricht – vor 1800 bekannt; in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete sie sich nach Holland und Nordfrankreich, 1830 wurde sie erstmals beschrieben. In Deutschland erlangte sie erst ab den 1860er Jahren größere Bekanntheit, war zunächst am Niederrhein verbreitet und gehörte dort um 1900 zu den Hauptsorten; heute gilt sie als gefährdet, ist aber in vielen Streuobstbeständen noch zu finden und war mehrfach Streuobstsorte des Jahres. Literatur: Pomologische Monatshefte 1868; Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 8, Nr. 670; A. Bivort, Album de Pomologie IV (1851); Deutschlands Obstsorten (Müller/Bißmann u. a.); Petzold, Apfelsorten (1982). — Zusammengestellt nach H.-J. Bannier (obstsortenerhalt.de, Bergischer Streuobstwiesenverein), Wikipedia, LWG Bayern, Essbarer Naturpark und dem Lehrgarten des OGV Leutenbach.
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-15). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#vital Sehr robust, guter Geschmack, starker Vorerntefruchtfall. Steil aufstrebend, wächst Birnenartig. Guter #straßenbaum Braucht ehr feuchte Böden.
Kann eventuell auch als #unterlage verwendet werden.

Heute als Tafelapfel kaum noch zu brauchen.
Die Rote Sternrenette ist eine typische starkwachsende und robuste Obstwiesen-Sorte, die wegen ihres eher steilen Wuchses früher viel auch an Straßen und Feldwegen gepflanzt wurde. Die Früchte hängen allerdings oft außen am hängenden Feinholz der Sorte, weshalb die Ernte per Leiter je nach Baumhöhe z.T. erschwert ist. (Bergischer Streuobstwiesenverein)
Der Baum bevorzugt tiefgründige, feuchte Böden und luftfeuchte Lagen. Aufgrund seiner Gesundheit und Wüchsigkeit eignet er sich gut für Streuobstflächen. Er ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Frost. Lediglich Stippe und Apfelwickler können Probleme bereiten. (Wikipedia)
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| tuGfQJE | Obst-Arboreum Gut Leidenhausen | ||
| II | Streuobstplantage Gartenfeld | K15 | 1930 |
| 610 | Streuobstplantage Rommelshard | B03 | 2026 |
| 012 | 2024 | ||
| 430 | 1998 | ||
| hgmke |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Koordinaten |
|---|---|---|
| 12468490577 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904c50), %!f(*float64=0xc000904c58) |
| 12978691402 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904cb0), %!f(*float64=0xc000904cb8) |
| 12983920641 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904d00), %!f(*float64=0xc000904d08) |
| 3313235106 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904da0), %!f(*float64=0xc000904da8) |
| 4299026045 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904e18), %!f(*float64=0xc000904e30) |
| 4404515499 | Rote Sternrenette | %!f(*float64=0xc000904ea0), %!f(*float64=0xc000904ea8) |
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