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Zitronenbirne

Birne · Pyrus communis

Die Zitronenbirne, seit 1650 aus dem Bergischen Land belegt, besitzt hohe Vitalität und erreicht ein hohes Alter. Ihre ungewöhnlich großen Früchte werden Mitte August bis Anfang September geerntet und sind nach der Lagerung von Anfang bis Ende September genussreif. Die Sorte eignet sich als Brenn- und Dörrobst sowie als Streuobstbaum; ihre Blüte ist jedoch empfindlich gegen Nässe und Frost, was sie spätfrostgefährdet und krankheitsanfällig macht.

Herkunft
Bergisches Land, Raum Leverkusen und Solingen
Seit
1650
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
pyramidal mit hängenden Seitenästen
Ernte
Mitte August – Anfang September (08C-09A)
Blüte
vergleichsweise spät
Genussreife
Anfang September – Ende September (09A-09E)
Wikidata
Q140700925
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Dörrobst Brennobst

#BergischenLand

Synonyme: Beste Birne, Dirkje's Peer, Kaiserbirne, Saurüssel, Straßburger Bestebirne, Würzburger Zitronenbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Zitronenbirne ist eine starkwüchsige Birne mit pyramidalen Kronen und hängenden Seitenästen, die ein hohes Baumalter erreicht. Sie gilt als robust gegenüber Schorf und besitzt hohe Vitalität; das Blatt ist gesund, etwas glänzend, glattrandig und von eher hellem Grün. Die Blüte erscheint vergleichsweise spät im Vergleich zu anderen Birnensorten. Als wahrscheinlich diploide Sorte dürfte sie als Befruchter für andere spätblühende Birnensorten geeignet sein. Sie ist eine schorffeste, reich und regelmäßig tragende Streuobstsorte, deren Eignung für Streuobstpflanzungen in anderen Regionen auf ihre Robustheit und reichliche Vitalität zurückgeführt wird; die Früchte reifen relativ früh und überstehen so die klimatischen Bedingungen, so dass anzunehmen ist, dass die Sorte überregional anbaufähig ist. (Nach H.-J. Bannier in "Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!", 2. Aufl. 2017.)

Die Früchte wurden früher vor allem als Tafelbirne zum Frischverzehr verwendet; ihre Eignung zum Dörren soll noch geprüft werden. Sie reifen schon im Spätsommer, etwa bis Anfang September, sind allerdings bald nach der Ernte druckanfällig und sollten daher schnell verbraucht werden.

Pomologisch ist die Frucht groß, birnenförmig, zum Kelch schmal abgeplattet, im Querschnitt ziemlich rund. Die Grundfarbe ist grünlich gelb, reif zitronengelb (daher der Name), eine Deckfarbe meist fehlend, teils sonnenseitig blass rosa rötlich gehaucht; Lentizellen klein, dicht verteilt, Berostung auf den Fruchtseiten nur gelegentlich. Der Kelch ist mittelgroß, offen oder halboffen; der Stiel mittellang bis mitteldick, oft mit wulstartig verdicktem 'Fuß'. Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß bis beigegelb, feinzellig, saftig, süß, muskatartig gewürzt und aromatisch, nach dem Anschnitt leicht verbräunend. Verwechsler sind Huetjansbirne, Pitmaston und Santa Maria; molekulargenetische Tests der Universität Marburg zeigten, dass die Zitronenbirne offenbar direkt mit der um 1760 entstandenen Huetjansbirne verwandt ist – vermutlich Mutter- und Tochtersorte. Die Sorte war bis in die 1970er Jahre als Lokalsorte des Bergischen Landes bekannt (Raum Leverkusen und Solingen, erwähnt 1941/42 für Leichlingen und Burscheid) und ist heute äußerst selten; zuletzt war nur noch ein einziger Baum in Leichlingen-Pohligshof bekannt. Ob sie mit der historisch beschriebenen "Großen Sommer-Citronenbirn" (Sickler, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 2, 1860) identisch ist, ist nicht eindeutig zu klären; der Name begegnet aber bereits in historischen Sortenverzeichnissen (Molter, Herrenhausen 1779–1842; Königliche Landwirtschaftsgesellschaft Hannover 1888, dort mit Synonym "Dirkje's Peer").

Quellen: H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Zitronenbirne – Obstsortendatenbank BUND Lemgo (Sortenseite mit historischen Beschreibungen) · Molter, A. F.: Abbildung und Beschreibung der Birnen, Herrenhausen 1779–1842 · Königliche Landwirtschaftsgesellschaft: Verzeichnis der für die Provinz Hannover empfohlenen Obstsorten, Hildesheim 1888

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Ist wohl eine Lokalsorte des Rheinisch-Bergischen-Kreises im #BergischenLand. Siehe Bergische Lokalsorten.

In der Literatur

Blühte empfindlich gegen Nässe und Frost. Feine Birne für die Verwertung in Brennerei und zum Dörren, auch als Streuobstbaum geeignet

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

BaumBongertPositionPflanzjahr
103Streuobstplantage GartenfeldD152024
468Streuobstplantage RommelshardJ072025