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Wassenberger Sämling

Pfirsich · Prunus persica

Der Wassenberger Sämling ist ein Pfirsich aus Wassenberg im Rheinland, 1850 aus Kernen oberitalienischer Herkunft gezogen; seine Nachkommen sind kernecht. Die Frucht trägt eine hellrote Backe und wiegt im Durchschnitt etwa 130 g, der Baum wird sehr alt. Geerntet und genussreif ist er Anfang bis Ende September. Als Frühblüher ist seine Blüte spätfrostgefährdet, und je nach Standort und Witterung treten Kräuselkrankheit, Schorf, Monilia und Gummifluss auf.

Herkunft
Wassenberg, Kreis Heinsberg, Rheinland (Deutschland), aus Pfirsichkernen oberitalienischer Herkunft
Seit
1850
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
nicht belegt
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang September – Ende September (09A-09E)
Blüte
mittelfrüh, Frühblüher
Genussreife
Anfang September – Ende September (09A-09E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst

Synonyme: Sämling aus Wassenberg, Sämling von Wassenberg

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Wassenberger Sämling ist ein starkwüchsiger Pfirsich aus dem Rheinland („Ein starkwüchsiger Pfirsich aus dem Rheinland", Slow Food). Als Frühblüher ist seine Blüte in vielen Jahren späteren Frösten ausgesetzt; der Baum trägt unzuverlässig, und für eine gute Befruchtung ist Wärme während der Blütezeit mit regem Bienenflug wichtig – früher zündeten die Obstbauern bei Frost sogar Feuer unter den Bäumen an, um die Ernte zu retten. Standort- und witterungsabhängig können Kräuselkrankheit, Schorf, Monilia und Gummifluss auftreten, weshalb der gewerbliche Anbau als riskant gilt. 2014 standen im Kreis Heinsberg und im Rhein-Kreis Neuss noch etwa 200 Bäume auf Plantagen und rund 500 Bäume in Privatgärten; die Sorte gilt als vom Aussterben bedroht und wird im 1. Rheinischen Obstsortengarten in Wildenrath erhalten, der auf einer ehemaligen, mit über 200 Bäumen bestandenen Wassenberger Pfirsichplantage angelegt wurde. Der ursprüngliche Wassenberger Baum soll rund 50 Jahre alt geworden sein.

Die Frucht schmeckt weinsäuerlich und gilt nach dem Urteil der Schriftleitung des „Lehrmeister im Garten und Kleintierhof" (1926) als ganz vorzügliche Einmachsorte und wertvoller Marktpfirsich. Besonders für die Weiterverarbeitung geeignet, entfaltet die Sorte dort nach Slow Food Deutschland ihr „einmaliges Aroma": halbiert in Einkochgläsern, verarbeitet in Marmeladen und Gelees oder gepresst als Saft. Reif geerntet ist der Pfirsich mit rund 40 Kilokalorien je 100 g ausgesprochen kalorienarm.

Die wunderschöne Frucht hat eine hellrote Backe und wiegt im Durchschnitt etwa 130 g; der Sämling ist kernecht, aus Samen gezogene Nachkommen geben die Muttersorte wieder. Seine Geschichte beginnt in Wassenberg (Kreis Heinsberg), wohin der Pfirsich gegen 1850 gelangt sein soll – überliefert sind Legenden von Pfirsichsteinen, die eine Baronesse aus Italien am Wasserschloss Elsum pflanzte, sowie von einem heimgekehrten Auswanderer („Amerikaner"). Abendroth (1921/1926) berichtet, ein Wassenberger Sonderling habe einen etwa 50 Jahre alten Baum in seinem Hausgarten gehütet; erst nach dessen Tod zog ein junger Gärtner aus drei Früchten die Kerne nach, und der Winterschuldirektor Tunkel in Geilenkirchen taufte die Sorte „Sämling von Wassenberg". Nach Häußler (1952/53) fand dagegen der Gärtner des Schlosses Elsum, Heinrich Sanders, die Sorte vor 1914 und gab die Steine an den Baumschulbesitzer Schreinemacher in Wassenberg, der sie als „Wassenberger Sämling" bekannt machte. Die Baumschule Abendroth (Rheinbreitbach) verkaufte die Sorte seit 1906 und pries sie im Katalog von 1925 als „schönsten kernechten Pfirsich der Gegenwart"; der Erwerbsanbau im Gebiet um Wassenberg setzte erst um 1930 ein (vorher noch keine 1000 Bäume). Die Sorte verbreitete sich auch außerhalb des Rheinlands (u. a. in Baumschulkatalogen Sachsens um 1940) und ist in den LVR-Handbüchern „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland" (2012 und 2017) verzeichnet. (Hauptquellen: Slow Food Deutschland – Arche des Geschmacks; A. Abendroth, „Der Lehrmeister im Garten und Kleintierhof" 1926; Häußler, „Rheinische Monatsschrift für Gemüse-, Obst- und Gartenbau" 1952/53; NABU Kreisverband Heinsberg)

Quellen: Wassenberger Sämling – Arche des Geschmacks (Slow Food Deutschland) · Historie zur Pfirsichsorte Wassenberger Sämling (BUND Lemgo) · Der 1. Rheinische Obstsortengarten (NABU Kreisverband Heinsberg) · BUND-Obstsortenliste – Knippel, Karl Heinz: ‚Einträglicher Pfirsichbau auf deutschem Boden' (Wiesbaden 1936) · BUND-Obstsortenliste – Bobeth Franz: ‚Sortenverzeichnis der Baumschule' (Meißen-Dobritz ca. 1940) · LVR-Netzwerk Kulturlandschaft: ‚Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!' (2. Aufl. Köln 2017) · LVR-Netzwerk Umwelt: ‚Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – vom Aussterben bedroht!' (Köln 2012)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (deepseek/deepseek-v4-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Aprikose oder Pfirsich — die Fruchtart ist noch ungeklärt.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.