obstdoc — Alkmene

Alkmene

Apfel · Malus domestica

Der Apfel Alkmene, seit 1930 aus der Züchtung des Kaiser-Wilhelm-Instituts in Müncheberg bekannt, gilt geschmacklich als hervorragend: fein säuerlich, vielfältig im Aroma und deutlich an Cox Orange erinnernd. Der Ertrag setzt früh ein, der Wuchs ist anfangs mittelstark und lässt später nach. Geerntet wird von Mitte September bis Anfang Oktober, gegessen wird von Anfang September bis Ende November. Die Sorte ist anfällig für Monilia-Spitzendürre; nasse Standorte sind zu meiden.

Herkunft
Müncheberg, Deutschland (Kaiser-Wilhelm-Institut)
Seit
1930
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Wuchsform
aufrecht
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Mitte September – Anfang Oktober (09C-10A)
Blüte
Ende April bis Mitte Mai
Genussreife
Anfang September – Ende November (09A-11E)
Wikidata
Q337389
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#lecker

Synonyme: Early Windsor

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der 1930 in Müncheberg gezüchteten Sorte Alkmene bleibt klein: Hans-Joachim Bannier beschreibt den Wuchs als anfangs mittelstark und später nachlassend, mit aufrechter, relativ kleiner Krone, waagerecht gestellten Seitenästen, die schnell zu dicht werden, und überwiegend endständig fruchtenden Kurztrieben bei nur wenigen Langtrieben; Wikipedia fasst den Wuchs pauschal als „recht schwach“ zusammen. Wegen der geringen Holztriebbildung sind die Leitäste alljährlich zurückzuschneiden, zu dicht stehende Äste zu entfernen und das Fruchtholz bzw. die ganze Krone in Abständen von einigen Jahren zu verjüngen, um den meist übergroßen Fruchtansatz zu vermindern. Der Ertrag setzt früh ein und ist regelmäßig, fällt aber wegen häufigem Blüten- und Junifruchtfall eher schwach bis mittelstark aus; der Baum ist windfest. Alkmene gilt als robust gegen Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau, aber bei sehr warmer Witterung zur Blüte als anfällig für Monilia-Spitzendürre (befallene Triebe 10–20 cm ins gesunde Holz zurückschneiden). Andere Beschreibungen weichen bei der Krankheitsanfälligkeit ab: der OGV-Lehrgarten Leutenbach nennt die Sorte unempfindlich gegen Schorf und Mehltau, aber anfällig für Feuerbrand, Krebs, Kragenfäule und Rote Spinne — beim Krebs stehen sich die Angaben also gegenüber. Standortansprüche: Alkmene braucht nach Wikipedia eine milde, leicht schattige Lage, in der die Blüten nicht von Spätfrösten getroffen werden; bewährt haben sich mittlere Höhenlagen oder leicht schattige Weinberglagen, und anders als der Elter Cox Orange kommt die Sorte mit mäßig trockenen bis mäßig frischen Lehmböden mittlerer Fruchtbarkeit gut zurecht. Die Blüte ist reich, beginnt Ende April und endet Mitte Mai und wird als frostempfindlich beschrieben; die diploide Sorte wird gut von Cox Orangenrenette, Golden Delicious und James Grieve befruchtet und ist selbst eine gute Befruchtersorte. Für Haus- und Kleingarten (Busch, Halbstamm) wird sie ausdrücklich empfohlen, für den Hochstamm auf der Streuobstwiese nur dort, wo regelmäßig geschnitten wird — ohne Schnitt trägt der Baum überreich viele kleine Früchte, erschöpft sich früh und bleibt im Wachstum stehen. Vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW wird sie dennoch als Streuobst-Anbausorte geführt.

Geschmacklich zählt Alkmene zu den ausgesprochenen Tafeläpfeln: das Aroma ist fein säuerlich, vielfältig und erinnert deutlich an Cox Orange, das Fleisch ist fest, feinzellig und knackig; Bannier bewertet den Geschmack mit 1–2 (1 = sehr gut) und nennt die Sorte einen reichtragenden, Cox-aromatischen Tafelapfel. Voraussetzung für die Qualität ist gutes Auslichten, denn nur gut besonnte Früchte erreichen den erwünschten Geschmack. Die Pflückreife liegt je nach Quelle zwischen Ende August/Anfang September und Anfang Oktober (Bannier: 14.09.–05.10.; Wikipedia: Anfang/Mitte September); die Reife folgert über bis zu sechs Wochen, weshalb mehrmaliges Durchpflücken nach Fruchtgröße empfohlen wird — die Früchte hängen fest und fallen auch bei Vollreife nicht gleich ab, und die am Baum verbleibenden legen dann rascher an Größe zu. Die Genussreife reicht etwa von September bis November, die Lagerfähigkeit wird mit 2 bis 2½ Monaten angegeben (Leutenbach: auch im Kühllager nur bis Ende November). Verwendet wird die Sorte vor allem frisch, nach der Leutenbacher Beschreibung auch gut zum Backen; Bannier weist zudem darauf hin, dass die Früchte von Allergikern vertragen werden.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß (meist unter 70 mm), rundlich, mit goldgelber Grundfarbe und orangeroter, verwaschener bis gestreifter Deckfarbe; das Fruchtfleisch ist grünlichgelb bis cremefarben, mittelfest bis fest, feinzellig und knackig. Herkunft: Die Kreuzung Cox Orange × Geheimrat Dr. Oldenburg entstand 1930 als eine der ersten Arbeiten des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Züchtungsforschung in Müncheberg (später Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung, Züchter M. Schmidt und H. Murawski) mit dem Ziel, eine Cox-ähnliche Sorte für Gegenden mit trockenerem Sommerklima zu erhalten; seit etwa 1960/62 ist sie im Handel bzw. im deutschen Erwerbsanbau, mit Schwerpunkten am Bodensee und am Neckar, in den 1990er Jahren rund 1.000 t Jahresernte. Als englisches Synonym wird „Early Windsor“ genannt. Alkmene ist im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt mit einem Sortenporträt (Jens Meyer, 2014) und zahlreichen Reiser-Erhaltern vertreten; als Literatur führt die BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank Sanders, „Das Apfelbuch“. Die Beschreibung beruht vor allem auf H.-J. Bannier/Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), Wikipedia sowie den Sortenblättern des OGV-Lehrgartens Leutenbach und von BOGL-BW.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Relativ robust, hervorragender Geschmack, folgernde Reife. Kommt auch gut mit Schatten zurecht. Schmeckt dann aber nicht. Sonst #lecker Kommt mit Trockenheit zurecht. Anfällig für Spitzendürre.

Eigene Beobachtungen

Blüht 2025 schon 4 Wochen nach der Pflanzung.

In der Literatur

Empfindlich gegen Spätfrost und nasses Blühwetter. Blütenknospen auch an einjährigen Langtrieben. Ertragsbeginn früh, nasse Standorte meiden. (Müller/Seipp)

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

BaumBongertPositionPflanzjahr
2Löher Wiese2024
373Streuobstplantage SpechtsbergL022025

Weitere OSM-Bäume 5

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
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Bilder aus Wikipedia

File:Malus Alkmene 4597.jpg
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File:Cross section of Alkmene, National Fruit Collection (acc. 1972-026).jpg
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File:Alkmene 09.04.2014 16-24-27.jpg
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-- Leschinski 23:00, 23. Sep. 2010 (CEST) · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Apfel mit Schnitt Alkmene (fcm).jpg
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File:Ländchen Glien Garten 30.06.2013 15-52-18.jpg
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File:Malus-Alkmene.jpg
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File:Cross section of Red Alkmene, National Fruit Collection (acc. 2000-115).jpg
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