obstdoc — Berlepsch

Berlepsch

Apfel · Malus domestica

Der Berlepsch ist ein Apfel aus Grevenbroich, der seit 1880 bekannt ist und vor allem durch sein besonders gutes Aroma überzeugt. Geerntet wird er von Anfang bis Ende Oktober, genussreif ist die Frucht nach einer Lagerung von Anfang November bis Ende März. Der Baum stellt Ansprüche an den Standort: Er wächst stark und braucht milde Lagen.

Herkunft
Grevenbroich
Seit
1880
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breitkugelig
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Anfang Oktober – Ende Oktober (10A-10E)
Blüte
spät
Genussreife
Anfang November – Ende März (11A-03E)
Wikidata
Q353695
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#lecker

Synonyme: Freiherr von Berlepsch, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Hohenzollernapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst in der Jugend stark, später mittelstark und bildet eine breitkugelige, dichte Krone mit schräg aufrechten, gut verzweigten Leitästen. Jährlicher Schnitt ist nötig, um eine lichtere Krone zu erzielen; ein Teil der Langtriebe sollte dabei als Tragholz erhalten bleiben. Die Sorte stellt hohe Ansprüche an den Standort: Sie benötigt eine geschützte, warme Lage mit nährstoffreichen, ausreichend feuchten Böden. Spätfrostlagen sind zu meiden. Auf schweren, lehmigen oder staunassen Böden neigt der Baum stark zu Obstbaumkrebs und Kragenfäule; auf zu trockenen Standorten bleiben die Früchte zu klein oder fallen vorzeitig ab. Die Sorte ist besonders gefährdet durch Feuerbrand, zudem anfällig für Krebs, Kragenfäule, Triebsucht sowie Blatt- und Blutläuse; die Anfälligkeit für Schorf und Mehltau ist je nach Standort gering bis mittel. Sie ist empfindlich gegenüber Kupfer- und Schwefelmitteln. Gegen Holzfrost ist sie mäßig empfindlich, bei der Blüte besteht Spätfrostgefahr. Der Ertrag setzt früh ein, fällt aber alternierend aus – Jahre mit hohem Ertrag wechseln mit nahezu vollständigem Ertragsausfall; insgesamt ist die Ertragshöhe mittel. Sorgfältige Ausdünnung nach dem Junifall, Sommerschnitt und eine sofortige Blattdüngung nach der Ernte können die Alternanz mildern. Die Blüte erscheint spät, hält lange an und ist witterungsempfindlich; die Sorte ist ein guter Pollenspender. Für Streuobstwiesen ist sie nur an optimalen Standorten geeignet, im Garten wird sie ausschließlich auf schwachwachsenden Unterlagen empfohlen.

Der Berlepsch ist ein edelaromatischer Tafelapfel, dessen fruchtig-orangiges Aroma sich erst auf dem Lager voll entfaltet. Bei der Ernte Mitte Oktober ist er noch ausgesprochen sauer. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, feinzellig, vollsaftig und besitzt einen edelweinigen, ausgewogenen Geschmack mit edler Säure. Der Zuckergehalt liegt bei rund 18,8 %; die Sorte ist zudem sehr reich an Vitamin C. Die Genussreife erstreckt sich von November bis Februar/März. Die Früchte sind im kühlen Naturlager etwa fünf bis sechs Monate haltbar, im Kühlraum bei 1 °C bis zu sieben Monate, und schmecken selbst dann noch, wenn sie äußerlich bereits welk wirken. Neben dem Frischverzehr eignet sich die Sorte gut zum Backen, Mosten, Saften und für Mus sowie Apfelstücke.

Die Früchte sind mittelgroß, seltener groß (um 110 g, oft jedoch kleiner), meist flachkugelig mit fünf typischen, von der Kelcheinsenkung ausgehenden Rippen. Die Schale ist trocken, glatt bis bisweilen etwas rau und wird bei Vollreife am Lager etwas fettig. Die Grundfarbe ist rötlichgelb, die Deckfarbe je nach Typ sonnenseits rötlich gestreift oder verwaschen dunkelrot. Der Stiel sitzt in einer engen, tiefen und strahlig berosteten Stielgrube. Gezüchtet wurde die Sorte um 1880 von Dietrich Uhlhorn in Grevenbroich am Niederrhein aus einer Kreuzung von ‚Ananasrenette‘ × ‚Ribston Pepping‘; sie ist eine Halbschwester von ‚Zuccalmaglios Renette‘. Bekannte Typen sind der intensiver ausgefärbte ‚Rote Berlepsch‘ und der etwas großfrüchtigere ‚Berlepsch Typ Bonn‘.

Nach H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, GPO Bayern, BOGL sowie obstsortenerhalt.de.

Quellen: Berlepsch – Bergischer Streuobstwiesenverein · Freiherr von Berlepsch – Streuobst in Bayern · Freiherr von Berlepsch – GPO Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung Bayern · Berlepsch – BOGL

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Starkwüchsig, braucht milde Lagen, #lecker Auch "Freiherr v. Berlepsch - Goldreinette" genannt.

Es gibt auch die Mutante Roter Berlepsch.

In der Literatur

Als erstmaliger Züchter gilt Diedrich Uhlhorn junior, der seine Neuentdeckung nach dem damaligen Düsseldorfer Regierungspräsidenten Hans Hermann Freiherr von Berlepsch benannte. Heute wird die alte Apfelsorte hauptsächlich im Westen Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz angebaut.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
113Streuobstplantage SpechtsbergI022024

Weitere OSM-Bäume 3

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
13323744086Goldrenette Freiherr von Berlepsch%!f(*float64=0xc000e80980), %!f(*float64=0xc000e80988)
8522280243Berlepsch%!f(*float64=0xc000e809e0), %!f(*float64=0xc000e809e8)
9297493265Freiherr von Berlepsch%!f(*float64=0xc000e80a30), %!f(*float64=0xc000e80a38)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Berlepsch 4521.jpg
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File:Apfel 035 Freiherr Von Berlepsch (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
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National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
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