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Brauner Matapfel

Apfel · Malus domestica

Der Braune Matapfel ist ein Apfel aus dem westlichen Deutschland, verbreitet vom Mosel-Mündungsgebiet rheinaufwärts bis nach Baden. Die Bäume wachsen überdurchschnittlich groß mit hochgewölbter, im Alter überhängender Krone, erreichen ein hohes Alter und gelten als anspruchslos und gesund. Die Sorte bevorzugt mäßig feuchte Böden und ist auch für Höhenlagen der Mittelgebirge zu empfehlen. Geerntet wird ab Anfang Oktober; die Früchte reifen im Lager und sind von Anfang Dezember bis Ende Mai genussreif. Sie sind eher geringaromatisch, säurearm und roh bekömmlich, für die Mostbereitung gelten sie als zu flach.

Herkunft
westliches Deutschland, Mosel-Mündungsgebiet rheinaufwärts bis Baden
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, abstehend
Gefährdung
selten
Ernte
Anfang Oktober (10A-10A)
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Mai (12A-05E)
Wikidata
Q901121
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst

#anspruchslos#gesund#langlebig

Synonyme: Badischer Brauner, Frankfurter Kohlapfel, Kohlapfel, Mad- und Magdapfel, Maedapfel, Mate Brune, Mohrenapfel, Schlotfegersapfel, Schmiedeapfel, Schwarzer Matapfel, Schwarzlicher, Unterländer Apfel, Weinbreitling

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Braune Matapfel bildet einen starkwachsenden Baum mit großer Krone, deren untere Äste schirmförmig herabhängen; auf diesen Wuchscharakter der Matäpfel (Brauner, Weißer und Gestreifter Matapfel) verweist bereits Thomae (1876), zitiert in den Sortenporträts des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt. Auch der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg nennt als Merkmale „große Kronen bildend" und eine Anbaufähigkeit bis in Höhenlagen. Nach Wikipedia erreichen die Bäume ein sehr hohes Alter, sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, stellen nur geringe Bodenansprüche und eignen sich auch für Höhenlagen; der Ertrag setzt spät ein, ist dann aber reichlich und regelmäßig. Damit ist die Sorte eine typische Streuobst-/Hochstammsorte für den extensiven Anbau — der Braune Matapfel war noch vor rund 100 Jahren im extensiven landwirtschaftlichen Anbau ganz Westdeutschlands und des westlichen Süddeutschlands sehr verbreitet und regional wirtschaftlich bedeutend (Deutschlands Obstsorten 1905–1934, nach obstsortenerhalt.de). Zu Blütezeit, Pollenqualität und geeigneten Befruchtersorten sowie zu konkreten Anfälligkeiten (Schorf, Mehltau, Krebs, Feuerbrand) liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Angaben vor; das Sortenporträt des Erhalternetzwerks nennt lediglich pauschal Robustheit, die genaue Baum-/Anbaubewertung dort ist nur für Mitglieder vollständig einsehbar.

Geschmacklich ist der Braune Matapfel kein Tafelapfel: Das Fruchtfleisch ist bei Pflückreife grünlichweiß, später gelblichweiß, mäßig saftig, fein säuerlich und eher geringaromatisch (Richard Dahlem, obstsortenerhalt.de); der Kreisverband Bamberg beschreibt den Geschmack als weinsäuerlich und saftreich (die Angaben zur Saftigkeit weichen also etwas voneinander ab). Hauptsächliche Verwendung ist die als Wirtschaftsapfel zum Keltern (Wikipedia); Thomae (1876) beschreibt für die Matäpfel allgemein, dass sie erst auf dem Lager genießbar werden und ihre massenhafte Verwendung im Apfelwein („Cider") lag. Die Pflückreife beginnt Anfang Oktober, die Genussreife reicht über den Winter — nach obstsortenerhalt.de bis Mai, nach Wikipedia ab Dezember genussreif und bis Mai lagerfähig; die Bamberger Angabe lautet Oktober bis April. Die Früchte sind unmittelbar nach der Ernte sehr fest und druckunempfindlich, so dass sie selbst bei sorgloser Behandlung kaum Druckflecken bekommen — eine für Sammel- und Kelterobst günstige Eigenschaft.

Die Frucht ist mittelgroß, flachkugelig bis stumpfkegelförmig und in der Draufsicht rundkantig. Die Grundfarbe hellt im Lager nach Gelb auf, ist aber meist vollständig von braunrot-violetter Deckfarbe mit dunkelvioletten, abgesetzten Streifen überzogen; frisch vom Baum sind die Früchte bläulich bereift, die Schalenpunkte groß, hellgrau bis gelblich und auffällig, Rostfiguren treten nur vereinzelt auf. Die Kelchgrube ist weit und tief mit fünf ausgeprägten Höckern am Rand, der Kelch groß und offen; die Stielgrube ist mitteltief bis tief und olivfarben strahlig-grobschuppig berostet, der Stiel kurz, oft nur als Fleischknopf ausgebildet. Kernhaus klein und etwas stielnäher, Kerne klein und rundlich (rund 7 : 5 mm). Herkunft und Alter der Sorte sind unbekannt; sie gehört zur historischen Gruppe der Matäpfel, die Thomae 1876 grundlegend analysiert hat, und war nach Dochnahl (1855) bereits im 16. Jahrhundert in der Rheinpfalz bekannt. Thomae beschreibt das Verbreitungsgebiet der Matäpfel vom Mosel-Mündungsgebiet rheinaufwärts, im Lahn- und Maingebiet, in der Wetterau, der Pfalz und an der Bergstraße bis ins Badische. Heute ist die Sorte im Streuobstbau Badens und Württembergs nur noch selten (Hartmann 2019), in Rheinland-Pfalz, Hessen, im Saarland und in Luxemburg gelegentlich; sie gilt im Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins als „stark gefährdet", wird dort aber in mehreren Akzessionen erhalten und von einigen Baumschulen angeboten. Zahlreiche Synonyme sind überliefert (u. a. Kohlapfel, Frankfurter Kohlapfel, Badischer Brauner, Schmiedeapfel, Schwarzer Borsdorfer, Mohrenapfel, Schlotfegersapfel, Weinbreitling, Mate Brune). Literatur: Lucas/Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. I, S. 367–368; Walter Hartmann, Farbatlas Alte Obstsorten; Thomae 1876; Deutschlands Obstsorten 1905–1934. Die Beschreibung folgt in erster Linie dem Sortenporträt von Richard Dahlem (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), ergänzt durch Wikipedia und den Sortensteckbrief des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Bamberg.

Quellen: Brauner Matapfel · Brauner Matapfel – Wikipedia · Brauner Matapfel – Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg · Brauner Matapfel – BUND-Lemgo Obstsortendatenbank · Akzessionen (Apfel) · Winterapfel 'Brauner Matapfel' – NaturaDB

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-04). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#gesund #langlebig #anspruchslos Stark wachsend und wiederstandsfähig. Sehr alte Sorte.

Eigene Beobachtungen

In der Literatur

Als Jungbaum sehr starkwachsend, später etwas nachlassend. Die Bäume werden überdurchschnittlich groß mit hochgewölbter, im Alter überhängender Krone und erreichen ein hohes Alter. Die Blüte ist spät und langanhaltend. Der spät einsetzende Ertrag ist regelmäßig und sehr hoch.

Sehr alte widerstandsfähige, starkwachsende Sorte, Bäume werden alt, spätreifend, als Kohlapfel früher in der Pfalz weit verbreitet und beliebt.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
064Streuobstplantage SpechtsbergQ052024

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
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4299026051Brauner Matapfel%!f(*float64=0xc0007d61d8), %!f(*float64=0xc0007d61f0)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Brauner Matapfel 4602.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
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File:Cross section of Roter Eiserapfel, National Fruit Collection (acc. 1948-662).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons

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