Apfel · Malus domestica
Der Edelborsdorfer ist ein seit 1544 bekannter Apfel aus Borsdorf bei Leipzig oder Meißen. Er wird Ende September bis Anfang Oktober geerntet und ist nach der Lagerung von Anfang November bis Ende Februar genussreif. Die Früchte sind säurearm und roh bekömmlich, für Most jedoch zu flach; sie sind vom Baum grünlich-gelb, später goldgelb. Der Baum wächst mäßig und langsam und braucht etwa 15 Jahre bis zum Ertragsbeginn. Er eignet sich für Standorte mit schwierigen Bodenverhältnissen, hohen Niederschlägen oder in Höhenlagen, trägt aber nur in fruchtbarem, feuchtem Lehmboden sehr voll; in ungünstigen Bodenverhältnissen bleibt der Ertrag gering. Daneben findet die Sorte als Unterlage Verwendung.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Borsdorfer, Edler Winterborsdorfer, Leipziger Renette, Massanzeri, Reinette Batarde, Reinette d’Allemagne, Rubinaapfel, Schwarzer Borsdorfer, Weißer Winterborsdorfer, Zigeunerapfel
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Der Edelborsdorfer wächst in der Jugend und in der Baumschule nur langsam bis mäßig, entwickelt sich aber mit den Jahren zu einem außerordentlich großen, breitkronigen und sehr langlebigen Baum – über 100 Jahre sind belegt. Holz und Laub sind sehr gesund; die kleinen, rundlichen, glänzenden, etwas lederartigen Blätter sind charakteristisch. Die späte Blüte ist wenig frostempfindlich. Der Baum verlangt einen nährstoffreichen, ausreichend feuchten und warmen Lehmboden; auf trockenen oder ungünstigen Standorten bleibt er wenig tragbar. Der Ertrag setzt sehr spät ein – meist erst nach 12 bis 15 Jahren – und ist auch dann unsicher; nur unter besten Bedingungen trägt er voll. 1853 wurde die Sorte auf der ersten Versammlung deutscher Pomologen zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen, später jedoch wegen des späten Ertragseintritts und der hohen Bodenansprüche wieder von der Liste gestrichen. Man veredelt ihn am besten auf kräftige Unterlagen in die Krone.
Zu beachten: Die in den letzten rund 80 Jahren in Deutschland unter dem Namen ‚Edelborsdorfer‘ vertriebene Sorte ist nach genetischen Untersuchungen überwiegend nicht der ursprüngliche Edelborsdorfer, sondern die Tochtersorte ‚Seebaer Borsdorfer‘ (Syn. ‚Fromms Goldrenette‘). Diese ist starkwüchsig, sehr robust gegenüber Schorf und Mehltau, gering anfällig für Obstbaumkrebs und gedeiht auch auf schwierigen Böden, in Höhenlagen und bei hohen Niederschlägen. Sie wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Ihre Früchte sind bereits Ende September bis Anfang Oktober pflückreif und halten zwei bis drei Monate. Einzelne echte Altbäume des ursprünglichen Edelborsdorfers wurden in den letzten Jahren wiederentdeckt.
Die Frucht schmeckt hervorragend: fein gewürzt, weinig-süß mit angenehmer Säure und zartem zimtartigem Aroma – von vielen Pomologen als eine der feinsten Tafel- und Dessertfrüchte geschätzt, auch für die Küche wertvoll. Pflückreif ab der zweiten Oktoberhälfte, genussreif von November bis Februar (unter guten Bedingungen bis März); später verliert sie an Wohlgeschmack. Die Frucht ist klein bis mittelgroß, flachkugelig bis kugelförmig, mit glatter, glänzender, grünlichgelber, später goldgelber Schale, sonnenseits schön rot überzogen. Kennzeichnend sind zimtfarbene Punkte, gelbbraune erhabene Warzen und leichte braune Rostanflüge. Der Kelch ist offen mit kurzen Blättchen in flacher, weiter Einsenkung; der Stiel lang, dünn, in tiefer, enger, oft strahlig berosteter Höhle. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, sehr fein, fest, abknackend und saftreich. Der Edelborsdorfer gilt als älteste namentlich bekannte Apfelsorte Deutschlands – erste Erwähnung 1175 im Zisterzienserkloster Pforta, gesicherter Anbau ab 1561 bei Meißen; von dort gelangte er als „Maschansker“ nach Böhmen. (Nach H.-J. Bannier, dem Illustrierten Handbuch der Obstkunde, Engelbrecht, ProSpecieRara und Wikipedia.)
Quellen: Edelborsdorfer – Bergischer Streuobstwiesenverein · Edelborsdorfer – Illustriertes Handbuch der Obstkunde (Speccol) · Edelborsdorfer – Wikipedia · Edelborsdorfer – ProSpecieRara · Edelborsdorfer – Unsere besten Deutschen Obstsorten (ca. 1930) · Edelborsdorfer – Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten (1889) · Edelborsdorfer – Illustriertes Handbuch der Obstkunde (Lucas/Oberdieck)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Besonders als Unterlage geeignet (N = 9).
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| QWvEu5d | Kirchgarten Büßleben | ||
| 569 | Streuobstplantage Rommelshard | H15 | 2026 |
| 609 | Streuobstplantage Rommelshard | BB03 | 2025 |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Koordinaten |
|---|---|---|
| 13702124884 | Edelborsdorfer | %!f(*float64=0xc000573fb0), %!f(*float64=0xc000573fb8) |
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