Birne · Pyrus communis
Die Amanlis Butterbirne ist eine Birnensorte, die in der Praxis vor allem als Unterlage Verwendung findet und sich darüber hinaus als Stammbildner eignet. Ihre Bedeutung liegt demnach weniger im eigenen Fruchtanbau als in ihrer Funktion beim Aufbau und bei der Veredelung von Birnenbäumen.
#stammbildner#unterlage
Synonyme: Beurré d'Amanlis
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Die Amanlis Butterbirne wächst sehr stark und in die Breite gehend, mit breitpyramidaler Krone und hängendem Holz; sie neigt zu Schleuderwuchs, was die Jungbaumerziehung etwas erschwert. Sie ist ein Massenträger – beim Anbau im Garten und am Spalier wird Ausdünnen empfohlen –, die Früchte sind windfest bis zur Baumreife. Die Blüte erscheint mittelfrüh mit rund neun Blüten je Blütenstand; die Sorte ist triploid. Die Standortansprüche sind gering: Sie eignet sich für nahezu alle Standorte, stellt keine besonderen Wärmeansprüche und wird auch für Gebirgslagen über 350 m als geeignet angegeben, erreicht ihre beste Fruchtqualität jedoch nur in milderen Anbauregionen; für Norddeutschland gilt sie als gut geeignet. Zur Schorfempfindlichkeit gehen die Einschätzungen auseinander: FRUCTUS notiert aus Feldbeobachtungen eine geringe Anfälligkeit, deutsche Quellen bezeichnen die Sorte als etwas schorfempfindlich bzw. in geschlossenen Lagen als anfällig für Schorf. Für den Streuobstanbau wird sie mehrfach empfohlen: Der Bergische Streuobstwiesenverein führt sie unter der Anbaueignung „Streuobstwiese“ und resümiert, sie sei eine empfehlenswerte Birne auch für rauere Mittelgebirgslagen; das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt hält sie für gut geeignet für Streuobst und Selbstversorgung.
Geerntet wird von Anfang bis Ende September, die Genussreife fällt in denselben Monat. Die Früchte sind kaum lagerfähig: Im Naturlager halten sie acht bis zehn Tage, danach werden sie schnell mehlig und von innen teigig. Das vollschmelzende, saftige Fruchtfleisch schmeckt süß-weinsäuerlich und schwacharomatisch, nach Angaben der Deutschen Genbank Obst angenehm gewürzt. Hauptsächlich ist sie eine Tafelbirne; daneben taugt sie zum Dörren – im FRUCTUS-Sortenblatt als Dörrbirne „sehr gut“ bewertet –, zum Konservieren und hartreif zur Saftherstellung, wofür sie ausdrücklich auch für rauere Mittelgebirgslagen empfohlen wird.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (etwa 70 mm hoch, 63 mm breit) und birnen- bis leicht kegel- bzw. kreiselförmig. Die grüngelbe Schale wirkt meist unansehnlich und schmutzig; an gut besonnten Früchten kann eine kräftige orange bis rotbraune Deckfarbe auftreten, kelchseits findet sich oft ein Rostklecks, auf den Fruchtseiten kommen Rostpunkte bis hin zu netzartiger Berostung vor. Der kurze, dünne, mindestens an der Basis grünliche Stiel ist 15–20 mm lang und sitzt in einer kleinen Grube; der Kelch ist meist offen, die Kelchgrube flach bis fehlend. Das grünlichweiße Fleisch ist saftig und schmelzend, die Kerne oft schlecht ausgebildet. Unter Namen wie Wilhelmine oder Hängebirne war die Sorte früher in ganz Deutschland, insbesondere in Norddeutschland, weit verbreitet; heute stuft das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt sie als stark gefährdet ein. Als Herkunft wird meist angegeben, sie sei Ende des 18. Jahrhunderts im Dorf Amanlis in der Bretagne aufgefunden und ab 1826 von Noisette verbreitet worden, kam vermutlich über van Mons nach Deutschland und galt deshalb lange als dessen Züchtung, während die Deutsche Genbank Obst Belgien als Ursprungsland nennt. Erstbeschrieben wurde sie von Lauche in der Deutschen Pomologie (1882); älter belegt ist sie bereits im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Band II, 1860, Nr. 24). Für die Bestimmung wichtig: Daneben existiert eine molekulargenetisch bestätigte „Falsche Amanlis Butterbirne“ mit auffälligen Lentizellen und glattrandigen Blättern, die unter anderem in Herbert Petzolds Buch „Birnensorten“ (1982) beschrieben wurde; zudem reift die ähnliche Diels Butterbirne erst ab November. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer), dem Porträt des Bergischen Streuobstwiesenvereins, dem FRUCTUS-Sortenblatt und dem Sortenpass der Deutschen Genbank Obst.
Quellen: Amanlis Butterbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. (BSOWV) · Amanlis Butterbirne · Amanlis Butterbirne – FRUCTUS Steckbrief · FRUCTUS Sortenblatt Amanlis Butterbirne / Beurré d'Amanlis (PDF) · Amanlis Butterbirne – Deutsche Genbank Obst, Sortenpass
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.