Apfel · Malus domestica
Die ab 1820 vor allem in den Benelux-Ländern verbreitete Ananas-Renette ist ein Apfel, der sich besonders für Mus, Kompott und Backen eignet. Der Baum wächst schwach und bleibt kleinkronig, stellt aber hohe Ansprüche an den Standort: Er benötigt nährstoffreichen, lehmigen Boden und geschützte, wärmere Lagen. Zudem ist die Sorte anfällig für Mehltau und Feuerbrand. Die Ernte fällt von Anfang September bis Mitte Oktober, die Genussreife erstreckt sich von Oktober bis März.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Ananas-Reinette, Ananasapfel, Goldapfel, Reinette Ananas
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Der Baum der Ananasrenette wächst schwach bis mittelstark und ist an seinen auffallend kurzen Internodien erkennbar („Spurtyp“); die Krone ist dicht und gedrungen, je nach Beschreibung straff aufrecht oder breitkugelig, mit geringem Platzbedarf. Der Baum geht sehr früh in den Ertrag — alten Berichten zufolge tragen Pyramiden mitunter schon im zweiten Standjahr — und fruchtet regelmäßig und reichlich; wegen der Neigung zur Kleinfrüchtigkeit ist ein konsequentes Ausdünnen erforderlich. Ohne regelmäßigen, kräftigen Erhaltungsschnitt vergreisen die Bäume, sodass eine dauerhafte Schnittpflege nötig ist. Von schwachwachsenden Unterlagen wird abgeraten, da sich der Baum sonst zu früh erschöpft; geeignet ist die Sorte dagegen für Busch- und Spalierformen, historisch auch für Hoch-, Halb- und Zwergstämme.
An den Standort werden hohe Ansprüche gestellt: Die Ananasrenette gedeiht nur auf guten, nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden, in bester windgeschützter Lage bis in mittlere Höhen. Auf mageren und trockenen wie auch auf schweren, nassen Böden bleibt sie kleinfrüchtig und wird dort krebsanfällig. Empfindlich zeigt sie sich vor allem gegenüber Feuerbrand (starke Anfälligkeit, daher Vorsicht in Feuerbrandlagen) und Mehltau; schorfanfällig ist sie kaum. Zudem werden Blutläuse und Obstmade (Apfelwickler) genannt. Wegen des späten Triebabschlusses reift das Holz schlecht aus und ist frostempfindlich. Hans-Joachim Bannier stuft die Sorte als diploid ein und sieht in ihr eine Hausgarten- und Liebhabersorte, die für den Streuobstanbau weniger geeignet ist; das bayerische Porträt hält den Anbau in wärmeren Lagen für möglich, mahnt aber in Feuerbrandgebieten zur Zurückhaltung.
Die Früchte sind zugleich Tafel- und Wirtschaftsapfel: Das gelblichweiße, feinzellige Fruchtfleisch ist saftig und zunächst fest, wird bei der Lagerung mürbe und schmeckt weinsäuerlich-würzig mit einem ausgeprägten Ananasaroma; der Vitamin-C-Gehalt ist hoch. Geerntet wird je nach Lage von Ende September (warme Lagen) bis Mitte/Ende Oktober; genussreif sind die Früchte ab November und halten sich kühl gelagert bis Februar, nach älteren Angaben vereinzelt bis März, ohne dabei wesentlich zu welken. Neben dem Direktverzehr eignet sich die Sorte zum Entsaften, Einmachen, Backen und Kochen sowie zum Dörren und als Most- bzw. Obstweinapfel.
Die Frucht ist klein bis mittelgroß (um 110 g), hochrund bis hochgebaut; die glatte, geschmeidig bis fettige Schale ist goldgelb und trägt die charakteristischen, oft sternförmigen Rostpunkte. Kelch geschlossen, Stiel kurz und dünn. Erstmals beschrieb A. F. A. Diel die Sorte 1826, nachdem ihm Reiser aus Zülpich im heutigen Kreis Euskirchen zugegangen waren; eine Herkunft aus Brabant bzw. den Niederlanden wird vermutet, ist aber ungeklärt. Seit den 1820er-Jahren im Rheinland verbreitet, zählte die Ananasrenette bis ins 20. Jahrhundert zu den Standardsorten des deutschsprachigen Raums; auch heute sind noch regelmäßig Altbäume anzutreffen. Die Darstellung folgt den Porträts von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) und Streuobst in Bayern, ergänzt um historische Pomologie-Texte (u. a. Illustrirtes Handbuch der Obstkunde nach Diel).
Quellen: Ananasrenette · Ananasrenette – Streuobst in Bayern · Ananasrenette – Wikipedia · Ananas-Renette – historischer Text (ca. 1930) · Ananas-Renette – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (E. Lucas) · Wachendorfer Renette · Sortenliste Berghuis, De Nederlandsche Boomgaard 1868 (BUND Lemgo) · Sortenliste Maurer, Schreibers Kleiner Atlas 1956 (BUND Lemgo) · Sortenliste Löschnig 1912 (obstsortendatenbank.de) · Indexseite WUR Fruitteelt (BgCdEng) · Peter Broich – Porträt (obstsortendatenbank.de) · Freiherr von Berlepsch – Porträt (obstsortendatenbank.de)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Siehe auch Rote Ananas-Renette.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| LZI1DOR | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | C02 | |
| 589 | Streuobstplantage Rommelshard | G14 | 2025 |
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