Apfel · Malus domestica
Der Seebaer Borsdorfer ist ein Lagerapfel, der sich sehr lange hält: Die Früchte kommen erst nach Wochen der Lagerung zu ihrer Genussreife. Der Baum stellt geringe Ansprüche an Boden und Klima und erreicht ein hohes Alter, was ihn für Streuobstwiesen und Standorte ohne besondere Pflege geeignet macht.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Fromms Goldrenette
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Der Baum wächst laut Merkmalsdatenbank von obstgarten.biz stark bis mittelstark. Das Sortenporträt, das H.J. Bannier beim Bergischen Streuobstwiesenverein unter dem Namen 'Edelborsdorfer' veröffentlicht hat – dort mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die seit rund den 1930er-Jahren unter diesem Namen verbreitete Sorte vermutlich der Seebaer Borsdorfer (Syn. Fromms Goldrenette) ist –, beschreibt ihn als starkwüchsig und als typische Streuobstsorte: sehr robust gegenüber Schorf und Mehltau, gering anfällig für Obstbaumkrebs und geeignet für Standorte mit schwierigen Bodenverhältnissen, hohen Niederschlägen oder Höhenlagen. Dem steht die Angabe einer starken Feuerbrandanfälligkeit in der Merkmalsdatenbank gegenüber. Die Blüte erscheint spät; die Sorte ist triploid und damit ein schlechter Pollenspender, sodass Befruchtersorten in der Nähe stehen sollten. Der Ertrag setzt mittelspät ein, ist mittelhoch und regelmäßig; gegenüber der ursprünglichen Sorte Edelborsdorfer werden deutlich bessere Ertragseigenschaften berichtet. Der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW führt sie als empfohlene Streuobst-Anbausorte (Anbaueignung Streuobstwiese, Garten eingeschränkt); Handelsangaben nennen Flachland, Mittelgebirge und Extremlagen als geeignete Lagen.
Die Frucht dient als Tafel- und Wirtschaftsapfel und wird darüber hinaus als Most- und Backobst genutzt (Merkmalsdatenbank: Wirtschafts- und Mostsorte, zum Backen; Handelsseite: Tafelobst, Mostsorte). Sie schmeckt süßlich bis süßsäuerlich; das Fruchtfleisch ist feinzellig, saftig und angenehm säuerlich, ein besonders Aroma wird nicht bescheinigt – als Geschmacksnote wird 2–3 angegeben (Skala 1 = sehr gut). Geerntet wird mehrfach durchpflückend von Ende September bis Mitte Oktober (Porträt: 27.09.–10.10.). Die Lagerfähigkeit wird uneinheitlich beziffert: im guten Obstlager 2–3 Monate, etwa bis Weihnachten, nach der Merkmalsdatenbank bis Ende Februar.
Die Frucht ist mittelgroß und flachkugelig, mit goldgelber Grundfarbe und nur wenig verwaschener roter Deckfarbe; sonnenseits zeigt sich ein schwacher rötlicher Hauch. Die Schale ist derb, glatt und leicht fettig, der Stiel lang, die Stielgrube tief und strahlig berostet, die Kelchgrube leicht gerippt; das Fleisch ist fast weiß. Die Sorte wurde 1830 in Seeba in der thüringischen Rhön als Zufallssämling gefunden; ihr ursprünglicher Name lautete Seebaer Borsdorfer, später wurde sie als Fromms Renette bzw. Fromms Goldrenette geführt. Von Oberdieck 1869 beschrieben – dort mit unsicherer Herkunftsangabe (Meiningen oder Niederbayern) – findet sie sich in der Literatur bei Lucas (1893) und Mühl (2007). Dr. Werner Schuricht entdeckte die Sorte in Thüringen wieder und regte ihre Verbreitung an; 2006 war sie Apfel des Jahres der Rhöner Apfelinitiative. Nach Mikrosatelliten-DNA-Analysen zählt sie zur Familie der Borsdorfer-Sorten und gilt als Tochtersorte des ursprünglichen Edelborsdorfer, dessen Name ihr seit den 1930er-Jahren vielfach beigelegt wird. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Porträt von H.J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein) und der Merkmalsdatenbank von obstgarten.biz.
Quellen: Edelborsdorfer – Sortenporträt (Bergischer Streuobstwiesenverein, H.J. Bannier) · Oberdieck-Preis 2004 für Dr. Werner Schuricht – Festvortrag N. Clement (Pomologen-Verein) · Borsdorfer Apfel (Wikipedia) · Apfelbaum Seebaer Borsdorfer (Biobaumversand/Baumschule Pflanzlust) · Apfel des Jahres 2006 'Seebaer Borsdorfer' (Forum garten-pur) · Passport Sommerborsdorfer (Deutsche Genbank Obst)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Im Jahr 1830 wurde der Apfel Seebaer Borsdorfer in der Stadt Seeba als Zufallssämling gefunden. Aufgrund seiner geringen Ansprüche an Boden und Klima, sowie guten Geschmacks war er weit verbreitet. Vielerorts ist er unter dem Namen Fromms Goldrenette oder Doppelter Borsdorfer bekannt.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 603 | Streuobstplantage Rommelshard | FF02 | 2024 |