Apfel · Malus domestica
Der Weiße Matapfel ist eine robuste Streuobstsorte, die große, vitale Baumkronen bildet und damit vor allem für den Anbau auf Streuobstwiesen taugt, wo Bäume viel Platz haben und ohne intensive Pflege auskommen müssen. Geerntet werden die Früchte von Anfang bis Mitte Oktober. Der Raumbedarf der ausgewachsenen Kronen schränkt die Verwendung in kleinen Gärten ein.
Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Cromelor, Spätblühender Matapfel, Stielapfel, Tiefbutzen, Weißer Würzapfel, Würz-Apfel
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Der Weiße Matapfel wächst stark und bildet eine breit-kugelförmige, gut verzweigte Krone mit überhängenden Zweigen; NaturaDB beziffert die Endhöhe auf 2–4 m. Wegen dieses Wuchses wurde er früher gern entlang von Straßen und Wegen gepflanzt und ist eine typische Sorte des Streuobstanbaus. An Boden und Klima stellt er wenige Ansprüche und gilt als klimatisch sehr robust; NaturaDB stuft ihn als frosthart bis −28 °C (Klimazone 5) ein, empfiehlt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit frischem, durchlässigem bis normalem, nährstoffreichem Boden und hält die Sorte bis in höhere Lagen für anbaufähig, ein Händler führt sie zusätzlich für Extremlagen. Als widerstandsfähig bzw. sehr robust gegen Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs wird sie beschrieben. Die weiße Blüte erscheint im April und Mai; der alte Synonymname „Spätblühender Matapfel“ verweist auf eine späte Blüte. Die Sorte ist ein guter Pollenspender und Befruchter. Der Ertrag setzt mittelspät ein und fällt trotz Alternanzneigung insgesamt hoch aus; der Baum gilt als schnittverträglich.
Die Früchte sind saftreich und schmecken süßsäuerlich mit Weingeschmack; der Weiße Matapfel ist eine typische Kelterapfelsorte, deren Früchte bis heute für die Apfelwein-Herstellung geschätzt werden. NaturaDB bewertet die Eignung zum Mosten und zum Backen als sehr gut, für den Frischverzehr dagegen nur als mäßig. Für die Kelterung werden 14 % Zucker und 9 g Säure je Liter genannt; der Vitamin-C-Gehalt liegt bei 15,3 mg je 100 g. Geerntet wird Mitte bis Ende Oktober, genießreif sind die Früchte ab Oktober; als Winterapfel lassen sie sich im kühlen Naturlager etwa sieben Monate lagern.
Die Frucht ist plattrund und stark mittelgroß, oft leicht ungleichseitig, mit flachen rippenartigen Erhabenheiten von der Kelcheinsenkung herablaufend. Die sonst glatte, glänzende Schale ist deutlich bereift – nach der Beschreibung im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (1859) ist die Bereifung selbst auf dem Lager noch wahrnehmbar –; die Grundfarbe wechselt von Hellgrün über Gelbgrün zu einem trüben Gelb, auf der Sonnenseite zeigt sich eine verwaschen rötliche Deckfarbe, dazu helle Schalenpunkte. Der Kelch steht offen und ist breitblättrig; der kurze, ziemlich dicke Stiel sitzt in einer tiefen, hell zimtfarben berosteten Höhle. Die Sorte stammt vermutlich aus dem Rheingebiet: 1859 war sie am Rhein, bei Koblenz, im Nassauischen, in der Wetterau, an der Bergstraße, in der Pfalz, im Lahn- und Maintal sowie in Franken häufig verbreitet. Wikipedia führt sie als Zufallssämling um etwa 1810 aus Süddeutschland; das Literaturverzeichnis der historischen Beschreibung verweist mit Diel (1797, mit Abbildung) und Christ jedoch auf frühere Nachweise. Sie gehört zur Familie der Matäpfel, aus der nach Thomae (1876) vier Sorten bekannt sind, und wurde in älteren Pomologien mehrfach fälschlich mit dem Gestreiften Matapfel gleichgesetzt; Synonyme sind u. a. Würz-Apfel, Weißer Würzapfel, Tiefbutzen, Stielapfel und Cromelor. Heute wird die Sorte vereinzelt kommerziell angebaut und im Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins mit mehreren Akzessionen erhalten. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Wikipedia-Porträt, dem NaturaDB-Datensatz und der gescannten Originalbeschreibung aus dem Illustrirten Handbuch der Obstkunde.
Quellen: Weißer Matapfel – Wikipedia · Apfel 'Weißer Matapfel' – NaturaDB · Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 169: Weißer Matapfel (Scan) · Gestreifter Matapfel · Brauner Matapfel · Apfel „Weißer Matapfel“ › Bernds Baumschule · Apfelbaum Weißer Matapfel · Weißer Matapfel: Herkunft & Verwendung – Plantura
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Robuste Streuobstsorte, bildet große vitale Baumkronen, in der Westpfalz noch verbreitet.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 606 | Streuobstplantage Rommelshard | E03 | 2025 |
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