obstdoc — Weißer Astrachan

Weißer Astrachan

Apfel · Malus domestica

Der Weiße Astrachan ist ein alter Apfel aus Russland, der seit 1653 bekannt ist. Die kleinfrüchtigen, kugelförmigen bis leicht kegeligen Früchte reifen Ende Juli bis Mitte August und werden direkt nach der Ernte vom 27. Juli bis 15. August genossen. Ihr schneeweißes, feines, weiches und saftiges Fleisch ist weinsäuerlich, ergibt einen kräftigen Most und eignet sich zum Backen. Der Baum wächst stark, bildet eine breite, kugelförmige Krone und gilt als frosthart und widerstandsfähig, sodass er sich für raue Lagen eignet; die große weiße Blüte ist wenig empfindlich, die Sorte ein guter Pollenbildner. Im Geschmack wird sie jedoch von anderen Frühsorten deutlich übertroffen und bleibt daher eher eine Liebhabersorte.

Herkunft
Russland (sehr alte Sorte mit unklarer Herkunft)
Seit
1653
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit kugelförmig
Ernte
Ende Juli – Mitte August (07E-08C)
Blüte
früh
Genussreife
Ende Juli – Mitte August (07E-08C)
Wikidata
Q67375208
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst

Synonyme: Astracanischer Sommerapfel, Astrachanischer Sommerapfel, Glace d'Ete, Hvid Astrakan, Russischer Eisapfel, Weisser Astracan, Zikadapfel

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Weißer Astrachan wächst nach Lauche stark und bildet eine breite, kugelförmige Krone; das Versuchszentrum Laimburg gibt das Wachstum dagegen als mittel an. Der Ertrag setzt früh ein; nach Lauche trägt der Baum regelmäßig, Laimburg führt einen mittleren Ertrag ohne Neigung zu Alternanz an, jedoch mit Neigung zu Vorerntefruchtfall. Die Blüte erscheint früh, die Sorte ist diploid. Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt hält sie für die Anpflanzung im Streuobst für geeignet.

Das weißliche Fruchtfleisch schmeckt säuerlich und wird schnell mehlig. Die Früchte reifen Ende Juli bis Mitte August und sind nur kurz genussfähig; als frühe Sommersorte werde sie im Geschmack von anderen Frühsorten deutlich übertroffen. Im 19. Jahrhundert war sie in vielen Teilen Österreichs als Ess- und Wirtschaftsapfel bekannt.

Die Frucht ist nach der Beschreibung des Erhalternetzwerks klein, kugelförmig bis leicht kegelig und im Querschnitt rund bis schwach kantig (Laimburg stuft die Größe als mittel und die Form als abgeplattet kugelförmig ein). Die Grundfarbe ist gelblich bis weißlich-grün, sonnenseits zeigt sich eine dünne, gestreifte bzw. rote geflammte Deckfarbe von geringem Anteil (etwa 25 %); Berostung tritt nur geringfügig in Kelch- und Stielgrube auf. Der Stiel ist kurz und oft knopfig, der Kelch geschlossen; typisch sind eine große, becherförmige Kelchhöhle sowie Neigung zu Glasigkeit, die in der alten Literatur als „zikadierend“ bezeichnet wird – daher die Synonyme Zikadapfel bzw. Cicad Apfel. Laimburg maß zur Ernte 9,7–10,5 °Brix Zucker und 5,9–7,9 g/l Säure. Es handelt sich um eine sehr alte Sorte mit unklarer Herkunft: In Deutschland beschrieb sie zuerst Christ, der sie aus den Kurlanden erhielt und angab, dass sie dort in Russland viel angebaut wurde; nach Leroy erwähnte Bonnefond sie in Frankreich bereits 1653 als Pomme de Glace, und Lindley führte sie 1816 in England ein, während Dahl eine schwedische Herkunft vermutet und Laimburg die Entstehung um 1800 im südlichen Russland datiert. Nach Lauche war die Sorte in einigen Gegenden Deutschlands sehr verbreitet und wurde 1874 zum allgemeinen Anbau empfohlen; im 20. Jahrhundert verlor sie jede Bedeutung und ist heute äußerst selten und vom Aussterben bedroht, wird aber in Sortensammlungen erhalten. Die Darstellung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) und dem Sortenprofil des Versuchszentrums Laimburg.

Quellen: Weißer Astrachan – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Weißer Astrachan – Obstsortendatenbank des Pomologen-Vereins · Weißer Astrachan – Pomosano, Versuchszentrum Laimburg · Liegel: Die Beschreibung neuer Obstsorten, Zweites Heft (Regensburg 1851) · Schröder: Die Obstsorten meiner Baumschule auf dem Burgfelde vor Hamburg (1828) · Haarlander: Obstbüchlein – Der kleine Obstbaumgärtner (München 1859) · Langethal u. a.: Deutsches Obstcabinet (Jena 1857–1862) · Königliche Obstbaumschule Triesdorf: Sorten-, Preis- und Zahlverzeichnis (1835) · Dochnahl: Der sichere Führer in der Obstkunde, Band I Äpfel (Nürnberg 1855) · Bentzien/Wöldike u. a.: Den danske Frugthave (Svendborg 1869–1875)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Wurde vom Klarapfel verdrängt. Hat nix mit Roter Astrachan zu tun. Frosthart, widerstandsfähig, für raue Lagen.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
092Streuobstplantage GartenfeldD112024

Bilder aus Wikipedia

File:Астраханское белое.png
Adam Hrebnicki · Public domain · Commons
File:Apple growing in California (1951) (19719211846).jpg
Internet Archive Book Images · No restrictions · Commons
File:Deutsche Pomologie - Aepfel - 002.jpg
Wilhelm Lauche · Public domain · Commons
File:The Pomological magazine (Pl. 96) (8726435200).jpg
Lindley, John · Public domain · Commons
File:Vit astrakan Gamla Staberg.jpg
Calle Eklund/ V-wolf · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Weisser Astrakan Goethe.jpg
Rudolf Goethe · Public domain · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.