Birne · Pyrus communis
#stammbildner
Synonyme: Beurré Drapier, Beurré Drapiez, Colomas köstliche Winterbirne, Count Coloma, Kopertsche fürstliche Tafelbirne, Prince Schwarzenberg, Sternbergs Winterbutterbirne, Supreme Coloma
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Liegels Winterbutterbirne wächst mittelstark bis stark; alte Hochstämme können sehr groß werden und sind dann breit ausladend. Die Sorte hat höhere Wärmeansprüche und verlangt einen nährstoffreichen, tiefgründigen Boden; angebaut wird sie in warmen Lagen bis etwa 300 Meter, bis in Mittelgebirgslagen von rund 350 Meter. Das Holz gilt als frosthart (bis −28 °C), die Krone als schnittverträglich, der Jahreszuwachs liegt bei 30–50 cm. Entscheidende Schwachstelle ist die starke Schorfanfälligkeit, auch am Trieb (Triebschorf): Die Sorte braucht deshalb einen lufttrockenen, gut durchlüfteten Standort – das Erhalternetzwerk hält eine Pflanzung eigentlich nur in windoffenen Lagen für sinnvoll, während der Bergische Streuobstwiesenverein wegen der zusätzlichen Windempfindlichkeit und des starken Fruchtfalls zur Baumreife nur den Anbau am regengeschützten Wandspalier für empfehlenswert hält; dort muss die Ernte ohnehin „auf den Tag genau“ abgepasst werden. Die weiße Blüte erscheint mittelfrüh (April/Mai) und gilt als witterungsunempfindlich; der Baum ist ein guter Pollenspender. Der Ertrag setzt früh ein – nach dem Bergischen Streuobstwiesenverein ab dem 5.–6. Standjahr – und fällt danach alljährlich und hoch aus. Für den Hausgarten und das Spalier geeignet, ist die Sorte als alte Hochstämme anzutreffen; ihre Bestände sind stark gefährdet, Altbäume sind selten, in Sammlungen kommt sie regelmäßig vor.
Geschmacklich zählt sie zu den wohlschmeckendsten Wintertafelbirnen: Das süße Fleisch wird vollschmelzend, ist sehr saftig, kräftig delikat süß ohne merkliche Säure und entwickelt ein sortentypisches, unverwechselbares Gewürz mit feinem Muskataroma. Schon im hartreifen Zustand sind die Früchte wohlschmeckend, dann aber druckempfindlich. Geerntet wird von Mitte September bis Anfang Oktober; die Genuss- und Verbrauchsreife erstreckt sich von Ende Oktober bis Ende Januar (das Erhalternetzwerk nennt Ende Oktober bis Anfang Dezember). Im Naturlager halten die Früchte 3–4 Monate. Verwendung: Tafelbirne zum Frischverzehr, daneben auch für Kompott und zum Backen.
Die eiförmige, mittelgroße Frucht ist vor allem an den sternförmig aufliegenden Kelchblättern erkennbar; der kräftige Stiel ist eingesteckt und meist zur Seite gedrückt, dabei etwas knospig mit teils grünen Farbpartien. Die gelbgrüne Grundfarbe zeigt meist keine oder nur eine hauchartige Deckfarbe, die feinen Lentizellen treten deutlich hervor; die hellbraunen Kerne haben eine deutliche Nase. Als Verwechslerin gilt die Weiße Herbstbutterbirne, die eine Rostkappe besitzt und spätestens Mitte Oktober reif ist. Die Herkunft ist unklar: Nach einer Überlieferung war die Sorte 1782 in Kopertsch/Böhmen vorhanden bzw. wurde vom Pfarrer Langecker in Böhmen aus Samen gezogen und benannt, nach der anderen säte Graf Coloma sie 1788 in Belgien; über van Mons kam sie als Supreme Coloma zu Diel, der sie 1825 als „Colomas köstliche Winterbirne“ beschrieb – Oberdieck hielt 1855 beide Namen für dieselbe Sorte, und vermutlich handelt es sich um eine ältere Sorte, deren Entstehung mehrere Personen für sich reklamierten. 1853 wurde sie auf der zweiten Versammlung deutscher Pomologen zum allgemeinen Anbau empfohlen und später in den meisten Werken bis hin zu Petzold (1989) empfohlen; heute wird sie noch von Baumschulen verbreitet. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenportrait von Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) und dem Porträt des Bergischen Streuobstwiesenvereins; genannte Kernliteratur: Diel (1825), Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Band 2 Nr. 74, Lauche, Deutsche Pomologie (1882, Nr. 12), Stoll, Österreichisch-Ungarische Pomologie (1888, Tafel 44).
Quellen: Liegels Winterbutterbirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. (BSOWV) · Liegels Winterbutterbirne · Birne, Birnensorte: Liegels Winterbutterbirne – Quagga Illustrations
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.