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Harberts Renette

Apfel · Malus domestica

Harberts Renette ist ein Apfel aus Arnsberg in Westfalen, der seit 1828 bekannt ist. Sie zählt zu den am stärksten wachsenden Sorten, wirkt auffällig vital und kann sehr alt werden; deshalb dient sie auch als Unterlage und Stammbildner. 2015 war sie Streuobstsorte des Jahres in NRW. Geerntet wird Ende September bis Anfang Oktober, genussreif ist die Frucht nach der Lagerung von Anfang Dezember bis Ende Januar.

Herkunft
Arnsberg, Westfalen
Seit
1828
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
aufrecht
Gefährdung
vom Aussterben bedroht
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Januar (12A-01E)
Wikidata
Q1584903
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#langlebig#stammbildner#starkwüchsig#streuobstsorte-des-jahres#unterlage#vital

Synonyme: Harbers Ramburrenette, Harbert's Reinette, Harbert's Reinettenartiger Rambour, Harberts Ramburrenette, Harberts Renettenartiger Rambur, Imm-Apfel, Königsapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Harberts Renette gehört zu den am stärksten wachsenden Apfelsorten. Der Baum bildet eine sehr große, breitkugelige bis hochkugelige und ausladende Krone, die Durchmesser von bis zu 12 m erreichen kann und im Alter hängend wird. Die Leitäste streben zunächst schräg aufrecht und gehen später in die Waagerechte. Aufgrund des starken Wuchses ist in den ersten Jahren ein sorgfältiger Aufbauschnitt erforderlich; auch danach sind regelmäßige Auslichtungsschnitte nötig. Die Sorte ist vital und langlebig; die Triebkraft hält bis ins hohe Alter an, sodass ein Verjüngungsschnitt kaum nötig wird. Der Baum ist robust und wenig anfällig für Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs, auch gegen Blutläuse und Pilzkrankheiten unempfindlich. Die Früchte neigen jedoch stark zu Stippe, besonders auf nassen, tonigen Böden. Die Holzfrosthärte ist mäßig, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand ist das Holz frostempfindlich. Die Sorte stellt geringe Bodenansprüche und gedeiht auf leichten wie auf schweren, mineralstoffreichen Böden, bevorzugt aber letztere. Sie ist breit anbaufähig, für kühlere Lagen und Höhen bis etwa 500 m geeignet. Bei Trockenheit fallen die Früchte leicht ab. Als Straßenbaum ist sie in nicht zu rauen Gegenden verwendbar. Der Ertrag setzt spät ein – es können mehrere Jahre vergehen –, ist dann mittelhoch bis hoch und an geeigneten Standorten meist regelmäßig, doch besteht Neigung zur Alternanz. Die spät erscheinende Blüte ist langanhaltend und nach neueren Quellen unempfindlich, eine ältere Quelle beschreibt sie als empfindlich. Die Sorte ist triploid und ein schlechter Pollenspender; als Befruchtungspartner eignen sich Ananasrenette, Gelber Bellefleur, Goldparmäne und Ontario. Für Streuobst ist Harberts Renette aufgrund ihres starken Wuchses eine typische Hochstammsorte und wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Für den Hausgarten ist sie nur bei großen Platzverhältnissen sinnvoll; für Hecken und schwachwachsende Unterlagen ist sie nicht geeignet.

Die Frucht ist ein vorzüglicher Tafel- und Wirtschaftsapfel. Das gelblich-weiße Fleisch ist saftig, mürbe und fein, der Geschmack weinsäuerlich-würzig, feinaromatisch und harmonisch süßsäuerlich mit kräftiger Säure bei hohem Zuckergehalt – renettenartig gewürzt und der Orleansrenette nahekommend, ohne deren Güte ganz zu erreichen. Die Früchte eignen sich für den Frischverzehr, zu Mus und Saft, zum Backen sowie als Marktapfel. Die Pflückreife liegt zwischen Ende September und Mitte Oktober; die Genussreife tritt ab Dezember ein und hält bis in den Januar, nach manchen Angaben bis Februar oder Frühjahr. In der Fruchtreife besteht Neigung zu Fruchtfall, weshalb frühzeitiges und mehrmaliges Durchpflücken der jeweils größten Früchte empfohlen wird.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (etwa 80–100 mm breit und hoch), breit abgestumpft kegelförmig, zum Stiel hin etwas breiter und zum Kelch hin stumpf zulaufend. Die Schale ist glatt und glänzend, nicht fettig, zunächst grünlichgelb, später stroh- bis zitronengelb, sonnenseits hellrot bis orangerot marmoriert oder gestreift, jedoch kaum deckend. Vereinzelte Rostsprenkel sind charakteristisch; die strahlenförmige Berostung um die Stielgrube läuft oft bis über den Grubenrand hinaus. Der Kelch ist mittelgroß und fast geschlossen mit spitz zulaufenden Blättchen. Das Kernhaus ist klein, hohlachsig und offen bis fast geschlossen, die Samen sind oft unvollkommen. Die Herkunft der Sorte ist nicht sicher bekannt, vermutlich entstand sie in einem Kloster in Westfalen. Erstmals wurde sie 1828 von Adrian Diel als „Harbert's Reinettenartiger Rambour“ beschrieben; Diel erhielt die Früchte von Landpfennigmeister Carl Ludwig Anton Maria Harbert aus Arnsberg, der sie ab 1830 von Soest aus verbreitete. 1857 wurde sie von der Versammlung Deutscher Pomologen in Gotha zum allgemeinen Anbau empfohlen und war 2007 Streuobstsorte des Jahres in Saarland/Rheinland-Pfalz.

Nach H.-J. Bannier, Jan Bade, den historischen Beschreibungen von Diel, Oberdieck, Engelbrecht und Lauche sowie den Sortenlisten des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz.

Quellen: Harberts Renette – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.J. Bannier) · Harberts Renette – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Jan Bade) · Harberts Renette – Wikipedia · Harberts Renette – Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz · Harberts Renette – Sortenliste Bitz Streuobst · Harberts Renette – Nach der Arbeit (1935–1956), Obsttafel Nr. 230 · Harberts Renette – Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten · Harberts Renette – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (Oberdieck)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Kann wohl auch als #stammbildner dienen. #starkwüchsig #langlebig #vital #unterlage

War Streuobst Sorte des Jahres NRW 2015. #streuobstsorte-des-jahres .

In der Literatur

Pflückreif sind die Äpfel Mitte Oktober. Sie sollten nicht zu früh geerntet werden, dann halten sich die Früchte bis ins Frühjahr. Bis zur Pflückreife sind die Früchte windfest, dann starker Fruchtfall.
Harberts Renette ist ein ausgezeichneter Apfel für den Frischverzehr, geeignet für Dörrobst, Saft, Mus und zum Backen. Leider haben sich Bäume aus Neupflanzungen in vielen Fällen als Fehllieferung heraus gestellt, daher gibt es kaum junge Bäume die die nächste Generation dieser Sorte bilden könnten

Heute eher selten zu finden, war die Harberts Renette vor 140 Jahren in Westfalen sehr verbreitet. Die Sorte wurde wahrscheinlich im Kreis Soest in Westfalen gefunden. 1828 beschrieb sie der Pomologen Adrian Diel (1756 – 1839) erstmals als Harbert´s Reinettenartiger Rambur. Er hatte den Apfel von dem Landpfennigmeister Carl Herbert (1771 -1832) aus den sauerländischen Arnsberg erhalten. Der Deutsche Pomologenverein empfahl die Haberts Renette 1857 zur Anpflanzung.

Harberts Renette gehört zu den am stärksten wachsenden Sorten und kann sehr alt werden. Sie bildet große, hoch- und breitrunde Kronen mit ausladenden, später hängenden Ästen. Der Baum muss kaum verjüngt werden, da die Triebkraft bis ins Alter anhält. Harberts Renette ist sehr gesund und robust. Sie bevorzugt schwere mineralische Böden. Bei hohem Grundwasserstand ist das Holz frostempfindlich. Auf besonders leichten Sandböden neigen die Früchte zu Stippe, die oft erst im Lager auftritt.  Die Sorte ist von den Höhenlagen bis in die Küstenregion anbaufähig. Die Blüte  ist mittelspät und lang andauernd, dadurch wenig forstanfällig. Haberts Renette beginnt  spät zu tragen, dann jedoch ein hoher, an geeigneten Standorten meist jährlicher Ertrag. Die Frucht ist mittelgroß bis sehr groß, regelmäßig flachkugelig, zum Kelch hin verjüngt. Über die Seiten laufen flache, breite Kanten. Die Fruchtschale ist glatt, mit grünlich gelber, später goldgelber Grundfarbe. Sonnenseitig, besonders zum Stiel hin gestreift oder verwaschen rötlich. Zahlreiche, deutliche bräunliche Schalenpunkte. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, feinzellig, saftig, von erfrischend weinigem Geschmack. Pflückreif sind die Äpfel Mitte Oktober. Sie sollten nicht zu früh geerntet werden, dann halten sich die Früchte bis ins Frühjahr. Bis zur Pflückreife sind die Früchte windfest, dann starker Fruchtfall.
Harberts Renette ist ein ausgezeichneter Apfel für den Frischverzehr, geeignet für Dörrobst, Saft, Mus und zum Backen. Die beste Wuchsform ist der Hochstamm. Für alle kleineren Formen ist die Sorte infolge des starken Wuchses nicht zu empfehlen. Da die Haberts Renette durch die Ausbildung ihrer großen Krone sehr viel Raum einnimmt, ist sie für kleinere Gärten ungeeignet. Auf den Streuobstwiesen des Münsterlandes ist dieser ertragreiche Baum ein Gewinn, von dem auch die folgenden Generationen noch hervorragende Äpfel ernten können. (Karin Rietman)

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

BaumBongertPositionPflanzjahr
465Streuobstplantage RommelshardG072025
097Streuobstplantage SpechtsbergL062024

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
12979605764Harberts Renette%!f(*float64=0xc000aae0e0), %!f(*float64=0xc000aae0e8)
13153790072Harberts Renette%!f(*float64=0xc000aae1a0), %!f(*float64=0xc000aae1a8)

Bilder aus Wikipedia

File:Harberts Renette jm55249.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus Harberts Renette 4442.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons

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