Birne · Pyrus communis
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Barlett of Boston, Delavault, Poire d'Angleterre
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Die Birne, die in Nordamerika als Bartlett – historisch auch „Barlett" geschrieben – bekannt ist, wächst mittelstark mit schräg aufrecht bis steilen Ästen und einer pyramidalen, etwas sparrigen Krone. In der Jugend treibt sie stark und hochgehend; mit einsetzender Tragbarkeit lässt der Wuchs nach, und die Äste werden von der Fruchtlast auseinandergedrückt. Junge Bäume tragen früh, anschließend regelmäßig und hoch – das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt bezeichnet die Sorte als Massenträger mit regelmäßigen, hohen Erträgen. Sie blüht mittelspät und ist diploid, also auf Fremdbefruchtung angewiesen; als Befruchter geeignet sind etwa Conference, Gellerts Butterbirne und Clapps Liebling, ungeeignet ist Gute Luise. Die Sorte lässt sich zu allen Formen ziehen, auch als Hoch- und Halbstamm – wegen der großen Früchte aber nur in ein wenig geschützten Lagen, da sie sonst vom Wind abgeworfen werden; als Wandspalier bewährt sie sich nach der historischen Beschreibung auch in höheren Lagen und an nördlichen Mauern. Auf Quitte gedeiht sie nur ausnahmsweise; üblich ist die Veredelung auf Wildling (Seedling), für kleinere Formen wurde historisch auch die Pastorenbirne als Unterlage genannt. Umpfropfen gelingt gut. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche, solange er nährstoffreich ist; empfohlen werden warme, geschützte Lagen. Auf schwerem Boden ist der Baum wenig winterhart – die historische Tafel berichtet von vielfachen Schäden im Winter 1927/28 –, und einzelne Zweige können im Winter zurückfrieren. Die Gesundheit ist die Schwachstelle: Die Früchte gelten als sehr anfällig für Fruchtschorf, zudem wird der Baum als feuerbrandanfällig beschrieben; ohne regelmäßigen Pflanzschutz sei die Sorte nicht empfehlenswert, im Streuobst und Hausgarten wird vom Anbau abgeraten. Die historischen Tafeln schätzten die Anfälligkeit deutlich geringer ein (schorffreies Laub, Fruchtbefall nur in ungünstigen Lagen). Beim Schnitt sind die zahlreichen Fruchtruten zu schonen; Leitäste werden lang, Fruchtholz mittellang geschnitten, und es darf nicht an der Düngung gespart werden, sonst stellen die Triebe früh ein und die Früchte bleiben klein.
Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist vollschmelzend, sehr saftig und süß, mit je nach Ernttermin mehr oder weniger starkem Muskat- bzw. Gewürzaroma und feiner Säure („auffallend gewürzt"). Pflückreife fällt Ende August bis Anfang September, die Genussreife liegt im September; die Früchte werden rund 8–14 Tage vor der Genussreife gebrochen und halten dann etwa zwei Wochen, im Kühllager bis zu drei Monate. Die Williams Christ ist eine der verbreitetsten Tafelbirnen des weltweiten Erwerbsanbaus; daneben ist sie die klassische Konserven- und Einmachbirne, deren Fleisch eingekocht weiß bleibt, und der Rohstoff des nach ihr benannten Williams-Birnenbrands.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (im Mittel etwa 90 mm hoch und 75 mm breit, bis ca. 180 g schwer), birnförmig und typisch feinbeulig-unregelmäßig. Die dünne Schale ist grünlichgelb und hellt nach gelb auf; eine hauchartige, teils streifige orangerote Deckfarbe kann auftreten; um Kelch und Stiel findet sich Berostung, die Lentizellen sind deutlich sichtbar. Der kräftige, holzige, hellbraune Stiel sitzt in einer deutlichen, etwas beuligen Senkung, meist neben einem kleinen Fleischwulst; der Kelch ist halboffen bis offen mit kurzen, hochstehenden Blättchen. Das Kernhaus ist hohlachsig mit gut entwickelten, hell- bis schwarzbraunen Kernen; gelegentlich bilden sich kleinere, walzenförmige parthenokarpe Früchte. Die Sorte wurde vor 1770 in Berkshire (England) im Garten eines Lehrers Stair gefunden und vom Baumschuler Williams als „Williams' Bon Chrétien" verbreitet; 1797 gelangte sie in die USA, wo ein Herr Bartlett sie unter diesem Namen (Schreibweise auch „Barlett") populär machte – daher der hier gesuchte Name. In Deutschland wurde sie erstmals 1839 von Dittrich erwähnt, in Österreich heißt sie allgemein Williams Christbirne; in den 1920er Jahren gehörte sie zu den drei gewählten Reichsobstsorten. Heute zählt sie zu den weltweit am häufigsten angebauten Birnen; es existiert eine kräftig rot gefärbte Mutante. Die Beschreibung beruht vor allem auf den historischen Sortentafeln der Obstsortendatenbank (Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit", 1935–1956, und „Unsere besten Deutschen Obstsorten", um 1930), dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt, dem Sortenpass der Deutschen Genbank Obst sowie dem Wikipedia-Artikel.
Quellen: Williams Christbirne – Sortentafel Nr. 018 („Nach der Arbeit“, 1935–1956), Obstsortendatenbank · Wolfe's Pecan Nursery – Preisliste (US-Baumschulkatalog) · Gartenflora, 39. Jahrgang 1890 (Regel/Wittmack), Scan
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.