obstdoc — Goldschwänzchen

Goldschwänzchen

Birne · Pyrus communis

Die aus dem Bergischen Land im Rheinland stammende Birne Goldschwänzchen, seit 1842 bekannt, wird von Anfang bis Ende August geerntet und ist in derselben Zeit genussreif. Sie gilt als würzige, säurearme Süßbirne, die roh bekömmlich ist und sich als Brennobst eignet; für Most ist sie zu flach. Der Ertrag setzt früh ein. Die Sorte ist triploid, starkwüchsig und als Befruchter unbrauchbar; ihre Früchte bleiben klein, und die Bäume sind kurzlebig.

Herkunft
Bergisches Land/Rheinland
Seit
1842
Wüchsigkeit
mittel
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Anfang August – Ende August (08A-08E)
Genussreife
Anfang August – Ende August (08A-08E)
Wikidata
Q140700895
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#BergischeLokalsorte#triploid

Synonyme: Gouldsterzken

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Das Goldschwänzchen wächst nur mittelstark und bildet eine mittelgroße Krone mit steilen, teils etwas fahnenartigen Seitenästen und viel kurzem Fruchtholz. Die Bäume werden nicht so alt wie die anderer Birnensorten; die letzten Altbäume im Bergischen Land sind abgestorben, der heutige Bestand geht auf Nachzuchten zurück. Die Sorte ist robust gegenüber Birnenschorf und sonstigen Krankheiten und hinsichtlich der Boden- und Standortverhältnisse breit anbaufähig; wegen des eher schwachen Wuchses werden Standorte mit gutem, nährstoffreichem Boden empfohlen. Als wahrscheinlich triploide Sorte ist sie kein guter Befruchter für andere Birnensorten. Auffällig sind das mittelgroße, ovale, glänzende, stumpf gespitzte und kaum gezähnte Laub sowie hell- bis mittelbraune Jahrestriebe mit auffallend hellen, lose verteilten Lentizellen. Das Goldschwänzchen gehört zu den traditionellen Birnensorten des bergischen Streuobsts und wird im Rahmen von Erhaltungsprojekten wieder etwas verbreitet.

Die kleinen Früchte haben beiges, mittelfestes, feinzelliges und mittelsaftiges Fruchtfleisch von ausgeprägt würzigem, mild süßem Geschmack bei geringer Säure; die griesige Schale ist beim frischen Verzehr etwas störend, die Birne wird daher besser geschält. Trotz des würzigen Geschmacks zählte Hesselmann die Sorte 1880 nicht zur ersten Reihe der Tafelbirnen; verwendet wird sie in erster Linie als Tafelbirne, daneben eignet sie sich auch gut zur häuslichen Verarbeitung, und eine Eignung für Obstbrand wird genannt. Geerntet wird ab August; die Früchte sind dabei baumreif und fest, werden aber nach der Ernte bald druckempfindlich. Die Genussreife tritt etwa zwei Wochen nach der Ernte ein und kann sich je nach Jahreswitterung bis in den September erstrecken.

Die Frucht ist klein, kegel- bis sackförmig, eher hochgebaut, kelchseitig gerundet, am Kelch schmal abgeflacht und oft asymmetrisch schief; die trübgrünlichgelbe Grundfarbe reift auf trübgelb, meist einseitig sitzt eine zimtbraune, raue Berostung auf, dazu tritt eine teils fehlende, kupfer- bis rostrote oder orangerötlich verwaschen gestreifte Deckfarbe auf bis zu einem Fünftel der Frucht. Der kurze (10–14 mm), dicke, grüne und reif fast gelbe Stiel steht meist gerade, öfter schief auf der Frucht, eine Stielgrube fehlt meist; der Kelch ist mittelgroß, halboffen bis offen, das Kernhaus klein und kelchnah, die Kerne oft taub. Als Verwechsler gelten Clairgeaus Butterbirne und Capiaumont. Das Goldschwänzchen ist eine sehr alte, nur regional im Bergischen Land verbreitete Lokalsorte unbekannter Herkunft und ungeklärter Namensbedeutung; sie war nie häufig und überstand nur zufällig. Erstmals belegt ist sie 1842, als der Elementarlehrer John aus Wipperfürth für die Schulbaumschule ein Dutzend Goldschwänzchen als Propfreiser bei der Centralbaumschule in Köln bestellte; 1880 erwähnte der bergische Pomologe Carl Hesselmann sie als Lokalsorte des Bergischen Landes in seinem „Leitfaden der Obstkultur

Quellen: H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Deutsche Genbank Obst – Passport Goldschwänzchen · Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt – Akzessionsliste Birnen · Goldschwänzchen – Hof Großlöderich – Notizen · Land und Golf Club Düsseldorf – „Neue Obstsorten für unseren Platz“ · OpenStreetMap – Node B06 (Baum 100, Goldschwänzchen) · OpenStreetMap – Node H00 (Baum 371, Goldschwänzchen) · Biologische Station Rhein-Berg – Presse-Info zum LVR-Obstsorten-Handbuch 2017 · LiKK e.V. – Goldschwänzchen (Birne)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Vermutlich #triploid #BergischeLokalsorte siehe Bergische Lokalsorten. War fast verloren.

Geht sehr früh in den Ertrag.

In der Literatur

Beschrieben in "Lokale und Regionale Obstsorten im Rheinland".

Das Goldschwänzchen ist eine sehr alte bergische Obstsorte, die bereits 1842 in Pflanzlisten erwähnt wird. Die Sorte war nie häufig und es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass sie überhaupt noch erhalten ist. In den 1970er Jahren wurden Reiser in den Reisermuttergarten in Bonn geliefert. Die Altbäume sind inzwischen alle abgestorben. Eine Feuerbrandinfektion im Jahr 2009 vernichtete zudem den Bestand im Reisermuttergarten. Lediglich auf zwei Jungbäumen in Düsseldorf blieb die ursprüngliche Sorte erhalten und konnte in der Folgezeit wieder etwas verbreitet werden. Die würzige Tafelbirne wird bereits früh im August geerntet und ist etwa zwei Wochen später genussreif. Frucht: kleinere, graubraune, süße Birne mit goldgelben Stielansatz.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 4

BaumBongertPositionPflanzjahr
IBKPPghSortenerhaltungskultur Bergheimer DreieckE102023
7gvgrSteinacker
100Streuobstplantage GartenfeldC152024
371Streuobstplantage GartenfeldHH072025