obstdoc — Jakob Lebel

Jakob Lebel

Apfel · Malus domestica

Jakob Lebel ist eine alte Apfelsorte aus Amiens in Nordfrankreich, die seit 1825 bekannt ist. Die Früchte werden Ende September bis Anfang Oktober geerntet und reifen nach einer Lagerzeit von Ende Oktober bis Ende Januar zum Genuss. Die Sorte gilt als starkwüchsig und verträgt trockene Sandstandorte, weshalb sie für den Streuobstanbau und rauere Lagen empfohlen wird. Der Wuchs ist jedoch sperrig und schwer zu erziehen, da Jungbäume häufig keine geraden Stämme bilden; empfohlen wird daher eine Veredlung auf Stammbildner. Daneben findet die Sorte Verwendung als Unterlage.

Herkunft
Amiens, Département Somme, Nordfrankreich
Seit
1825
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breitausladend
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Blüte
06.05.-21.05.
Genussreife
Ende Oktober – Ende Januar (10E-01E)
Wikidata
Q280823
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Backobst Dörrobst

#extremlagen#stammbildner#starkwüchsig#unterlage

Synonyme: Double des Vosges, Huileuse, Iakob Lebel, Jacob Lebel, Jacques Lebel, Jakobek, Lebelovo, Meklenburger Gelber, Monstrueux des Vosges, Pomme à beignets, Poumart, Zhak Lebel

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst sehr stark und bildet eine breit ausladende, schirmartige Krone mit im Alter nahezu waagerechten Leitästen. Die Jahrestriebe sind dick und neigen sich unter der Fruchtlast. In der Baumschule wachsen die Stämme oft krumm, entwickeln aber am endgültigen Standort rasch starke, buschige Kronen. Ein Rückschnitt über mehrere Jahre ist nötig, um die Krone höher aufzubauen. Als Straßenbaum ist die Sorte wegen der breit auseinanderstrebenden Äste nicht geeignet; sie wird vor allem als Hoch- und Halbstamm für den landwirtschaftlichen Obstbau und für Streuobstwiesen empfohlen. Der Baum gilt als frosthart und kommt auch in rauen, höheren Lagen gut fort – aus der Schweiz wird berichtet, dass er noch auf 900 m Höhe ausreift. An den Boden stellt Jakob Lebel nur geringe Ansprüche und gedeiht selbst auf mageren Böden. In schweren, fetten Böden neigen die Früchte zu Stippe, in feuchten Lagen ist die Sorte schorfanfällig. Auch für Obstbaumkrebs und Läuse besteht eine gewisse Anfälligkeit. Der Ertrag setzt früh ein, ist reich, neigt jedoch zum Alternieren. Wegen des losen Fruchtsitzes ist ein windgeschützter Standort ratsam. Die Sorte ist triploid und liefert schlechten Pollen; als Befruchter ist sie ungeeignet. Bewährte Pollenspender sind Goldparmäne, Baumanns Renette, Gelber Bellefleur, Cox' Orange und Ontario. Die Blütezeit ist mittelspät.

Die Früchte sind in erster Linie Wirtschaftsäpfel: ein vorzüglicher Koch- und Backapfel, der beim Backen gut die Form hält und früher bei Bäckereien sehr beliebt war. Auch zum Mosten, Dörren und für die Saftbereitung ist die Sorte geeignet. Bei voller Genussreife können gut besonnte Früchte auch als Tafelapfel überzeugen. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, mürbe bis markig, sehr saftig und von angenehmer, weiniger Säure ohne besondere Würze; das Aroma wird als leicht beeren- und veilchenartig beschrieben. Die Pflückreife erstreckt sich von Mitte September bis in den Oktober; zum Frischverzehr sollten die Früchte möglichst spät geerntet werden. Ungekühlt sind sie bis November haltbar, im Kühllager bis Januar. Auf dem Lager entwickelt die Schale einen auffällig starken, fettigen Wachsüberzug. In der Fruchtreife tritt starker Fruchtfall auf, sodass der richtige Erntetermin schwer zu bestimmen ist und große Früchte vorzeitig ausgepflückt werden sollten.

Die Frucht ist groß bis sehr groß, flachrund und etwa 6–7 cm hoch bei 8–10 cm Breite, mit breiten, flachen Rippen um den Kelch. Die glatte, glänzende Schale ist zunächst gelblichgrün und wird bei der Reife schön gelb, auf der Sonnenseite mit roten Streifen oder Flammen. Berostung tritt kaum auf, gelegentlich an der Stielhöhle. Der Stiel ist kurz und dick, der Kelch geschlossen und wollig. Die Sorte wurde um 1825 von Jacques Lebel in Amiens (Nordfrankreich) gefunden und ab 1849 von der Baumschule Leroy in den Handel gebracht. In den 1920er-Jahren zählte Jakob Lebel zu den drei Reichsobstsorten. Nach H.-J. Bannier, ProSpecieRara, Josef Traxler und den historischen Sortenbeschreibungen von Engelbrecht sowie „Unsere besten Deutschen Obstsorten“.

Quellen: Jakob Lebel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Jacques Lebel – National Fruit Collection · Jakob Lebel – ProSpecieRara · Jakob Lebel – Wikipedia · Jakob Lebel – Engelbrecht (1889), Deutschlands Apfelsorten · Jakob Lebel – Nach der Arbeit, Obsttafel Nr. 354 · Jakob Lebel – Unsere besten Deutschen Obstsorten, Tafel Nr. 28 · Jakob Lebel – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#stammbildner #unterlage

#starkwüchsig , geringe Ansprüche an den Boden, Frucht windgefährdet.

Wird für trockene Sandstandorte erwähnt.

Gilt generell als Experte für Höhenlagen und #extremlagen . Das hat wohl auch mit den vielen und ehr Kleinen Stomata auf den Blättern zu tun.

Bester Backapfel.

In der Literatur

Eine für den Streuobstanbau und rauere Lagen empfehlenswerte Obstsorte, deren Früchte gute Verwertungseigenschaften haben. Aufgrund des ungleichmäßigen Wuchses der Jungbäume empfiehlt sich eine Veredlung auf Stammbildner. Sorte war früher bei Bäckereien sehr beliebt. Die starkwachsende, triploide Sorte bildet eine breit ausladende, schirmartige Krone mit im Alter nahezu waagrechten Leitästen. Jungbäume bilden häufig keine geraden Stämme. Die Blüte erscheint mittelfrüh und ist langanhaltend. Ertrag mittelfrüh einsetzend, hoch, aber alternierend. Etwas anfällig gegen Holzfrost und Schorf.

Gut durchlüftete Standorte bevorzugen, geschlossene Lagen meiden (Schorf); auf staunassen Böden etwas anfällig für Obstbaumkrebs.

Der stark wachsend Baum bevorzugt leichte bis mittlere Böden und sollte windgeschützt stehen (Fruchtfall). Auf nassen Böden ist er krebs- und stippeanfällig und generell schorfanfällig. Jakob Lebel blüht lang anhaltend, weist jedoch eine ausgeprägte Alternanz auf.

Der Ertrag nach Anpflanzung setzt früh ein. Jakob Lebel zählte Anfang des vorigen Jahrhunderts  zusammen mit dem Bohnapfel und dem Ontario zu den drei Reichsobstsorten.

Baum starkwüchsig und fruchtbar, etwas krebsanfällig, typischer Küchenapfel, guter Back- und Mostapfel, Schale beim Lagern stärker fettend.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

BaumBongertPositionPflanzjahr
CEpG8ttObst-Arboreum Gut Leidenhausen
IStreuobstplantage GartenfeldM161930
115Streuobstplantage SpechtsbergG022024

Weitere OSM-Bäume 18

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Bilder aus Wikipedia

File:Jacques Lebel.jpg
User:MarkusHagenlocher · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Ailly-le-Haut-Clocher, Apple festival 04 et 05-11-2023 (apples) (20) - Jacques Lebel.jpg
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File:Ailly-le-Haut-Clocher, Apple festival 04 et 05-11-2023 (apples) (53) - Jacques Lebel.jpg
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File:Apfelsorten battice.jpg
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El tommo · CC0 · Commons
File:Cross section of Jacques Lebel, National Fruit Collection (acc. 1949-110).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Jacques Lebel on tree, National Fruit Collection (acc. 1949-110).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Jacques Lebel, Ailly-le-Haut-Clocher, Somme, Fr,Apple festival 03et04-11-2018 (116).jpg
APictche · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Jacques Lebel, Ailly-le-Haut-Clocher, Somme, Fr,Apple festival 03et04-11-2018 (96).jpg
APictche · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Jacques Lebel, Mons-Boubert, Somme, Fr, expo du 29-10-2017 (67).jpg
APictche · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Jacques Lebel, Mons-Boubert, Somme, Fr.JPG
APictche · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Jakob Lebel (apple) jm179965.jpg
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File:Jakob Lebel - Jaques Lebel Küchenapfel.jpg
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joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Jakob Lebel.JPG
JörgHSK · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Malus Jakob Lebel 4434.jpg
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File:Malus-Jakob-Lebel.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 2.0 de · Commons

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