obstdoc — Bresüthe

Bresüthe

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Rheinland
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hochkugelig, überhängend
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Genussreife
Ende September – Ende Dezember (09E-12E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst

Synonyme: Breitsüßer

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der „Bresüthe" wächst stark und bildet große, meist hochkugelige, mitteldicht verzweigte Kronen, die im Außenbereich etwas überhängen; die kräftigen Jahrestriebe sind graurötlich gefärbt. Die Sorte gilt als wenig anfällig gegenüber Schorf, Krebs und Mehltau und wird insgesamt als robuste Streuobstsorte beschrieben. Sie ist triploid und trägt deshalb auch im Alter noch ausreichend große Früchte, ist wegen der Triploidie aber ein schlechter Pollenspender für andere Sorten, sodass in der Nachbarschaft weitere Befruchtersorten stehen sollten. Ihr Schwerpunkt liegt im rheinischen Streuobst, wo sie sich noch auf alten Hochstämmen erhalten hat.

Die Frucht ist ein ausgesprochener Süßapfel: das Fleisch schmeckt mild süßlich, völlig ohne Säure und mit nur leichtem Aroma, es ist nur mäßig saftig und wird nach Lagerung relativ trocken. Entsprechend war die Sorte kein Tafelapfel, sondern Wirtschaftsobst – sie gehörte zu den Süßäpfeln, die früher im Rheinland von den Krautfabriken aufgekauft und zu Apfelkraut verarbeitet wurden; heute werden die Früchte der noch vorhandenen Bäume in der Regel in den Mostereien mitverarbeitet. Die Ernte erfolgt etwa Ende September bis Anfang Oktober, gelagert werden können die Früchte bis etwa Dezember; ältere Angaben (1919, unter dem Namen „Breiter Süßer") nennen eine Haltbarkeit bis in den Januar.

Pomologisch ist die Frucht mittelgroß bis groß, abgerundet kegelförmig und unregelmäßig rundkantig, die Schale glatt, mattglänzend bis glänzend und nach Lagerung wachsig oder fettig; die Kelchblätter sind kurz und hell befilzt, im Ansatz meist grün und breit, die Stielgrube mittelweit bis weit, der Stiel kurz, das Fruchtfleisch grünlich-weiß und mittelfein bis etwas grobzellig. Als Verwechsler werden Doppelter Härtling, Sonnenwirtsapfel, Baldwin, Rheinischer Winterrambur und (mit Einschränkung) Flandrischer Rambur genannt. Die Herkunft ist unbekannt; die Sorte kommt in Deutschland offenbar nur im Rheinland vor, namentlich entlang des Rheins im Raum Düsseldorf und vor allem am Niederrhein, wo sie mehreren Besitzern noch unter dem Namen Bresüthe bekannt war. Als Synonym gilt „Breitsüßer" bzw. „Breiter Süßer"; vermutlich ist auch die 1890 im „Verzeichnis der in der Rheinprovinz für Großcultur empfehlenswerten Obstsorten" für den linksrheinischen Niederrhein „zur Krautfabrikation" genannte Sorte „Der dicke Süße" mit ihr identisch. Sie wird als stark gefährdete Regionalsorte eingestuft; die maßgebliche Beschreibung stammt von Hans-Joachim Bannier im LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland" (2010), auf das sich auch die amtlich anerkannte Beschreibung des Bundessortenamtes stützt. Erhaltung und Reiserabgabe erfolgen u. a. über die NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath im Kreis Heinsberg.

Quellen: Bresüthe – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Beschreibung Obstsorte: Bresüthe R – Pomologen-Verein · LWG Bayern – Sortenschilder 2025: Apfel (PDF) · Bundessortenamt – Gesamtliste der Obstsorten, Apfel (PDF) · BUND Lemgo – LVR-Netzwerk Kulturlandschaft: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland (Sortenliste, PDF)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.