Kirsche · Prunus avium
Tafelobst Wirtschaftsobst
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Die Hedelfinger Riesenkirsche wächst in der Jugend sehr stark und aufrecht und bildet eine hochkugelige Krone, die später mehr in die Breite geht; mit zunehmendem Alter lässt die Wuchskraft nach. Sie gehört nicht zu den Frühträgern — der Ertrag setzt erst ein, wenn der starke Wuchs nachlässt, fällt dann aber reich, hoch und regelmäßig aus, auch wenn andere Kirschen versagen. Der Baum stellt keine großen Ansprüche an den Boden, bleibt gesund und leidet wenig unter Gummifluss; gegen Spätfröste ist er wenig anfällig. Die Sorte gilt als sehr anpassungsfähig und gedeiht auch in kühlen Lagen auf leichten Böden bis an die Anbaugrenzen. Die historische Obsttafel empfiehlt sie besonders für den landwirtschaftlichen Obstbau, also das Streuobst.
Das festfleischige, abknackende, knorpelkirschartige und dunkel gefärbte Fruchtfleisch ist mäßig saftig, löst sich schlecht vom Stein und schmeckt „sehr wohlschmeckend und würzig" bzw. ausgewogen süßsäuerlich-herzhaft. Die Frucht eignet sich für Rohgenuss und Haushalt und ist wegen ihrer Festigkeit gut transport- und versandfähig. Nachteilig: Bei Regen kurz vor der Ernte springen die Früchte leicht auf (geringe Platzfestigkeit), und bei längerer Aufbewahrung verlieren sie den Glanz. Die Reifezeit liegt mittelfrüh bis mittel, nach heutiger Zählung in der 5.–6. Kirschwoche (ab Mitte Juli), während die historische Tafel die dritte Woche der Kirschenzeit nennt. Zur Befruchtung werden Büttners Rote Knorpelkirsche, Schneiders Späte Knorpelkirsche und Kordia angegeben; ihrerseits dient die Sorte mehreren anderen Sorten als Pollenspender, so nennen sie etwa die Listen für Büttners Rote Knorpelkirsche und Napoleon.
Die Frucht ist groß bis sehr groß, stumpfoval bis länglich eiförmig (22 mm hoch, 21 mm breit, 18 mm dick) und sitzt an einem hellgrünen, meist langen, dünnen und oft ungleich langen Stiel in weiter Einsenkung, wodurch die Früchte meist schief hängen. Die zähe Haut färbt sich über braunrot mit dunkleren Flecken auf hellerer Grundfarbe in der Vollreife braunrot bis schwärzlich mit mattem Glanz; Punkte und Strichelchen sind über die ganze Frucht zerstreut. Der Stein ist länglichoval mit stumpfer Spitze und sehr breiten, tiefen Furchen. Die Sorte wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Hedelfingen bei Stuttgart gefunden, gelangte unter dem Namen „Wahlerkirsche" nach Hohenheim, wo sie ihren heutigen Namen erhielt, und zählt zu den bekanntesten und verbreitetsten Kirschen. Die Beschreibung beruht auf der historischen Obsttafel 225 („Unsere besten Deutschen Obstsorten", Bechtholdverlag, ca. 1930) und der Sortenliste der Stadt Walldorf; in der Deutschen Genbank Obst ist zudem ein Erhaltungs-Typ „Hedelfinger Typ Diemitz" dokumentiert (Provinzial-Obstgarten Diemitz bei Halle/Saale, Erwähnung um 1930).
Quellen: Obstsortendatenbank – Obsttafel 225: Hedelfinger Riesenkirsche (PDF) · Stadt Walldorf – Kirschensorten für Streuobstwiesen (PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.