Apfel · Malus domestica
Der Rote Mond ist ein seit 1914 bekannter Apfel russischer Herkunft, der als robust und sehr frost- und witterungsbeständig gilt, für Schorf allerdings etwas anfällig ist. Geerntet wird von Ende August bis Ende September, gegessen wird die Frucht nach kurzer Lagerung im Oktober. Zucker enthält sie wenig, Säure viel, was sie zu einem kräftigen Mostapfel und einem guten Backapfel macht. Die Blüte kommt früh und ist diploid, die Sorte eignet sich damit als Befruchter.
Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst
Synonyme: Blutapfel, Roter Standard, Weirouge
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Der Rote Mond wächst mittelstark mit mittlerer Verzweigung; er wird meist als Hoch- oder Halbstamm erzogen und gilt als sehr genügsam und anspruchslos. Als Züchtung für das kalte, raue Kontinentalklima Russlands ist er frost- und witterungsbeständig; die vergleichsweise frühe, rosafarbene bis rote Blüte (April bis Mai) gilt als frost- und witterungsverträglich, sodass der Anbau auch in spätfrostgefährdeten Regionen in der Regel möglich ist. Gegenüber Apfelschorf ist die Sorte widerstandsfähig, bei ungünstigen Bedingungen jedoch mehltauempfindlich. Der Ertrag ist hoch und fällt mit einer passenden Befruchtersorte in der Nähe – genannt werden Weißer Klarapfel, Elstar und James Grieve – besonders reich aus; zugleich ist der Rote Mond selbst ein guter Pollenspender. Ertrag und Farbbrillianz steigen auf sonnigem Standort mit nährstoffreichem Boden, regelmäßiger Schnitt fördert Verzweigung und Fruchtansatz. Auffällig ist, dass neben Schale und Fruchtfleisch auch die Blüten, das junge Laub und das Holz rötlich gefärbt sind.
Die Früchte schmecken saftig, aromatisch und würzig-sauer, voll ausgereift süßsäuerlich mit knackigem, bräunungsresistentem Fleisch; für den puren Frischverzehr ist die säurebetonte Frucht deshalb nur bedingt geeignet. Breiter einsetzbar ist sie in der Küche: zum Backen, für Apfelmus und Konfitüren – die intensive Rotfärbung bleibt dabei erhalten – sowie als Most- und Saftapfel, der einen sehr roten Saft liefert, der wegen seiner Säure gern mit süßeren Sorten verschnitten wird; auch zum Dörren wird sie verwendet. Geerntet wird ab Ende September bis in den Oktober; für eine kräftige Fleischfarbe sollten die Äpfel möglichst lange am Baum hängen. Die Früchte sind pflück- und genussreif und lassen sich kühl und dunkel bis in den März lagern (nach anderer Angabe bis ins Frühjahr); Temperaturen unter 4 °C verträgt die Sorte nicht, und erst nach einigen Wochen Lager sammelt sich das volle Aroma.
Pomologisch handelt es sich um kleine bis mittelgroße, flachrunde bis walzenrunde, oft etwas unregelmäßig geformte Früchte mit gleichmäßig tiefrot überzogener Schale, großem, teilweise offenem Kelch und kurzem Stiel. Das Fruchtfleisch ist intensiv rot und klingt um das Kernhaus rosa bis weiß aus; auch die Kerne sind rot. Die Sorte entstand Anfang des 20. Jahrhunderts bei Iwan W. Mitschurin in Russland aus Nachkommen des rotfleischigen Wildapfels Malus niedzwetzkyana – nach anderer Lesart aus dessen Kreuzung mit 'Antonovka' – und wurde um 1915/16 zunächst als 'Roter Standard' geführt, später 'Roter Mond' genannt. Um 1920 empfahl der Karlsruher Professor Gustav Rupp ihren flächigen Anbau in Baden; die Verbreitung in Deutschland kam im Nationalsozialismus weitgehend zum Erliegen. In den 1990er Jahren fand sich ein entsprechender Baum am Wissenschaftszentrum Weihenstephan; der 1999 gestellte Sortenschutzantrag 'Weirouge' wurde zurückgenommen, nachdem die Übereinstimmung mit dem Roten Mond erkannt worden war. Heute ist die Sorte eine gepflegte Liebhaber- und Erhaltungssorte, dient als Ausgangsmaterial rotfleischiger Neuzüchtungen wie 'Baya Marisa' und wird als 'Weirouge' bzw. 'Blutapfel' (Blood Apple) vermarktet – wobei das alte deutsche 'Blutapfel' (Diel, Illustrirtes Handbuch, Engelbrecht) eine pomologisch andere Sorte mit gelblichweißem Fleisch bezeichnet, mit der der Rote Mond nicht verwechselt werden darf. Die Darstellung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Plantura, dem Eintrag bei Pomiferous, der lokalhistorischen Abhandlung des AHNU Bad Schönborn und einem Beitrag auf Streuobst.Land.
Quellen: Roter Mond Apfel: Eigenschaften, Anbau & Ernte – Plantura Magazin · Roter Mond – Pomiferous · Die Geschichte des rotfleischigen Apfels 'Roter Mond' – AHNU Bad Schönborn · Alte Apfelsorte: Roter Mond – Streuobst.Land · Blutapfel – Sortenkarte der Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Nr. 651 Blutapfel (Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten) – Scan, Obstsortendatenbank
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Auch bekannt als Weirouge. Rote Schale und ihr vollständig rotes Fruchtfleisch.
• Blüte früh und diploid • rotfleischig, wenig Zucker, viel Säure • benötigt gut durchlüftete mStandorte, ansonsten breit anbaufähig • robust, sehr frost- und witterungsbeständig, etwas schorfanfällig • regelmäßige Schnittpflege • Ertrag hoch • Befruchtersorten: Weißer Klarapfel, Elstar, James Grieve
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 082 | Streuobstplantage Spechtsberg | M08 | 2024 |
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