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Altländer Pfannkuchenapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Altes Land bei Hamburg
Seit
1905
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Wuchsform
breit, überhängend
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang Oktober – Ende Oktober (10A-10E)
Blüte
spät
Genussreife
Anfang Dezember – Ende Juni (12A-06E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Brennobst

Synonyme: Altländer Winterapfel, Echter Pfannkuchenapfel, Pfannkuchenapfel, Thurgauer Kent, Zaienapfel, Zeienapfel der Ostschweiz

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Altländer Pfannkuchenapfel wächst schwach bis mittelstark und ergibt mittelgroße Bäume. In der Jugend stehen die Triebe sehr steil; später kippen die Äste unter der Fruchlast stark ab, sodass ältere Bäume eine breite, außen stark überhängende Krone ausbilden (H.-J. Bannier). Die Sorte ist diploid. Sie gilt als robust und nur wenig krankheitsanfällig; FRUCTUS stuft die Schorfanfälligkeit als schwach ein, während Bannier etwas Mehltau verzeichnet, ansonsten sei die Sorte schorfest und robust. Der Ertrag setzt erst spät ein, ist dann hoch, aber nicht regelmäßig (Neigung zur Alternanz). Als Standort werden gut mit Feuchtigkeit versorgte, nährstoffreiche Böden und luft- und bodenfeuchte Lagen angegeben; trockene Gebiete eignen sich nicht, dagegen wird die Sorte für Küstengebiete als geeignet und eher für kühle Lagen beschrieben. Die Blüte erscheint spät, gilt aber als frostempfindlich, und auch das Holz wird als frostempfindlich bezeichnet. Für den extensiven Streuobstanbau wird die Sorte mehrfach empfohlen: Sie gehört in Norddeutschland zum Standardsortiment für Streuobstwiesen, wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen und sollte als Hochstamm auf einem Stammbildner erzogen werden. Als Befruchtersorten werden Goldparmäne und James Grieve genannt (Baumschulangabe).

In der Nutzung ist der Altländer Pfannkuchenapfel ein Wirtschaftsapfel: Die Früchte sind fest und bleiben ohne besonderes Aroma; das Geschmacksurteil liegt auf einer Skala mit 1=sehr gut bei 3−. Der Geschmack ist süßsäuerlich mit nur leichtem Aroma, das saftige Fleisch zur Erntezeit deutlich sauer. Zum Jahreswechsel verliert sich die Säure, sodass die Frucht von da an auch als Tafelapfel genossen werden kann. Geerntet wird Mitte bis Ende Oktober; die Genussreife setzt je nach Quelle ab Dezember oder ab Februar ein. Die Sorte ist eine lang haltende Lagersorte: Die Früchte halten bis April bzw. sechs Monate, nach FRUCTUS im Kühllager bis Mai, z. T. mit Ausfällen durch Schalenbräune; große Früchte wurden früher als Küchenapfel bis Juni aufbewahrt. Verwendet wird er zum Backen, Kochen, für Mus und zum Keltern; beim Saften dient er als Zugabe zu süßen Äpfeln, FRUCTUS führt ihn als Most- und Kochapfel.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, flachkegel- bis kegelförmig bzw. breitkugelig-flach, häufig unregelmäßig, im Querschnitt mit breiten Kanten; vom Kelch ziehen sich schwache Wülste bis zur Fruchtmitte. Die Grundfarbe ist grünlichgelb und hellt nach gelb auf, die Deckfarbe ist typisch streifig ziegelrot; sehr auffällig sind die hell umhöften Lentizellen, daneben existiert eine rote Mutante. Der Kelch ist geschlossen mit weiß bemehlten Kelchblättern, der Stiel holzig, am Ende keulig verdickt und schaut deutlich aus der weiten Stielgrube heraus. Die Schale ist hart und zäh, das Fleisch grünlichweiß, fest und saftig; zu verwechseln ist die Sorte vor allem mit dem Roten Eiserapfel. Entstanden ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als Zufallssämling im Alten Land bei Hamburg; das in der Literatur oft genannte Entstehungsjahr um/vor 1840 geht auf Koloc (1963) zurück und wird von Jens Meyer als unbelegt zurückgewiesen, erstmals erwähnt wird die Sorte von Heeschen 1905. In der Erntestatistik des Alten Landes von 1939 stand sie bereits an fünfter Stelle, die breite Verbreitung in Norddeutschland erfolgte vor allem in den 1950er/60er Jahren. Früher eine gängige Erwerbs- und Marktsorte, wird sie heute nur noch von Liebhabern angebaut, steht auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland und wurde 2006 zur Streuobstsorte des Jahres in Norddeutschland gewählt. Synonyme sind Echter Pfannkuchenapfel, Pfannkuchenapfel und Altländer Winterapfel; in der Schweiz kommt die Sorte nur selten vor, meist unter den Namen Thurgauer Kent, Zeienapfel der Ostschweiz oder Zaienapfel. — Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Jens Meyer (obstsortenerhalt.de) und H.-J. Banniers Porträt beim Bergischen Streuobstwiesenverein, ergänzend FRUCTUS, Wikipedia und 1000obstbaeume.de.

Quellen: Altländer Pfannkuchenapfel – Sortenporträt H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein) · Altländer Pfannkuchenapfel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de) · Altländer Pfannkuchenapfel – FRUCTUS Sortenporträt · Altländer Pfannkuchenapfel – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Altländer Pfannkuchenapfel – wunschapfel.de · Altländer Pfannkuchenapfel (wurzelnackt) – Arboterra (Baumschul-Shop) · Apfelbaum 'Altländer Pfannkuchenapfel' – alte-obstsorten-online.de (Shop)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-03). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.