Birne · Pyrus communis
Die Birnensorte Veldenzer, seit 1801 in Südwestdeutschland bekannt, wird Ende September bis Mitte Oktober geerntet und erreicht ihre Genussreife nach der Lagerung von Anfang Oktober bis Ende Januar. Der stark wachsende Baum bildet eine schmale, aufrechte Krone und verträgt trockene, sandige Standorte; wegen dieser Eigenschaften wurde er als Straßenbaum empfohlen. In der Pfalz galt die Sorte als Winter-Wirtschafts- und Mostbirne. Ihr Ertrag setzt spät ein, und das Holz ist winterfrostempfindlich.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst Brennobst
Synonyme: Faulenzer, Fellenzer, Große Winterrusselet, Schmeelbeer, Schmehlbirne, Schmittbirne, Winter Frankfurter
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Der Veldenzer wächst stark und bildet aufstrebende, schlanke Kronen; er wird alt und hoch („starkwüchsig, bildet hohe alt werdende Bäume“ – Gartenakademie RLP). Das Laub ist sehr gesund, die Blüte erscheint mittelspät mit neun Einzelblüten pro Knospe, so das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt. Die Sorte gilt als anspruchslos an Boden und Lage und ist breit anbaufähig; der Obstgarten nennt auch sandige Böden als geeignet und listet sie für Weinlagenklima. Für die Streuobstwiese und den extensiven Obstbau wird sie ausdrücklich empfohlen, auch als Straßenpflanzung kommt sie in Betracht: Im Illustrirten Handbuch der Obstkunde heißt es, sie eigne sich zur Pflanzung an Straßen, weil die Früchte vom Baum roh ungenießbar sind und damit nicht angriffslustig. Der Ertrag setzt spät ein und ist hoch (Obstgarten.biz); der alte Text der „Besten Deutschen Obstsorten“ (Tafel 32) berichtet, der Baum trage früh, reichlich und ziemlich regelmäßig, stuft die Fruchtbarkeit aber nur als mittelmäßig ein und meint, die Bäume würden nach mehrfachen Beobachtungen kein hohes Alter erreichen und kränkelten früh, würden spitzendürr und krebsig; die dort gerühmte große Anspruchslosigkeit an Boden und Lage sei demnach nicht in dem Maße vorhanden, wie allgemein behauptet. Stark und häufig trete Schorf auf. Andererseits überstand die Sorte in Meiningen nicht den strengen Winter 1855/56 (−26 °R): Der Baum erfror völlig – ein Hinweis auf begrenzte Winterfrosthärte des Holzes. In Südwestdeutschland in Altbeständen noch regelmäßig vorkommend, sind die Bestände überaltert und es wurden nicht genügend Jungbäume nachgepflanzt (Erhalternetzwerk); die Sorte gilt als vom Aussterben bedroht. – Die Frucht ist säuerlich-herbsüßlich bis würzig-süß mit anfangs etwas Gerbstoff und festem, feinkörnigem Fleisch; sie ist am Baum roh ungenießbar und braucht die Lager. Erntereif ist sie ab Anfang bis Mitte Oktober (nach anderen Angaben ab Ende September), dann bis Ende Januar, teils bis in den Februar, lager- und genussfähig; bei guter Behandlung hielt sie sich mitunter bis gegen den Frühling, die Kochbirnen-Nutzung von Dezember bis Januar wird empfohlen. Sie ist eine vielseitige Winter-Wirtschaftsbirne (Kochbirne, Einmachen, Schnitze, Dörren, zum Brennen, Mosten und Weinbereitung), dient aber auch als Tafelbirne. Die mittelgroße bis eher kleine, birnen- bis kegelförmige Frucht ist oft nur einseitig eingeschnürt und am Stiel spitz ausgezogen; der lange (2,5–3,5 cm), dünne, oft leicht gebogene Stiel geht mit Fleischringeln ins Fruchtfleisch über, der Kelch ist offen, sternförmig bis hornig, die Kelchgrube eng, leicht eingesenkt, mit Rostflecken. Die Grundfarbe ist hellgrün, hellt nur wenig auf; die Deckfarbe ist ein orangeroter bis trüb-/blutroter Hauch, der bis zu einem Viertel bzw. sonnenseitig verwaschen überzieht, die Lentizellen sind in der Deckfarbe deutlich rot umhöft, die Schale feinnarbig, Rostnetze und -flecken häufig; das Fruchtfleisch ist grünweißlich bis weiß, saftig, das kleine Kernhaus geschlossen bis ganz leicht geöffnet, mit teils gut, teils schlecht ausgebildeten Kernen mit deutlicher Nase. – Die Herkunft liegt im Dunkeln: Es gebe Unklarheiten, weil Beschreibungen unter verschiedenen Namen entstanden; Diel beschrieb die Sorte vermutlich zuerst 1801 als „Große Winterrusselet“ und erwähnte schon das Synonym (Faulenzer), Jahn beschrieb sie 1860 dann unter dem Namen Veldenzer; Dochnahl hält sie für möglicherweise mit Diels Großer Winterrusselet identisch, für die Pfalz wurde sie 1781 erwähnt (Pfalz vor 1759/Dannenfels bzw. 1781), der Bezug zur ehemaligen Grafschaft Veldenz ist unklar, und eine Identität mit der alten französischen Sorte „Große Winterrousselet“ ist möglich. Die Verbreitung erstreckt sich über Südwestdeutschland – Baden, Rheinbayern (Pfalz), Elsass, Franken und das Nassauische –, wo die Sorte früher eine der häufigsten Birnen der Pfalz war, vor allem an Landstraßen. Verwechslbar ist sie mit der „späten“ Stuttgarter Geishirtle (ähnliche Lentizellen-Umhöfung/Farbgebung) und mit Sterckmans Butterbirne, die stärker eingeschnürt ist. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jan Bade, 2024), dem DGO-Sortenpass, der Pfälzer Obstbaum-des-Jahres-Broschüre der Gartenakademie RLP, obstgarten.biz sowie den historischen Werken Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (Nr. 236) und „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ (Tafel 32) in der BUND-Obstsortendatenbank.
Quellen: Veldenzer · Veldenzer · Veldenzer · „Unsere besten Deutschen Obstsorten“, Veldenzer, Tafel 32 (BUND-Obstsortendatenbank, PDF) · Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Nr. 236 Veldenzerbirne (BUND-Obstsortendatenbank, PDF) · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Der Baum wächst stark, bildet aufstrebende schlanke Kronen. Das Laub ist sehr gesund. Die Blüte erscheint mittelspät mit 9 einzelnene Blüten pro Knospe.
Anbaueignung: Als sehr vielseitig verwendbare, lagerfähige Birne, sehr gut für die Streuobstwiese und den extensiven Obstbau geeignet.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| iGRYYMU | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | F07 | 2023 |