Apfel · Malus domestica
Synonyme: Crede's blutroter Wintertäubling, Crede's blutrother Winter-Täubling, Pigeonnet Credé
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Der Baum von Credes Taubenapfel wächst nach Hans-Joachim Bannier eher mittelstark bis schwach und bildet eine eher kleine Krone mit feintriebiger, im Außenbereich hängender Verzweigung. Für die Anzucht als Hochstamm wird deshalb empfohlen, die Sorte in die Krone eines Stammbildners zu veredeln (Zwischenveredlung). Sie kommt relativ früh in den Ertrag; bleibt die Schnittpflege aus, neigt sie zu Kleinfrüchtigkeit und vorzeitigem Vergreisen. Die Baumgesundheit gilt trotz einer leichten Anfälligkeit für Schorf und Krebs insgesamt als gut. Die Blüte setzt spät ein; als diploide Sorte ist Credes Taubenapfel ein guter Befruchter für andere, ebenfalls eher spät blühende Apfelsorten. Das Laub ist klein bis mittelgroß und mittel- bis hellgrün, die jungen Jahrestriebe sind weinrötlich und fein punktiert.
Die Pflückreife liegt etwa Anfang bis Mitte Oktober; in einem guten Obstlager halten die Früchte bis weit in den Winter hinein, nach der historischen Beschreibung von Engelbrecht (1889) reicht die Genussreife von Januar bis Juni. Das Fruchtfleisch ist mild süßsäuerlich ohne ausgeprägtes Aroma und wird bei längerer Lagerung etwas mürbe; die relativ harte, mitteldicke bis dicke Schale wird beim Kauen als störend empfunden. Engelbrecht beschreibt das Fleisch der von ihm behandelten Sorte als weißlich, fein, saftig, etwas rosenapfelartig oder bittermandelartig gewürzt, mild weinig und fast ebenso süß.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, meist etwas hochgebaut, variabel kegel- bis glockenförmig, vereinzelt spitzkegelförmig, relativ fest und wenig druckanfällig. Die Deckfarbe ist kräftig rot, baumfrisch hell bereift und dadurch lachs- bis rosarötlich wirkend, flächig und marmoriert, überlagert von einer verwaschen getuschten roten Streifung auf einem Drittel bis drei Vierteln der Frucht und meist von der Stielseite ausgehend; die Schale ist glatt, durch den Reif matt, abgewischt glänzend. Die Stielgrube ist eng bis mittelweit und flach bis mitteltief, teils mit Ansatz eines Fleischwulstes, das Kernhaus mittelgroß bis groß und typisch stielnah mit deutlich und zahlreich gerissenen Kernhauswänden, das Fruchtfleisch hell gelblich-weiß bis fast weiß, fest und mittelfeinzellig bei mittlerem Saftgehalt. Als Synonym ist Crede’s blutroter Wintertäubling überliefert. Die Herkunft ist unklar: Diel (1832) und Dittrich (1839) beschrieben zuerst eine Sorte dieses Namens, wobei Diel die Früchte von Professor Crede aus Marburg erhielt und die Sorte nach ihm benannte; spätere Pomologen wie Lucas und Leroy (1873) vermuteten den Ursprung dagegen in Holland, und Oberdieck (1875) berichtete von der schwierigen Unterscheidung gegenüber dem Enkhuyser Agatapfel. Ob die heute unter diesem Namen vermehrte Sorte tatsächlich der im 19. Jahrhundert beschriebene Crede’s Taubenapfel ist, gilt als wahrscheinlich, aber nicht abschließend geklärt. Heute ist die Sorte gelegentlich noch im Streuobst des Kreises Heinsberg zu finden; die Baumschulen Plum und Morjan vertrieben sie dort bis in die 1960er Jahre, danach verschwand sie vom Markt. Sie wird als stark gefährdet eingestuft, ist aber über mehrere Akzessionen im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt gesichert. Historische Beschreibungen finden sich bei Engelbrecht, „Deutschlands Apfelsorten“ (1889, Nr. 246) sowie im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Bd. 1, 1859, Nr. 37; Bd. 4, 1875). Beschreibung nach H.-J. Bannier (obstsortenerhalt.de) und Engelbrecht (1889).
Quellen: Credes Taubenapfel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt) · Credes Taubenapfel – BUND Lemgo Obstsortendatenbank · Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten (1889), Nr. 246 Crede’s Taubenapfel (PDF) · BUND Lemgo – Übersicht über die Befruchtungsverhältnisse der Apfelsorten (PDF) · NABU NRW – Tabelle 3: Molekulargenetik Apfel (PDF) · BUND Lemgo – Obstsortenliste Engelbrecht 1889 (PDF) · obstsortenerhalt.de – Akzessionen/Edelreiserabgabe Äpfel
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.