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Haschberg

Holunder · Sambucus nigra

'Haschberg' ist eine seit 1965 bekannte Holundersorte, die stark wächst und freistehend 3 bis 5 m hoch sowie 3 bis 4 m breit wird. Sie ist selbstfruchtbar, robust und trug in Sortenprüfungen der LWG Bayern an allen fünf getesteten Standorten früh und regelmäßig mit durchschnittlich 44 kg pro Baum und Jahr. Geerntet wird von Ende August bis Mitte September. Die Sorte gedeiht auf humusreichen, nährstoffreichen Böden; für einen guten Ertrag ist ein jährlicher Rückschnitt notwendig.

Herkunft
Österreich (Klosterneuburg, Versuchsgut Haschhof)
Seit
1965
Wuchsform
aufrecht

Synonyme: Haschberg Holunder, Sambucus nigra 'Haschberg'

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Schwarze Holunder 'Haschberg' wächst stark und aufrecht und bildet kräftige, bis zu 2 m lange Jahrestriebe; freistehend erreicht er etwa 3–5 m Höhe und 3–4 m Breite, unter sehr günstigen Bedingungen werden bis zu 7 m angegeben. Für einen dauerhaft guten Ertrag ist ein regelmäßiger, jährlicher Rückschnitt der abgetragenen Äste notwendig; die Sorte ist schnittverträglich und bei begrenztem Raum auch als Halbstämmchen mit fünf bis sechs Kronentrieben oder – nach Auskunft einer Baumschule – mit Stammhöhen bis ca. 1,80 m erziehbar. Im Ertragsstadium benötigt der Strauch rund 20 m² Standfläche. Er gilt als sehr robust und weist eine sehr gute Winterhärte auf; spezifische Holunderkrankheiten sind nicht bekannt. Genannte Schädlinge und Schadbilder sind Blattläuse, Milben bzw. Gallmilben, Botrytis, Stiellähme, Virosen und die Kirschessigfliege; auf trockenen, lockeren Böden ist mit Wühlmäusen zu rechnen, die bis zum Totalausfall führen können. Die Sorte wird als stadtklimafest und salzlufttolerant beschrieben. Am besten gedeiht sie sonnig bis halbschattig auf frischen bis feuchten, humosen, nährstoffreichen und stickstoffversorgten Böden; Trockenheit und unzureichende Nährstoffversorgung verschlechtern Wuchs und Ertrag deutlich. Die Blüte öffnet je nach Quelle und Region von Ende Mai bis Juni, teils bis Juli, und ist selbstfertil, sodass kein Befruchter benötigt wird; die Blütendolden werden stark von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen angeflogen. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig. Verwendet wird die Sorte als Solitär, in lockeren (Blüten-)Hecken als Sicht- und Windschutz sowie flächig im Erwerbsanbau; zudem ist sie ein wertvolles Vogelnist- und -nährgehölz.

Die Beeren sind roh nicht genießbar – sie enthalten das Glykosid Sambunigrin und schmecken roh sauer bis bitter – und müssen vor dem Verzehr abgekocht bzw. verarbeitet werden. Verarbeitet liefern sie einen süß-herben, aromatischen Saft; die Hauptverwendungen sind dunkler Fruchtsaft, Gelee und Marmelade, dazu Sirup, Likör und Destillate sowie Holundersuppe und Punsch. Wegen des hohen Gehalts an Anthocyanen (Sambucyanin) dient die Sorte auch der Farbstoffgewinnung bzw. als industrielles Farbkonzentrat. Die Blütendolden eignen sich für Sirup, Sekt und Tee sowie für in Teig ausgebackene Holunderküchle. Die Pflückreife fällt in die Mitte bis Ende September; innerhalb der Dolde reifen die Beeren gleichmäßig, während einzelne Dolden nacheinander reifen, so dass zwei bis drei Erntedurchgänge erforderlich sind. Die Früchte sollten rasch verarbeitet werden, da die Gärung schnell einsetzt; eingefroren lassen sie sich gut zwischenspeichern.

'Haschberg' bildet sehr große, schwere, hängende Fruchtdolden, an denen die Beeren dicht sitzen; einzelnen Dolden können mehrere Hundert Gramm Früchte tragen. Die Beeren sind oval bis rund, blauschwarz bis purpurschwarz und glänzend, ihr Fruchtfleisch ist violett, saftig und mittelfest; die Beerengröße wird je nach Quelle als mittelgroß bis groß oder als klein (5–7 mm) angegeben. Die Sorte geht auf eine Selektion eines wilden Holunders aus den Donauauen zurück, die E. Strauß und R. Novak an der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg (Versuchsgut Haschhof, Österreich) durchführten; seit 1965 ist sie im Handel. 'Haschberg' ist eine der verbreitetsten Kulturholundersorten des Erwerbsanbaus und wird auch in Hausgärten gepflanzt; vom wilden Holunder unterscheidet sie sich neben den größeren Beeren vor allem durch die größeren Dolden und den regelmäßigen hohen Ertrag. Literaturangaben u. a. BdB Obst 1994, Fischer, Farbatlas 1995, Pirc, Wildobst 2002. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des OGV-Lehrgartens Leutenbach, der sortenspezifischen Merkmalsseite von obstgarten.biz sowie den Steckbriefen von Baumschulen (Eggert) und Gartenratgebern.

Quellen: OGV-Lehrgarten Leutenbach – Holunder 'Haschberg' · Hortipendium – Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) · Baumschule Eggert – Sambucus nigra 'Haschberg' · gartenratgeber.de – Holunder 'Haschberg' · heckenpflanzen.ch – Sambucus nigra 'Haschberg' · Gateo – Holunder Steckbrief: Edelholunder Sorte Haschberg · alte-obstsorten-online.de – Holunder 'Haschberg'

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Großfrüchtige Fliederbeere 'Haschberg'

Weblinks

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