Süßkirsche · Prunus avium
Die Burlat ist eine alte Süßkirsche aus dem französischen Rhônetal, die seit 1915 bekannt ist. Sie zeichnet sich durch sehr frühe Reife aus, was sie kaum durch die Kirschenfliege gefährdet, trägt hoch und bevorzugt warme, wenig spätfrostgefährdete sowie trockene Standorte. Dem stehen ein hoher Standortanspruch, eine hohe Anfälligkeit für Monilia (Blütenmonilia, Spitzendürre) und die Empfindlichkeit gegenüber Nässe und Hitze während der Erntezeit entgegen, die Fruchtfestigkeit und Haltbarkeit mindern können.
Synonyme: Bigarreau Hatif Burlat, Bigarreu Burlat, Hativ Burlat
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Der Burlat wächst stark; in der Jugendphase stark bis sehr stark und halbaufrecht, bildet er im Vollertrag eine breit ausladende, dichte Krone mit schräg aufrechten Leitästen. Die Sorte verzweigt wenig, neigt zur Verkahlung und zeigt eine starke Veredlungswulst; sie gilt als relativ kältebeständig und wird insgesamt als robust und gesund beschrieben. Empfindlich reagiert sie jedoch auf Monilia (Anfälligkeit hoch), sodass eine Behandlung gegen Blütenmonilia und Fruchtfäule in den meisten Jahren notwendig ist; gegenüber Schrotschuss besteht eine mittlere Anfälligkeit. Als Standort werden warme, weniger spätfrostgefährdete bis spätfrostfreie Lagen mit geringen Frühsommerniederschlägen empfohlen; die Sorte bevorzugt trockene Standorte, während Nässe und Hitze während der Erntezeit Haltbarkeit und Festigkeit der Früchte verschlechtern. Die Blüte erscheint mittelfrüh; die Sorte ist selbststeril (Inkompatibilitätsgruppe S3S9, Gruppe 16) und benötigt einen geeigneten Befruchter – genannt werden Büttners Rote Knorpelkirsche, Kordia, Hedelfinger und Große Prinzessin sowie neuere Sorten wie Nimba, Bellise oder Vanda, inkompatibel ist sie u. a. mit Souvenir des Charmes. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch und regelmäßig; die Früchte sind gut pflückbar. Nach der Deutschen Genbank Obst und Wikipedia ist die Sorte eine Standardsorte des Erwerbsanbaus.
Die Frucht dient als Tafelkirsche. Zum Geschmack differieren die Quellen: FRUCTUS stuft ihn als säuerlich ein, die Baumschulbeschreibung nennt ihn würzig-säuerlich mit süßlich werdenden vollreifen Früchten, während Genbank und Wikipedia vollreifes Fruchtfleisch als vorwiegend süß, wenig säuerlich, saftig und (mäßig) aromatisch beschreiben. Burlat reift sehr früh, in der 1. bis 2. Kirschwoche, leicht folgernd, und bleibt dank dieser frühen Reife kaum durch die Kirschfruchtfliege gefährdet. Die Platzfestigkeit ist mittel; bei Nässe und Hitze zur Erntezeit lässt die Festigkeit rasch nach und die Haltbarkeit wird schlechter.
Die Frucht ist mittelgroß (Ø rund 28 mm, etwa 10 g), breitrund bis nierenförmig, seltener länglich bzw. stumpfherzförmig; die glänzende Haut färbt sich von leuchtend rot über dunkelrot bis dunkelbraunrot, oft etwas uneinheitlich gefärbt. Das Fruchtfleisch ist dunkelrot, mittelfest und wird vollreif schneller weich; der Saft ist hellrot und dunkelt bei Vollreife nach. Der Stiel ist grün, kurz bis mittellang (etwa 3,5 cm), der Stein mittelgroß, länglich-oval und stielseitig mit deutlichem Häkchen und Falten. Burlat ist ein Zufallssämling aus Pierre-Bénite im Rhônetal (Südfrankreich), der nach Wikipedia 1915 vom Landwirt Leonardo Burlat aufgefunden wurde, während die Baumschule Gräb die Entdeckung und Verbreitung durch Mr. Burlat in die 1930er Jahre datiert. Als freie Sorte (bekannt auch unter dem Synonym Bigarreau Hatif Burlat, verbreiteter Klon INFEL V 370) zählt sie heute zu den wichtigsten Frühsorten des Erwerbsanbaus. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem FRUCTUS-Sortenporträt, den Passportsdaten der Deutschen Genbank Obst, dem Eintrag des DLR Rheinland-Pfalz sowie dem Baumschulporträt von Gräb und dem Wikipedia-Artikel.
Quellen: FRUCTUS – Burlat (Sortenporträt) · Gräb GbR Gehölze und Obstbau – Burlat · Deutsche Genbank Obst – Passport Burlat · DLR Rheinland-Pfalz – Bigarreau Hatif Burlat · Essbarer Naturpark / Kerngehäuse e.V. – Burlat
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 437 | Streuobstplantage Spechtsberg | R07 | 2025 |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Koordinaten |
|---|---|---|
| 12848530634 | Burlat | %!f(*float64=0xc0007b3fa8), %!f(*float64=0xc0007b3fb0) |
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