Zwetsche · Prunus domestica
Die Wangenheimer Frühzwetsche stammt aus Thüringen und ist seit 1837 bekannt. Sie trägt früh und hoch, allerdings stark alternierend, sodass reiche und schwache Jahre einander abwechseln. Geerntet wird von Ende August bis Anfang September. Empfohlen wird sie für höhere Lagen und Windlagen, in denen die Hauszwetsche schlecht ausreift. Der Baum bildet eine breit ausladende Krone; heute hat die Sorte außerdem als Unterlage Bedeutung.
Tafelobst Wirtschaftsobst Unterlage
Synonyme: Von Wangenheims Pflaume, Wangenheims Frühzwetschge, Wengerka Wangengojma
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Die Wangenheimer Frühzwetsche bildet einen stark wachsenden Baum, der vor allem in der Jugend kräftig treibt und eine breite, teils überhängende Krone mit dichtem, hängendem Fruchtholz aufbaut; ältere Kronen neigen etwas zur Verkahlung (BOGL). Nach Baumschulangaben erreicht er Höhen von 5 bis 8 m. Die Sorte blüht spät und ist selbstfruchtbar, kommt also ohne Befruchter aus (Deutsche Genbank Obst, BOGL, Gartenbauvereinblatt GAP). Sie gilt als robust, ist jedoch nicht scharkatolerant bzw. scharkaanfällig und bei nasser Witterung und dichtem Behang anfällig für Monilia-Fruchtfäule. Feuchte, halbschattige Standorte sind ungeeignet; empfohlen wird ein weiter Stand, damit die Blätter rasch abtrocknen können. An den Boden stellt sie geringe Ansprüche („guter Pflaumenboden, sonst anspruchslos“), weswegen sie besonders für höhere und windoffene Lagen empfohlen wird, in denen die Hauszwetschge nicht mehr sicher ausreift. Als alte klassische Hochstammsorte passt sie in den Streuobstanbau; heute ist sie darüber hinaus als Unterlage von Bedeutung. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch, die Sorte neigt aber zu Überhang und deutlicher Alternanz: In Vollertragsjahren lässt die Qualität ohne Ausdünnung nach und der Geschmack wird fad; der Fruchtbehang kann notfalls bereits im Juni ausgedünnt werden, und die Bäume müssen mehrmals durchgepflückt werden. Für Selbstversorger wird sie ausdrücklich empfohlen.
Das feste, knorpelige Fruchtfleisch ist vollreif grünlich- bis goldgelb, saftig und schmeckt süßsäuerlich mit feiner Würze; die Früchte reifen folgernd, also über einen längeren Zeitraum nach und nach. Je nach Quelle und Lage liegt die Ernte zwischen Mitte August und Anfang/Mitte September. Die Früchte dienen dem Frischverzehr (Tafelobst) und der Verarbeitung; die Deutsche Genbank Obst nennt auch die industrielle Verarbeitung. Bei sehr großem Behang lässt der Geschmack spürbar nach.
Die Frucht ist klein bis mittelgroß und eiförmig bis rundlich-oval, mit deutlicher Bauchnaht und kurzem Stiel; die Schale ist dunkelviolettblau, stark hellblau bereift und wenig punktiert. Die Sorte entstand 1837 als Zufallssämling im Garten des Freiherrn von Wangenheim in Brüheim bei Gotha (Thüringen) und trägt dessen Namen. Sie wurde in ganz Deutschland verbreitet, als Verbreitungsgebiet gelten insbesondere die Höhenlagen; in historischen Sortenlisten wurde sie durchgehend von 1914 (Hertel) über 1952 und 1954 (Schaer, Bayerischer Landesverband) bis 1967 (Seitzer) geführt, und noch 2011 galt sie bei normalen Baumschulen als erhältlich (Hortipendium). Weitere Namen: Von Wangenheims Pflaume, Wengerka Wangengojma. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Passport der Deutschen Genbank Obst sowie den Sortenporträts des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau (bogl-bw.de) und der Gartenbauvereine im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.
Quellen: Passport Wangenheims Frühzwetsche – Deutsche Genbank Obst · Lehrpfad Bongert Altenhoven – natur&ëmwelt Bettemburg · Zwetsche ‚Wangenheimer Frühzwetsche‘ – Mitteldeutsche Baumschulen (Shop) · Wangenheimer Frühzwetsche – Biobaumversand / Bioland Baumschule Pflanzlust (Shop) · Prunus domestica ‚Wangenheimer Frühzwetsche‘ – Baumschule Lorenz von Ehren (Shop) · Pflaumenbaum ‚Wangenheimer Frühzwetsche‘ – Baumschule Aurea (Shop) · Schaer Eugen: Pflaumen- und Zwetschgensorten der Schweiz, Bern 1952 (Scans, BUND Lemgo) · Bayerischer Landesverband für Obst- und Gartenbau: Obstbaubilderbogen 04 – Zwetschgen/Pflaumen, München 1954 (Scan, BUND Lemgo) · Seitzer Josef: Farbtafeln der Steinobstsorten, Stuttgart 1967 (Scans, BUND Lemgo)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
v.a. in der Jugend kräftig wachsend, Krone breit ausladend schmale Blütter, dichtes hängenden Fruchtholz, etwas zur Verkahlung neigend
Frucht: mittelgroße, rundlich-ovale Frucht, dunkelviolett-blau mit starker Bereifung, deutliche Bauchnaht, festflsichig, knorpelig, Fleisch vollreif goldgelb,
Geschmack: saftig, süßsäuerlich
Reife: keine Frühzwetschg, ab Mitte August bis Mitte September
stark alternierende Sorte, in Vollertragsjahren ohne Ausdünnung nur schlechte Qualität, robust und selbstfruchtbar, Geschmack bei Überbehang fad, muss mehrmals durchgepflückt werden, scharkaanfällig
alte Hochstammsorte, für Höhenlagen und Windlagen, wo Hauszwetsche schlecht ausreift, heute als Unterlage von Bedeutung
Der Ertrag der Obstsorte setzt früh ein und ist hoch. Ist der Fruchtbehang vor einsetzen der Reifezeit sehr hoch, empfiehlt sich ein Ausdünnen, da der Baum ansonsten zu Alternanz neigt. Die Fruchtqualität wird hierdurch ebenfalls gesichert.
stark alternierende Sorte, in Vollertragsjahren ohne Ausdünnung nur schlechte Qualität, robust und selbstfruchtbar, Geschmack bei Überbehang fad, muss mehrmals durchgepflückt werden, scharkaanfällig
Dunkelblaue, bereifte Zwetschge, Baum anfangs kräftig wachsend, ertragreich und selbstfruchtbar, frostwiderstandsfähig, für höhere Lagen empfohlen, stark alternierend, nicht scharkat
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 144 | Streuobstplantage Spechtsberg | Q09 | 2025 |