obstdoc — Sponheimer Flurapfel

Sponheimer Flurapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Sponheim im Soonwald, Landkreis Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz)
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit ausladend
Ernte
Anfang Oktober – Mitte Oktober (10A-10C)
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Januar (10A-01E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst

#reichtragend#starkwüchsig

Synonyme: Sennerapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Sponheimer Flurapfel ist eine starkwüchsige, kräftig wachsende Sorte, die breit ausladende Kronen bildet; im Alter hängt die Krone infolge der hohen Fruchtlast im Außenbereich durch. Er gilt als wenig anspruchsvoll und robust: Gegenüber Obstbaumkrebs und Mehltau ist die Sorte robust, für Schorf wird sie nur als wenig anfällig beschrieben, insgesamt wird eine hohe Robustheit gegenüber Krankheiten und Schädlingen angegeben. Der Baum ist frosthart und auch für Höhenlagen geeignet; nach Giershausen (1949) gedeiht er in Lagen zwischen 200 und 400 m ü. NN am besten, verlangt dabei aber einen mittelschweren Lehmboden mit hinreichender Feuchtigkeit. Er kommt früh ins Ertragsalter und trägt regelmäßig und hoch; Bannier nennt ihn einen „reichtragenden Wirtschaftsapfel“. Der Sponheimer Flurapfel ist eine typische Streuobstsorte für den extensiven Streuobstbau.

Die Pflückreife beginnt Anfang Oktober (nach Bannier 03.10.–17.10.), die Früchte reifen bis Januar nach und sind unter guten Lagerbedingungen bis Januar haltbar; Bannier gibt eine Lagermöglichkeit von etwa drei Monaten an. Geschmacklich handelt es sich um einen klaren Wirtschaftsapfel: geringaromatisch mit ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis bzw. süßsäuerlich ohne besonderes Aroma (Geschmacksnote 3 auf Banniers Skala, 1 = sehr gut). Die Früchte lassen sich vielseitig verwenden – neben Küche und Most nennt der Regionalbericht des BUND Guldental auch Saft, Wein und Brennerei; ausgesuchte große, schön gefärbte Früchte können nach Giershausen (1949) dank ihres milden süßsäuerlichen Geschmacks auch als Tafelapfel für den weniger anspruchsvollen Genuss dienen. Giershausen bezeichnete die Sorte als „wertvollste Wirtschaftssorte“.

Die Frucht ist mittelgroß bis meist groß, etwa so hoch wie breit, zum Kelch hin verjüngt und in der Draufsicht oft fünfkantig („ramburartig“), wodurch sie häufig ungleichhälftig wirkt. Die Grundfarbe ist hellgelb, bei Besonnung größtenteils von einer markant abgesetzt streifigen und flammenden Deckfarbe überzogen; die Fruchtoberfläche ist unberostet, die Schalenpunkte verkorkt, die Schale glatt und wird reif leicht fettig. Charakteristisch sind die enge, mitteltiefe Kelchgrube mit „schafsnasenartigen“ Falten und Rippen, die sich als Kanten über die Fruchtseiten fortsetzen, der kurze, mitteldicke Stiel, die deutlich offene Achsenhöhle und die gerissen-wattig ausgeblühten Kernhauswände; das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, mittelfest und mäßig saftig. Die genaue Herkunft der Sorte ist unbekannt, sie soll jedoch nachweisbar aus Samen entstanden sein; benannt ist sie nach dem Ort Sponheim im Soonwald (Landkreis Bad Kreuznach), ob sie tatsächlich dort entstand, ist nicht bekannt. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Soonwald mit stärkerer Verbreitung in den Landkreisen Simmern und Bad Kreuznach, dazu kommen Bestände in Rheinhessen und der Pfalz; auch in Nordrhein-Westfalen wurde sie historisch empfohlen und wiederentdeckt (LVR 2017). Heute ist die Sorte wie im Herkunftsgebiet recht selten und wird vom Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt als stark gefährdete Regionalsorte geführt. Als Verwechsler nennt Dahlem den Hauxapfel und die Rheinische Schafsnase. Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt von Richard Dahlem (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), das Giershausen (1949), die Rheinische Monatsschrift (1943) und den LVR-Band (2017) auswertet, ergänzt durch H.-J. Banniers Kurzbeschreibung und den BUND-Guldental-Regionalbeitrag.

Quellen: Sponheimer Flurapfel · Sponheimer Flurapfel - Bergischer Streuobstwiesenverein · Drei Äpfel fürs Naheland - BUND Guldental

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

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