obstdoc — Finkenwerder Herbstprinz

Finkenwerder Herbstprinz

Apfel · Malus domestica

Der Finkenwerder Herbstprinz ist ein Apfel aus Hamburg-Finkenwerder an der Niederelbe, der seit 1880 bekannt ist. Geerntet wird er von Ende September bis Anfang Oktober und erreicht nach der Lagerung von Ende Oktober bis Ende Februar seine Genussreife. Er eignet sich als Tafel-, Wirtschafts- und Backapfel, bleibt dabei beim Backen formstabil, und dient auch als Saft- und Brennapfel. Als guter Pollenspender für viele Apfelsorten und als Hochstamm in Streuobstbeständen nachgewiesen, passt er gut in Streuobstwiesen. Wegen seiner besonderen Fruchtoptik gilt er zugleich als unvergleichliche Liebhabersorte.

Herkunft
Hamburg-Finkenwerder, Niederelbe
Seit
1880
Wüchsigkeit
mittel
Wuchsform
flachkugelig
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Blüte
mittelspät
Genussreife
Ende Oktober – Ende Februar (10E-02E)
Wikidata
Q1417511
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst

Synonyme: Finkenwerder Prinz, Finkenwerder Prinzenapfel

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst mittelstark und bildet eine kompakte, flachkugelige, höchstens mittelgroße Krone aus. Die Leitäste sind überhängend, das Fruchtholz ist fein und hängend. Leitäste und Seitenäste neigen zum Verkahlen; lässt der Holztrieb nach, ist eine häufige Trieberneuerung durch Überwachungsschnitt notwendig. Die Sorte ist robust und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen – Früchte und Blätter bleiben auch ohne Fungizid-Einsatz frei von Schorfflecken. Der Baum ist frosthart und weitgehend windfest. Er gedeiht auf fast jedem Standort, bevorzugt aber gute, nährstoffreiche, ausreichend feuchte Böden in sonniger Lage und eignet sich auch für kühle, feuchte Regionen mit schweren Böden (z. B. Lehm). Der Ertrag setzt früh ein, ist regelmäßig und hoch. Die Blüte ist mittelspät, die Sorte ist fremdbestäubt und ein sehr guter Pollenspender. Sie wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen und eignet sich ebenso für den Hausgarten wie für Spaliererziehung.

Der Finkenwerder Herbstprinz ist ein aromatischer Tafelapfel mit herb-süßem bis feinsäuerlichem, würzigem Geschmack – geschmacklich wird er als sehr gut bewertet. Erst leicht angewelkt entfaltet er sein volles Aroma. Zugleich ist er ein guter Most- und Wirtschaftsapfel und beliebt für Obstbrände. Die Pflückreife liegt zwischen Ende September und Mitte Oktober, die Genussreife beginnt ab Ende Oktober. Die Früchte sind etwa drei Monate lagerfähig, je nach Bedingungen bis Januar oder Februar. Optisch ist der Apfel weniger attraktiv, daher für den Marktanbau nur bei Direktvermarktung geeignet; als Selbstversorgersorte ist er jedoch ideal.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, spitzkegelig bis glockenförmig hochgebaut und häufig kantig – keine gleicht der anderen, was zu volkstümlichen Namen wie Hasenkopf oder Schafsnase führte. Die Grundfarbe ist gelbgrün, die Deckfarbe ein halbseitig bis ganzflächig streifiges Rot; oft ist die Schale leicht berostet. Das Fruchtfleisch ist weißlich bis cremefarben, fest und saftig. Der Finkenwerder Herbstprinz ist ein Zufallssämling von der Elbinsel Finkenwerder bei Hamburg, der seit etwa 1860/1880 im Anbau ist und aus der norddeutschen Prinzenapfel-Familie stammt. In den 1960er Jahren war er ein wichtiger Wirtschaftsapfel im Raum Hamburg, heute ist er selten geworden.

Nach H.-J. Bannier, Rolf Meyer, Deutsche Genbank Obst, Wikipedia, Stiftung Naturschutz Diepholz und Pomarium Iburgense.

Quellen: Finkenwerder Prinzenapfel – obstsortendatenbank.de · Finkenwerder Herbstprinz – Deutsche Genbank Obst · Finkenwerder Herbstprinz – Wikipedia · Finkenwerder Prinz – Bergischer Streuobstwiesenverein · Finkenwerder Herbstprinz – Pomarium Iburgense · Finkenwerder Herbstprinz – Stiftung Naturschutz Diepholz · Finkenwerder Herbstprinz – alte-obstsorten-online.de · Wilstedter Apfel – obstsortenerhalt.de

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
055Streuobstplantage SpechtsbergF032024

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
13034283263Finkenwerder Herbstprinz%!f(*float64=0xc000aae080), %!f(*float64=0xc000aae088)
9524349372Finkenwerder Herbstprinz%!f(*float64=0xc000aae2b0), %!f(*float64=0xc000aae2b8)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Finkenwerder Prinzenapfel 4561.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Apfel Finkenwerder Herbstprinz (1).jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel Finkenwerder Herbstprinz (2).jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel mit Schnitt Finkenwerder Herbstprinz 03 (fcm).JPG
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel mit Schnitt Herbstprinz (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfel mit Schnitt Herbstprinz 02 (fcm).jpg
Photograph: Frank C. Müller , Frankfurt am Main · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfelblüte Finkenwerder Herbstprinz (2).jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Apfelblüte Finkenwerder Herbstprinz.jpg
Hinnerk11 · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Finkenwerder Herbstprinz (apple) jm179463.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Cross section of Finkenwerder Prinz, National Fruit Collection (acc. 1951-196).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Finkenwerder Prinzenapfel jm55170.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Finkenwerder Prinzenapfel.jpg
Bahnmoeller · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Herbstprinz (Apfel) jm29919 ji.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus - Finkenwerder Herbstprinz.JPG
Genet · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus Finkenwerder-Herbstprinz 2.JPG
Genet · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Norddeutschland.jpg
Flammingo · CC BY-SA 3.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.