obstdoc — Saint Remy

Saint Remy

Birne · Pyrus communis

Die Saint Remy, seit 1838 aus dem belgischen Ort gleichen Namens bekannt, ist eine Kochbirne für Streuobstwiesen und die Weiterverarbeitung. Ihr Fruchtfleisch ist fest, grobzellig und sehr saftig, dabei herb säuerlich — für den Frischverzehr also wenig geeignet, für kräftigen Most oder das Einkochen umso mehr. Geerntet wird Ende Oktober bis Anfang November, gegessen erst nach langer Lagerung von Februar bis Mai. Die Bäume wachsen stark und vital und tragen selbst ungepflegt noch relativ große, fassförmige Früchte; für kleine Gärten ist dieser Wuchs zu ausgreifend.

Herkunft
Saint Remy, Belgien
Seit
1838
Wüchsigkeit
stark
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Ende Oktober – Anfang November (10E-11A)
Genussreife
Anfang Februar – Ende Mai (02A-05E)
Wikidata
Q140700917
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst

#starkwüchsig#vital

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Zum Baum liegt nur wenig Belegtes vor: Das Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein, Verfasser Jan Bade) beschreibt die Bäume der 'Saint Remy' knapp als vital und starkwachsend; sie tragen auch in ungepflegtem, alten Zustand noch relativ große Früchte, was auf eine robuste, für Streuobstverhältnisse geeignete Sorte hindeutet. Ausdrücklich empfohlen wird die Sorte als Birne für Streuobstwiesen zur Weiterverarbeitung, also für Hochstamm-Erziehung. Zu Blütezeit, Befruchtungsverhältnissen, Ertragseintritt und -rhythmus, Krankheitsanfälligkeit (Schorf, Feuerbrand, Krebs), Boden-, Klima- und Höhenlagenansprüchen sowie Lebensdauer fanden sich in den geprüften fachlichen Quellen keine Angaben; die in Pflanzendatenbanken und Baumschulkatalogen kursierenden Standort- und Winterhärteangaben sind unspezifisch bzw. nicht pomologisch belegt und werden hier daher nicht als Sorteneigenschaft wiedergegeben.

Geschmacklich ist 'Saint Remy' keine Tafelbirne: Das Fruchtfleisch ist fest, grobzellig, sehr saftig und herb säuerlich – ein typisches Profil einer Winterwirtschaftsbirne. Die Verwendung liegt entsprechend in der Weiterverarbeitung; in den Niederlanden und Belgien, wo die Sorte verbreitet im Anbau steht, gilt sie als klassische Koch- bzw. Schmorbirne (stoofpeer), die beim Kochen rot wird – dies allerdings nach Angaben von Baumschulen, nicht nach pomologischer Primärliteratur. Die Reifezeit bzw. Genussreife wird mit Februar bis Mai angegeben, die Frucht ist also ausgesprochen lange lagerfähig (Winter- und Spätwinterbirne).

Pomologisch: Die Früchte sind relativ groß und fassförmig, verjüngen sich erst spät zum Stiel hin und sind häufig ungleichhälftig; sie stehen, wenn auch gern etwas schief. Die Schale ist – wie bei vielen Winterwirtschaftsbirnen – dick und feinnarbig; eine trüb rotbraune Deckfarbe kann bis zu einem Drittel der Frucht überziehen. Der Stiel ist mittellang und am Ende knopfig verdickt, der leicht wulstige Kelchbereich flach, mit großem, offenem Kelch. Als Verwechsler nennt Bade den Großen Französischen Katzenkopf, der jedoch gedrungener und zum Stiel hin stark eingeschnürt ist. Die Sorte entstand in der belgischen Gemeinde Saint Remy; nach Royen (2015) 1838 entstanden und 1882 richtig in den Handel gekommen. Die in der niederländischen Pomologie „Nederlandsche Fruitsoorten" (Lijsten/Beeftink 1942) geäußerte Vermutung, es handle sich eigentlich um die „Schönste Winterbirne" (Bellissime d'Hiver), lässt sich laut Bade nicht bestätigen, da sich die Fruchtform in wesentlichen Merkmalen unterscheidet – im niederländischen und im Handelsschrifttum wird 'Saint Remy' dennoch teils mit „Winter-Bellissimus" gleichgesetzt, worauf beim Bezug von Reisern und Bäumen zu achten ist. In Westdeutschland tritt die Sorte in Altbäumen relativ regelmäßig, aber nicht häufig auf; in den letzten Jahrzehnten wurden zudem unbewusst viele Jungbäume nachgepflanzt, die wahrscheinlich über Fehllieferungen aus den Niederlanden kamen. Der Gefährdungsgrad wird als „gefährdet" eingestuft. Weitere Literatur: Van Cauwenberghe, Pomologie Peer S. 60; Dahlem/Aendekerk u. a. (2007), Äpfel und Birnen aus Luxemburg, S. 132; Royen/Van Laer (2015), Hoogstamfruitbomen in Limburg, Deel 1 – Peren, S. 95. Die Beschreibung beruht im Kern auf dem Sortenporträt von Jan Bade (obstsortenerhalt.de).

Quellen: Saint Remy – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt Birne) · J. Bades 80 Birnensorten-Beschreibungen A–Z – Bergischer Streuobstwiesenverein · Birne 'Saint Rémy' – pflanzenundbaume.de · Birne 'St. Remy' – naturadb.de · Saint Rémy – oude-fruitbomen.nl · Saint Remy peren – FruitMasters · Perenboom 'Saint Remy' – fruitbomen.net

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#vital #starkwüchsig

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
585Streuobstplantage RommelshardD132025