obstdoc — Große Rommelter

Große Rommelter

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Baden
Seit
1847
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hochgewölbt
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Blüte
mittelspät
Genussreife
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Mostobst

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Große Rommelter bildet kräftig wachsende, mächtige und landschaftsprägende Bäume mit hochgewölbter Krone; sortentypisch sind die gebogenen bis geschlängelten, eichenartigen Äste. Ihr Klimaanspruch ist gering, sie eignet sich auch für raue Lagen und geringe Böden und wurde deshalb schon 1913 in Hans Grotes Anleitung „Der Obstbau in rauhen Lagen“ geführt. Sie gehört traditionell ins Streuobst: Der vermutlich um 1890 gepflanzte, als Naturdenkmal geschützte Solitär am Pfaffenkreuz im Strohgäu steht nach über 130 Jahren noch vital; zwischenzeitlich wurde ein Vitalisierungsschnitt fachgerecht durchgeführt. Die Blüte ist mittelspät und etwas witterungsempfindlich. Die Sorte kommt spät in Ertrag, ist dann aber sehr fruchtbar. Ihr großer Nachteil ist eine starke Feuerbrandanfälligkeit, weshalb sie schon seit längerer Zeit nicht mehr bevorzugt nachgepflanzt wird.

Die Früchte reifen Ende September bis Anfang Oktober und halten etwa zwei Wochen. Das feste Fleisch ist herbsüß und würzig; bei Vollreife schmecken die Birnen weinig und können, da sie kaum Gerbstoff besitzen, auch gegessen werden. Ihren Rang bezieht die Sorte aber als Mostbirne ersten Ranges: Der Most, der nach Eduard Lucas (1854) „von ausgezeichneter Güte“ ist, wenn die Birne vor dem Taigwerden gekeltert wird, wurde früher dem Riesling gleichgesetzt und sogar zur Verbesserung minderwertiger Traubenmoste verwendet. Der Zuckergehalt liegt bei rund 13,5 % (55–60 Grad Oechsle). Die Deutsche Genbank Obst führt die Sorte als Wirtschafts- und Mostbirne; dass auch eine Brennereignung besteht, zeigen die sortenreinen Brände aus Großer Rommelter, die der Fränkische Klein- und Obstbrennerverband Würzburg präsentiert.

Die Frucht ist mittelgroß und plattrund, mit gelblichgrüner Grundfarbe, die bei voller Reife in ein schönes Orangegelb übergeht und teils rot überhaucht ist; besonders kennzeichnend sind die großen, deutlichen Lentizellen. Das Fruchtfleisch ist fest, weiß und sehr grobkörnig. Die Sorte stammt aus Baden und wurde erstmals 1847 beschrieben; bekannt gemacht hat sie Pfarrer Rutz aus Mauer am Neckar, wo sie nach einer anderen Angabe schon vor 1830 vorhanden war. Eduard Lucas hielt 1854 fest, dass die in Baden sehr häufig angepflanzte Sorte auch in Württemberg stärker verbreitet werden sollte; historisch wird sie unter anderem bei Mertens („Die Obstsorten für Bayern“, 1902), Grote (1913), Schaal („Die wertvollsten Apfel- und Birnensorten“, 1930) und Koloc („Obstsortenhandbuch“, 1948) geführt. Heute ist die Große Rommelter selten geworden und wird in Erhaltungsnetzen bewahrt (Deutsche Genbank Obst; Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, Akzession B-1645). Als Synonyme werden neben Rommelter/Rummelter und Bogenacker bzw. Bogenäcker auch Welsche Bogenäckerin (Raum Leonberg) beziehungsweise Welsche Bodenäckerin, Heidelberger Champagnerbirne, Rummelderbirne und Saubirne angegeben. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Porträt des Pomologen Matthias Braun (Verein Hochstamm Deutschland) sowie auf dem Sortenpass der Deutschen Genbank Obst und Daten des Kompetenzzentrums Obstbau Bodensee.

Quellen: Matthias Braun: Historische Birnensorten im Südwesten – Birnbaum am Pfaffenkreuz (Große Rommelter) · Deutsche Genbank Obst – Passport Sorte Große Rommelter · Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB Bavendorf) – Detail Große Rommelter · Fränkischer Klein- und Obstbrennerverband Würzburg: Große Rommelter gebrannt von Peter Piesch · Pomologen-Verein: Über historische Birnbaumriesen im Strohgäu · BUND-Obstsortenliste – Grote: „Der Obstbau in rauhen Lagen“ (Wiesbaden 1913) · BUND-Obstsortenliste – Mertens: „Die Obstsorten für Bayern“ (Nürnberg 1902) · BUND-Obstsortenliste – Koloc: „Obstsortenhandbuch – Äpfel und Birnen“ (Frankfurt 1948) · BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank – Einzelseite Große Rommelter

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Erstmals 1847 beschrieben, Pfarrer Rutz aus Mauer/Baden machte die Sorte bekannt. Die Früchte sind grünlich-gelb, bei Reife sonnenseits leicht gerötet. Das Fruchtfleisch ist weiß, grobkörnig mit herbsüßem und würzigem, bei Vollreife weiniger Geschmack. Sehr gute Mostbirne, wurde früher zur Verbesserung von minderwertigem Traubenmost empfohlen. Reift Ende September bis Anfang Oktober, ca. zwei Wochen haltbar. Der Ertrag setzt spät ein, ist dann aber hoch. Der Baum wächst kräftig mit hochgewölbter Krone. Mittelspäte Blüte, etwas witterungsempfindlich.

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.