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Roter Gravensteiner

Apfel · Malus domestica

Der Roter Gravensteiner ist ein seit 1858 bekannter Apfel, der von Anfang August bis Ende September geerntet und im selben Zeitraum genussreif verzehrt wird. Er gilt als sehr guter Koch- und Backapfel und eignet sich besonders zum Backen. Im Anbau ist die Sorte anspruchsvoll: Sie braucht einen ausreichend feuchten, aber weder nassen noch zu trockenen Boden sowie milde, windgeschützte Lagen und ist schorf- und mehltauanfällig. Der Ertrag setzt spät ein. Als triploide Sorte ist sie ein schlechter Pollenspender und daher als Befruchter für andere Apfelbäume unbrauchbar; insgesamt wird sie heute höchstens noch als Liebhabersorte angesehen.

Herkunft
Lübeck, Deutschland
Seit
1858
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit ausladend
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Anfang August – Ende September (08A-09E)
Blüte
sehr früh
Genussreife
Anfang August – Ende September (08A-09E)
Wikidata
Q489226
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Blutroter Gravensteiner, Dunkelroter Gravensteiner, Gravensteiner Rouge, Malus domestica 'Gravensteiner', Rosenapfel, Roter Grafensteiner

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Rote Gravensteiner wächst kräftig und bildet eine große, breit ausladende, lichte Krone; nach den Beobachtungen im Lehrgarten des OGV Leutenbach benötigt er eigentlich nur Auslichtungsschnitte und kommt in geeigneten Lagen mit wenig Pflege aus. Die Blüte erscheint sehr früh (in Leutenbach je nach Jahr zwischen Ende März und Mitte/Ende April), wodurch die Sorte spätfrostgefährdet ist. Sie ist triploid und ein schlechter Pollenspender; als Befruchtersorten werden u. a. Berlepsch, Goldparmäne und Idared genannt. Der Ertrag setzt spät ein und fällt in guten Lagen ertragreich aus, ist jedoch alternierend. Der Baum verlangt einen ausreichend feuchten Boden, der weder zu nass noch zu trocken sein darf, sowie milde, windgeschützte Lagen; kurz vor und während der Reife fällt etwas Frucht an, die sich gut verwerten lässt. Die Sorte ist schorf- und mehltauanfällig und wird zudem vom Apfelwickler gefährdet.

Die Früchte sind sehr saftig, säuerlich-süß, feinfruchtig und aromatisch; nach H.-J. Bannier ist die rote Mutante weniger würzig als der Gravensteiner, aber süß und saftig. Pflückreife beginnt etwa Anfang August, in günstigen Jahren auch schon Mitte/Ende Juli; genussreif sind die Äpfel unmittelbar nach der Ernte. Gelagert werden können sie nur bei guter Kühlung über den Septemberanfang hinaus, wobei Neigung zu Fleischbräune besteht. Die Sorte eignet sich als früher Tafelapfel und zugut als Koch- und Backapfel.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (nach Angabe der Deutschen Genbank Obst teils sehr groß), mit grünlich-gelber bis gelber Grundfarbe und einer hellroten bis roten, gestreiften bis flächigen, purpurroten Deckfarbe; das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß bis cremefarben, fein, sehr saftig und weich, das Kernhaus klein. Der Rote Gravensteiner entstand um 1858 in Lübeck als Knospen- bzw. Sprossmutation des Gravensteiners (als Finder nennt die Deutsche Genbank Obst H. Behrend). Er gilt als die bekannteste der Gravensteiner-Mutanten, wird aber gegenüber der Standardsorte als weniger wertvoll eingeschätzt. In Dänemark ist die Sorte als 'Rød Graasten' beschrieben und abgebildet (Pedersen, Danmarks Frugtsorter, 1950). Die Beschreibung beruht auf den Sortenporträts des OGV-Lehrgartens Leutenbach und der Deutschen Genbank Obst (übernommen vom Essbaren Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft) sowie ergänzend auf Streuobst in Bayern und H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein).

Quellen: Roter Gravensteiner – Lehrgarten des OGV Leutenbach · Passport Roter Gravensteiner – Deutsche Genbank Obst · Roter Gravensteiner – Essbarer Naturpark / Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft · Gravensteiner – Streuobst in Bayern · Gravensteiner – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.-J. Bannier / Rolf Meyer) · Roter Gravensteiner – Elbe-Obst

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Nicht verwandt mit Gravensteiner, eigene Sorte.

Eigene Beobachtungen

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
062Streuobstplantage SpechtsbergM032024

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
12983920643Roter Gravensteiner%!f(*float64=0xc0001dd900), %!f(*float64=0xc0001dd908)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus Gravensteiner 4481.jpg
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