Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Brennobst
Synonyme: Gienger Luiken
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Der Gingener Luiken ist eine alte württembergische Regionalsorte, die als kräftig wüchsiger Streuobstbaum gilt. Der Baum wächst stark und ausgeprägt langtriebig, mit überhängenden, hängenden Ästen, deren Triebspitzen sich charakteristisch nach oben biegen („gelockt“); die Krone wird flachkugelig. Er blüht sehr spät, teils bis in den Juni hinein, sodass ihm Spätfröste kaum etwas anhaben — was ihn für spätfrostgefährdete Lagen wertvoll macht. Die Sorte ist robust: wenig schorfanfällig, nur gering anfällig für Obstbaumkrebs und insgesamt wenig krankheitsanfällig, dabei langlebig und landschaftsprägend. Nach der Kronenerziehung in der Jugend gilt sie als pflegeleicht; im Schnitt werden vor allem die nach innen wachsenden Triebe entfernt. Nach dem Bericht des Ebersbacher Oberamtsbaumwarts Mayer („Der Obstbau“, 1926) kam die Sorte als Sämling von Baumhändlern des Remstals nach Gingen an der Fils (Kreis Göppingen); der Mutterbaum soll damals bereits rund 80 Jahre alt gewesen sein. Molekulargenetische Untersuchungen zeigen eine direkte Verwandtschaft mit dem Luikenapfel, sodass der Gingener Luiken aus einem Kern des Luikenapfels hervorgegangen sein dürfte. Verbreitete sich vor allem über das obere Filstal hinaus auf die benachbarten Hochflächen (Kuppenalb, Ostalb), wo er auf schweren, im Frühjahr feucht-kalten Böden imposante Altbäume bildet; nach etwa 1950 dürfte kaum noch vermehrt worden sein, erst Ende des 20. Jahrhunderts wird er regional wieder gepflanzt. Er ist als stark gefährdete Regionalsorte eingestuft.
Die Frucht ist pflückreif etwa ab Mitte September bis Anfang Oktober und nur wenige Wochen bis etwa Ende Januar haltbar. Sie ist kräftig säuerlich, kaum süß und nur schwach aromatisch; als Tafelobst taugt sie allenfalls mit Einschränkung, ihren eigentlichen Wert hat sie als Wirtschaftsapfel: hervorragend geeignet für Saft und Most, auch für Mus, und ein feinwürziger, charaktervoller Apfelbrand.
Die Früchte sind mittelgroß bis groß, breit kegelförmig, seltener kugelförmig, unregelmäßig gebaut mit schwachen Wülsten und mäßig druckfest. Die Grundfarbe ist trüb gelb bis weißlich gelb, darüber markant trübrot bis bläulich rot gestreift, großflächig, teils auch punktförmig verdichtet, sodass die Grundfarbe zwischen den Streifen durchscheint; teils karminrote Partien. Berostung findet sich nur schwach schuppig in der Stielgrube; die Schale ist trocken bis glatt, teils mit Bereifung. Stiel meist kurz bis mittellang, mitteldick bis dick, teils auffällig fleischig; Kelch mittelgroß, teils geöffnet. Das Fleisch ist weich, saftig und weiß, am Schalenrand teils schwach gerötet. Verwechselt wird die Sorte vor allem mit dem Luikenapfel (kleinere, ebenmäßigere Früchte, weniger Säure), dem Muskatellerluiken und dem Gewürzluiken. Die Angaben folgen Hans-Thomas Bosch auf obstsortenerhalt.de, der Streuobst-Patenschaftsbroschüre des Kompetenzzentrums Obstbau Bodensee, den Sortenempfehlungen des Landratsamts Göppingen, der Deutschen Genbank Obst sowie der Gemeinde Gingen.
Quellen: Obstarten und Obstsorten für unsere Streuobstwiesen – Landratsamt Göppingen · Streuobst-Patenschaften Landkreis Göppingen – KOB Bavendorf (PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3 + deepseek/deepseek-v4-flash, 2026-10-22). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.