Birne · Pyrus communis
Kieffers Sämling ist in erster Linie eine Wirtschaftsbirne, die auch als Tafel- und Kochbirne sowie zur Süßmostherstellung verwendet wird; beim Dörren entwickelt sie ein besonderes Aroma. Das Fruchtfleisch ist grünlich-weiß, bei Vollreife gelblich-weiß, fest, sehr saftig und süß-säuerlich würzig. Der Baum wächst anfangs stark, kommt früh in Ertrag und stellt an Klima und Boden keine besonderen Ansprüche. Da die Früchte sehr windfest sind, wird die Sorte für den Streuobstbau empfohlen.
Tafelobst Mostobst Dörrobst Brennobst
Synonyme: Hallauer Dornbirne, Kieffer, Quittenbirne
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Der Baum wächst in der Jugend kräftig und bildet hochpyramidale Kronen; die FRUCTUS-Sortenliste führt ihn als stark und aufrecht wachsend. Durch die reiche Fruchtbarkeit werden die Äste später auseinandergedrückt, sodass die anfänglich pyramidale Krone in eine breit ausladende, fast hängende übergeht; die Sorte lässt sich danach durch das ständige Emporwachsen neuer Fruchtäste und das Entfernen der abgetragenen, herabhängenden Äste laufend verjüngen (historisches Porträt von Fachinspektor Maierhofer, Korneuburg). Sie ist für Hoch- und Halbstamm gut geeignet (Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee) und steht auf der FRUCTUS-Liste der für den Feldobstbau empfohlenen robusten Birnensorten. Gegen Birnenschorf ist sie nach FRUCTUS praktisch frei bzw. nur schwach anfällig; gegenüber Feuerbrand fiel sie in den Triebinfektionsversuchen eines Interreg-IV-Projektes einheitlich als gering bis sehr gering anfällig aus, während der FRUCTUS-Sortensteckbrief „mittel anfällig“ angibt. Im Holz ist sie frostfest und wird für raue bzw. Frostlagen empfohlen; an Boden und Klima ist sie sehr anpassungsfähig, reichliche Erträge liefert sie jedoch nur bei günstigen Bodenverhältnissen und guter Wasserversorgung, sonst nur mäßige (Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee). Die Blüte erscheint früh; nach der FRUCTUS-Sortenliste ist die Sorte diploid. Der Ertrag wird als hoch eingestuft, ist aber deutlich alternierend: FRUCTUS nennt eine Neigung zur Alternanz, die Baumschulbeschreibung einen jahresweisen Wechsel zwischen hohen und sehr niedrigen Erträgen – Maierhofer berichtete dagegen noch von alljährlicher, fast überreicher Fruchtbarkeit.
Das gelbliche bis weiße Fleisch ist feinzellig, sehr saftig und schmelzend bis halbschmelzend; der Geschmack wird als säuerlich-aromatisch mit ausgeprägtem Quittenaroma beschrieben, historisch als süß und stark gewürzt. Als Tafelbirne gilt die Frucht eher als Wirtschaftsobst zweiter Qualität bzw. Liebhabersorte; ihre Bedeutung liegt im Mosten, Brennen und vor allem im Dörren – FRUCTUS nennt sie eine ausgezeichnete Dörrbirne, weist aber darauf hin, dass das Dörrgut rasch nachläuft und fast schwarz wird. Die Pflückreife wird je nach Quelle und Region zwischen Ende September und Mitte Oktober angegeben (FRUCTUS: mittelspäte Reife, Ernte Mitte Oktober), die Genussreife reicht von Mitte November bis Anfang Dezember; nach dem niederösterreichischen Porträt reift sie erst Mitte bis Ende November und ist dann noch einige Wochen lagerbar, nach FRUCTUS hält sie sich bei entsprechender Lagerung bis Februar. Bei Vollreife ist die Frucht sehr anfällig für Reibschäden: Diese oxidieren sofort, schon häufigeres Hantieren macht sie schwarzfleckig und unansehnlich.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß („übermittelgroß“), quittenähnlich, oft breit spindelförmig und insgesamt eher unregelmäßig geformt; gegen den Kelch zu ist sie leicht gerippt, der gerade, stark verholzte Stiel sitzt fest am Fruchtkuchen. Die grüngelbe, glatte und zähe bzw. dicke, weiche, nicht druckfeste Schale zeigt meist keine Deckfarbe, kann an der Sonnenseite aber braunrot, goldgelb rot gestreift sein. Das Fleisch ist weiß bis gelblich. Die Sorte entstand in Roxborough (Pennsylvania, USA) als Sämling der Chinese Sand Pear – einem Bastard zwischen der orientalischen und der europäischen Birne –, der um 1863 entstand und 1876 nach Peter Kieffer benannt wurde, auf dessen Farm der Sämling wuchs. In Europa ist sie seit etwa 1900 regional verbreitet; Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie besonders in Böhmen (Gegend von Schöllschitz bei Brünn) vermehrt und fand im Gebiet um Korneuburg in Niederösterreich starke Verbreitung. Neben Kieffer führen die Quellen die Namen Quittenbirne, Hallauer Dornbirne, Küferbirne, Kieffers Hybride und Amerikanische Butterbirne. Die Beschreibung beruht vor allem auf FRUCTUS (Sortenporträt und Sortenliste Feldobstbau 2021), dem Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee, den Feuerbrand-Testergebnissen der LWG Bayern und dem Porträt von F. Maierhofer in einer niederösterreichischen Gartenzeitschrift.
Quellen: Kieffers Sämling – Sortenporträt FRUCTUS · FRUCTUS-Sortenliste Feldobstbau – Robuste Birnensorten (2021) · Feuerbrandtolerante Apfel- und Birnensorten (LWG Bayern) · Kieffers Sämling – Detail, Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee · Kieffers Seedling, Tafel Nr. 380 (Niederösterreichische Gartenzeitschrift 1935–1956)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Kieffers Sämling 1863 in Roxborough, USA entstanden. Die Frucht ist mittelgroß, breit-spindelförmig bis birnförmig. Die Schalenfarbe ist grün, bei Vollreife gelb, oft reichlich grau berostet, grob und hart. Die Haut strömt einen an japanische Quitte erinnernden Duft aus. Das Fruchtfleisch ist grünlich-weiß, bei Vollreife gelblich-weiß, fest, sehr saftig, süß-säuerlich würzig, bei Vollreife weicher werdend. Wirtschaftsbirne, auch Tafel- und Kochbirne, zur Süßmostherstellung geeignet. Beim Dörren entwickelt die Birne ein besonderes Aroma, das Ananas ähnelt. Baumreife je nach Lage Mitte Oktober, Essreife bis Dezember im Kühllager bis Februar. Sehr ertragreich, späte Blüte. Anspruchslos an Klima und Boden, robust gegenüber Feuerbrand, für den Streuobstbau empfohlen. Die Früchte sind sehr windfest. Der anfangs starkwüchsige Baum kommt früh in Ertrag und hat sehr schönes gesundes Laub.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.