Birne · Pyrus communis
Mostobst Brennobst
Synonyme: Moselaner Trankbirne, Moseltrankbirne, Pleinerbirne
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Die Pleiner Mostbirne wächst stark und bildet hochkugelige bis breitpyramidale Kronen, meist mit mehreren gleichrangigen Gerüstästen. Die Fruchtäste sind mitteldicht verzweigt und ausladend, das Kronenbild wirkt dadurch locker und etwas hängend; das fahl dunkelgrüne Blatt gibt dem Baum ein etwas düsteres Aussehen (nach Bosch, zit. nach Aendekerk et al. 2016). Bereits Arnold (1874) hob sie als sehr fruchtbare Mostbirne des Regierungsbezirks Trier hervor. Sie ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau und soll aus historischen wie genetischen Gründen erhalten und bei extensiven Streuobstpflanzungen weiterhin berücksichtigt werden; noch 1949 empfahl sie die Landwirtschaftskammer Rheinland-Hessen-Nassau als eine von vier Mostbirnensorten für den Anbau im Regierungsbezirk Koblenz.
Die Früchte reifen Ende September bis Mitte Oktober. Die Sorte ist vorwiegend Mostbirne, wird hin und wieder aber auch als Brennbirne genutzt und gilt als nach wie vor interessant für die Herstellung guter Obstweine und -brände. In der Reife ist die Frucht sehr weich und wenig druckfest; sie wird nach der Ernte ziemlich rasch teigig und muss daher zügig verarbeitet werden.
Die meist hochkegelförmigen, zum Stiel hin nur wenig eingezogenen Früchte sind mit 60 bis 110 Gramm meist mittelgroß, selten groß, und oft etwas ungleichhälftig. Die trübgrüne Grundfarbe hellt sich in der Reife zu einem freundlichen Zitronengelb auf; eine Deckfarbe fehlt, gut besonnte Stellen färben sich leicht verwaschen orange. Die zahlreichen braunen Schalenpunkte sind sehr auffällig und gleichmäßig über die Frucht verteilt, die Schale ist glatt. Die mittelweite, eher flache Kelchgrube ist meist durch eine Rostkappe flächig berostet; der meist halboffene Kelch hat mittellange, mittelbreite, an der Basis oft hornartig verdickte Kelchblätter. Eine Stielgrube fehlt, auch der Stielbereich ist häufig flächig berostet; dort reißt die Frucht in der Reife schnell auf und welkt, wodurch sie durch Schalenpilze schwarzbraun verfärbt den charakteristischen „dreckigen Hals“ bekommt. Der mittellange (30–40 mm), vor allem zur Frucht hin grüne Stiel ist durch einen Fleischwulst oft seitlich verdrückt. Das Kernhaus liegt etwa mittig, die Achsenhöhle ist leicht geöffnet; die kleinen, mäßig zahlreichen Kerne sind leicht unförmig und in der Form etwas streuend. Wegen dieser prägnanten Merkmale ist die Sorte kaum mit einer anderen Mostbirne zu verwechseln. Die genaue Herkunft ist unbekannt; entstanden ist sie vor 1873 und wurde nach dem Ort Plein bei Wittlich benannt. Bis dahin galt sie als unbeschriebene Lokalsorte und zählte zu den sechs wichtigsten Mostbirnen ihrer Region. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in der Region Trier, im Saarland und in Luxemburg: Im westlichen Saarland wurde sie als zweithäufigste Birnensorte erfasst (Bosch 2006), in der Region Trier und in Luxemburg gehört sie zu den drei häufigsten Birnensorten; darüber hinaus kommt sie nur vereinzelt vor, auch weil sie anders als die Sievenicher Mostbirne in keiner überregionalen Pomologie des 20. Jahrhunderts beschrieben wurde. Synonyme sind Moselaner Trankbirne, Moseltrankbirne und Pleinerbirne; das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt führt sie als Regionalsorte mit dem Gefährdungsgrad „Standardsorte“. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Richard Dahlem im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (2026), das auf Arnold (1874), Bosch (2006) und Aendekerk et al. (2016) fußt.
Quellen: Pleiner Mostbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Dahlem u. a.: Äpfel und Birnen aus Luxemburg (2014) – Obstsortenliste · Aendekerk, Bosch u. a.: Äpfel und Birnen aus Luxemburg, 2. Auflage (2016) – Obstsortenliste · Pleiner Mostbirne – BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank (Sortenseite)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Fruchteigenschaften, außen
mittelgroß, grüngelb, saftig, mäßig herb
Reifeverhalten, Ernte, Lager
M.Okt.-A.Nov.
Verwendung
Mostbirne, sofort zu verarbeiten
Krankheiten, Schädlinge
gering anfällig
Wuchsverhalten
kräftiger Wuchs
Ursprung, Züchter, Verbreitung
westl. Saarland, Mosel, vor 1910
Literatur
BOSCH 2006 x
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.