Zibarte · Prunus domestica
Brennobst Unterlage
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Die Zibarte wächst mittelstark und bildet eine sparrige, dichte Krone. Sie gilt als wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge und als hochtolerant gegenüber der Scharka-Virose; auch auf kargeren Böden ist sie noch ertragreich. Die Standortansprüche sind gering, sie passt gut in Streuobstwiesen und traditionelle Mischpflanzungen und kommt in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz vereinzelt auch wurzelecht in Streuobstflächen vor; nach Taunus Brand gedeiht die Zibarte Blau bestens als Hochstamm auf Streuobstwiesen, ist dort allerdings eine ausgefallene Sorte. Für Höhenlagen fallen die Bewertungen unterschiedlich aus: FRUCTUS stuft sie dort als nicht geeignet ein, während Taunus Brand ihre Anspruchslosigkeit gerade in Höhenlagen und auf steinigem Untergrund hervorhebt. Der Ertrag ist reich und regelmäßig. Die Blüte erscheint früh, die Sorte ist selbstfruchtbar; eine zusätzliche, gleichzeitig blühende Sorte verbessert den Fruchtansatz dennoch, besonders bei ungünstiger Witterung während und unmittelbar nach der Blüte. Die Zibarte kann daneben als Unterlage für andere Pflaumensorten dienen.
Die Früchte reifen spät, von September bis Oktober, häufig erst nach dem ersten Frost. Frisch sind sie kaum genießbar: Das weiche, ausgesprochen gerbstoffhaltige Fruchtfleisch schmeckt herbsüß, säuerlich-herb und schlehenähnlich, erinnert eher an Schlehen als an Pflaumen; vollreif entwickelt sich ein feinfruchtiges, aromatisches Profil bei einem Zuckergehalt von rund 15–16 % (60–70 °Oechsle). Die Hauptverwendung ist die Obstbrennerei: Der Zibartenbrand, im Schwarzwald „Zibärtle“ genannt, ist eine vergleichsweise hochpreisige Spezialität mit feinem Mandelton – die geringe Ausbeute aus den kleinen, steinreichen Früchten und der hohe Lese- und Sortieraufwand machen ihn zu einer Rarität. Seltener werden die Früchte zu Mus, Marmelade oder Kompott verarbeitet; im Schweizer Entlebuch kennt man den süßen „Zyberlisturm“.
Die sehr kleinen Früchte von etwa 1 bis 3 cm Durchmesser sind kugelig bis flachrund, blau bis schwarzblau gefärbt und mehr oder weniger deutlich bereif; das gelbliche, feste bis weiche Fruchtfleisch umschließt einen großen, rundlich-eiförmigen, runzeligen Steinkern. Die Zibarte ist eine der ältesten Wildpflaumen Mitteleuropas: Ihre Kerne fanden sich bereits in jungsteinzeitlichen Siedlungen, schon um 800 v. Chr. war sie in Mitteleuropa beheimatet, und Hildegard von Bingen erwähnte die verwandten Kriechen um 1150 erstmals schriftlich. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Süddeutschland (Schwarzwald, Baden, Bayern) sowie den Grenzregionen Österreichs und der Schweiz; botanisch steht sie als Prunus domestica subsp. insititia (teils auch prisca bzw. var. syriaca, die Zuordnung ist strittig) unter der Pflaume. Heute gilt sie als selten bis nur lokal verbreitet. Die Beschreibung beruht auf den Porträts bei FRUCTUS, Obstarche Reddelich, Obstgarten.biz und Wikipedia; den Namen „Zibarte Blau“ belegt allein der Brennereibetrieb Taunus Brand.
Quellen: Taunus Brand – Zibarte Blau (Zibärtenbrand)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Siehe auch Zibarte Klon E.

| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 045 | Streuobstplantage Gartenfeld | O13 | 2024 |