obstdoc — Creo

Creo

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Grevenbroich
Seit
1880
Wüchsigkeit
mittel
Ernte
Mitte September – Ende September (09C-09E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Mitte September – Ende November (09C-11E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum der Sorte Creo wächst mittelstark; mit dem früh einsetzenden Ertrag lässt das Wachstum bald nach, so dass nur relativ kleine Kronen entstehen. Regelmäßiger Schnitt und bei starkem Fruchtansatz ein Ausdünnen sind daher wichtig, um Vergreisen und vorzeitige Erschöpfung des Baumes zu vermeiden und gute Fruchtqualität zu erhalten. Creo ist an die Bodenverhältnisse nicht anspruchsvoll und insgesamt wenig krankheitsanfällig: kaum anfällig für Schorf und relativ robust gegen Obstbaumkrebs, etwas anfällig für Mehltau; die Früchte zeigen eine gewisse Fäulnisanfälligkeit, die auf die Vatersorte Kaiser Alexander zurückgeführt wird. Der Ertrag ist hoch bis sehr hoch und regelmäßig — bereits im Versuchsanbau auf Schloss Dyck in den 1940er Jahren fiel die Sorte durch sehr hohe Erträge auf. Die Blüte liegt mittelfrüh, etwa gleichzeitig mit Boskoop oder Gravensteiner; als diploide Sorte ist Creo ein guter Befruchter für andere Apfelsorten. Wegen des reichen Tragens und des schwachen Wuchses gilt Creo vor allem für Haus- und Kleingarten als interessant, wo kleinere Baumformen erwünscht sind; dabei sollten mittelstarke oder starke Wurzelunterlagen bevorzugt werden, und bei einer Veredlung als Hochstamm ist ein Stammbildner als Zwischenveredlung zu verwenden.

Das Fruchtfleisch ist mildsäuerlich und leicht gewürzt, ohne hervortretendes Aroma; nach Lagerung wird es mürbe. Creo ist als Tafel- und Wirtschaftsapfel verwendbar. Die Pflückreife fällt auf Mitte bis Ende September, die Früchte halten etwa bis November. (Eine österreichische Obsttafel der Zeitschrift „Nach der Arbeit“ nennt für einen Spindelbusch in Korneuburg abweichend Reife Mitte Oktober und Haltbarkeit bis Ende Dezember sowie ein etwas grobkörniges, sehr saftiges und gut gewürztes Fleisch.)

Die Frucht ist mittelgroß, abgerundet kegelförmig, relativ ebenmäßig und regelmäßig geformt, im Querschnitt unregelmäßig rund. Die Grundfarbe ist bei Pflückreife weißlich bis gelblich grün, bei Genussreife weißlich gelb, die Deckfarbe rötlich bis bräunlich rot marmoriert und verwaschen streifig; gut besonnte Früchte sind zu einem Drittel bis vier Fünftel deckfarbig, Schattenfrüchte teils kaum. Die Schale ist glatt, glänzend, trocken und relativ dünn, die Frucht druckempfindlich. Kelchgrube mittelweit bis eng und mitteltief, Kelch mittelgroß und variabel halboffen, auch offen oder geschlossen; Stielgrube mittelweit bis weit, mitteltief bis tief, gering bis mäßig fein berostet, Stiel variabel mittellang bis lang, auch kurz, mitteldick; Fruchtfleisch ziemlich weiß, mittelfeinzellig und locker. Als Verwechsler gelten Kaiser Alexander und Bismarck. Die Sorte entstand um 1880 als Züchtung Diedrich Uhlhorns jr. (1843–1915) in Grevenbroich, von dem auch Freiherr von Berlepsch und Zuccalmaglios Renette stammen; als Eltern werden Peter Mathias (Kratz) und Kaiser Alexander angegeben, der Name geht auf den Spitznamen des Apothekers Johannes Kratz zurück, in dessen Grevenbroicher Garten der Ursprungsbaum 1944 noch gestanden haben soll. Vertrieben wurde Creo in den 1930er bis 1950er Jahren von der Baumschule Fey (Meckenheim); heute ist die Rheinland-Sorte sehr selten, Altbäume waren zuletzt nur noch aus dem Kreis Heinsberg bekannt, und sie wird als stark gefährdet eingestuft. Nach den Sortenbeschreibungen von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein) und dem LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“ (2010/2013) sowie einer historischen Obsttafel der Zeitschrift „Nach der Arbeit“.

Quellen: Creo – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de) · Creo – Pomologen-Verein, Obstsorten-Portal (Beschreibung Obstsorte 16645) · Creo – Regionale Obstsorten im Rheinland (LVR-Sortenflyer, PDF) · Creo – obstsortendatenbank.de (BUND Lemgo), Sortenseite · Creo – Obsttafel Nr. 372, „Nach der Arbeit“ (PDF, obstsortendatenbank.de) · Die 100 häufigsten Apfelsorten im deutschen Streuobst mit ihren Verwechslern (H.-J. Bannier, PDF) · Lokale Obstsorten – Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss · Von Fürsten, Pfarrern und Fabrikanten – Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss · Obstsortengarten und -wanderweg / Regionale Sortenvielfalt – Biologische Station Rhein-Kreis Neuss · Edelreiserabgabe Äpfel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Akzessionen Creo)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
UbdAiVOSortenerhaltungskultur Bergheimer DreieckE06