Apfel · Malus domestica
Die Goldparmäne ist ein um 1890 in London bekannt gewordener Winterapfel mit schmaler, aufrechter Krone aus steilen Leitästen; der Baum wächst in der Jugend mittelstark und wird schwachwüchsig. Geerntet wird von Ende September bis Anfang Oktober, genussreif bleibt die Frucht bis Ende Februar. Sie dient auch als Unterlage und Stammbildner. Wegen ihrer Krankheitsanfälligkeit gilt sie praktisch als schwierige Sorte, und ohne jährlichen Schnitt und kräftiges Verjüngen entstehen überbaute, vergreisende Kronen.
Tafelobst Wirtschaftsobst
#stammbildner#unterlage
Synonyme: Englische Wintergoldparmäne, Wintergoldparmäne
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Die Goldparmäne wächst in der Jugend mittelstark bis kräftig und steil, lässt im Vollertragsstadium jedoch deutlich nach und ist dann nur noch schwachwüchsig. Der Baum bildet schmale, hochgebaute Kronen mit steilen Leitästen und kurzen Seitenästen; im Alter trägt er oft nur noch außen und oben. Die Endgröße bleibt mittelgroß. Die Sorte ist früh und reichtragend, neigt aber mäßig zur Alternanz und kann sich durch Überfruchtbarkeit früh erschöpfen. Der Schnittaufwand ist hoch: jährlicher Schnitt und kräftiges Verjüngen sind nötig, sonst vergreist die Krone und die Früchte bleiben minderwertig. Die Leitäste sollten möglichst flach oder waagerecht angebunden werden.
Die Goldparmäne ist ausgesprochen krankheitsanfällig. Auf schweren, lehmigen, tonigen oder staunassen Böden erkrankt sie stark an Obstbaumkrebs, an schlecht durchlüfteten Standorten zudem an Schorf (Blatt: mittel, Frucht: schwach) und wird von Blattläusen, Blutläusen, Apfelwickler und Gleosporiumfäule befallen. Auch für Rauchgas ist sie anfällig. Sie verlangt daher unbedingt gut durchlüftete, offene Standorte mit lockerem, nahrhaftem und feuchtem Boden; am Waldrand darf sie nicht stehen. Auf optimalem Standort dankt sie das mit regelmäßigen und hohen Ernten; auf magerem oder verdichtetem Boden erschöpft sie sich dagegen rasch und bringt nur kleine Früchte. Sie gedeiht sowohl auf schwerem Lehm- als auch auf leichtem Sandboden, sofern diese ausreichend nahrhaft und feucht sind. Die Blüte ist je nach Quelle mittelfrüh bis spät angesetzt und gilt als widerstandsfähig gegen raue Witterung. Die Sorte ist ein guter Pollenbildner und selbst guter Befruchter. Der Vorerntefruchtfall beträgt etwa 20 %, die Früchte gelten als windfest. Die Sorte ist prinzipiell für Hochstamm, Straßenpflanzungen und Streuobst geeignet, wurde früher auch für Pyramiden und Horizontal-Cordons empfohlen, ist aber wegen der hohen Pflegeansprüche eine schwierige Streuobstsorte. Der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt sie dennoch für Streuobst; H.‑J. Bannier rät wegen der Krankheitsanfälligkeit von Neupflanzungen ab.
Die Früchte schmecken frisch geerntet fruchtig und saftig, entwickeln nach einigen Wochen Lagerung ein typisches, an Walnuss erinnerndes Nussaroma und einen edlen, gewürzhaften, weinigen Zuckergeschmack. Sie sind ein vorzüglicher Tafelapfel von besonderer Qualität; eine Beimischung in einen Apfelsaft-Cuvée hebt dessen geschmackliche Qualität. Auch zum Mosten, Dörren und als Wirtschaftsapfel sind sie brauchbar. Die Ernte erfolgt ab Ende September bis Mitte Oktober; die Genussreife beginnt ab Oktober/November und die Früchte halten sich bei guter Lagerung bis Januar, teils bis Februar oder März, werden dann aber mehlig. Im Naturlager kann die Schale einfallen.
Die Frucht ist mittelgroß bis ziemlich groß (etwa 60–70 mm breit, 60 mm hoch), hochgebaut, stumpfkegelförmig und regelmäßig. Die Schale ist glatt, glänzend, von grünlichgelber bis goldgelber Grundfarbe, sonnenseits mit vielen karmesinroten Streifen und feiner Röte. Der Kelch ist offen mit zurückgeschlagenen, am Grunde grünen und feinwolligen Blättern. Der Stiel ist mittellang, dünn, holzig, die Stielhöhle tief und fein berostet. Das Fleisch ist gelblichweiß bis cremefarben, sehr fein, abknackend und fest, später mürbe, saftreich. Die Sorte stammt aus England, wo sie der Baumschulenbesitzer Kirke in Brompton bei London Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete. Diel erhielt sie 1800 als „King of the Pippins“ aus London und beschrieb sie als „Englische Wintergoldparmäne“. 1853 wurde sie in Naumburg zum allgemeinen Anbau empfohlen und war lange eine der verbreitetsten und angesehensten Tafelobstsorten Deutschlands. Aus dem modernen Erwerbsanbau ist sie aufgrund ihrer Krankheitsanfälligkeit nahezu verschwunden. Hauptquellen: H.-J. Bannier / Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), Obsttafel Nr. 114 (Gartenzeitschrift 1935–1956), Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Deutsche Genbank Obst.
Quellen: Goldparmäne – Bergischer Streuobstwiesenverein · Winter-Goldparmäne – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (Speccol WUR) · Goldparmäne – Deutsche Genbank Obst (Passport-Daten) · Goldparmäne – Wikipedia · Wintergoldparmäne – Obsttafel Nr. 114 (Gartenzeitschrift 1935–1956) · Goldparmäne – Obstsortendatenbank (Synonym- und Literaturverzeichnis)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Besonders als Unterlage geeignet (N = 6).

| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 027 | Kalte Berg W-Wiese | 3 | 2019 |
| 034 | Kalte Berg W-Wiese | 10 | 1988 |
| jqmk9 | Obst-Arboreum Gut Leidenhausen | ||
| 620 | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | C07 | 1992 |
| 625 | Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen | E06 | 1992 |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Koordinaten |
|---|---|---|
| 10858750858 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc000779510), %!f(*float64=0xc000779518) |
| 10858778356 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc000779570), %!f(*float64=0xc000779578) |
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| 12983920644 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc000779620), %!f(*float64=0xc000779628) |
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| 13807939097 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc0007796d0), %!f(*float64=0xc0007796d8) |
| 13910659308 | %!f(*float64=0xc000779728), %!f(*float64=0xc000779840) | |
| 3313235100 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc000779910), %!f(*float64=0xc000779918) |
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| 7834399632 | Goldparmäne | %!f(*float64=0xc0007799b0), %!f(*float64=0xc0007799b8) |
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