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Beggendorfer Mehlbirne

Birne · Pyrus communis

Die Beggendorfer Mehlbirne ist eine alte Birnensorte aus Beggendorf bei Baesweiler im Raum Aachen, die Mitte August geerntet wird. Der Baum wächst sehr stark und bildet mächtige Kronen, die sehr alt werden können und sich unter Fruchtbehang zu einer breit ausladenden, apfelbaumähnlichen Form entwickeln. Die Früchte wurden fast ausschließlich als Verarbeitungsbirne genutzt, zum Dörren oder zur Herstellung von Birnenmus für den "Schwazze Flaa". Die Erträge sind hoch, allerdings alterniert die Sorte stark.

Herkunft
Beggendorf (Ortsteil Baesweiler), umgebende Gemeinden, Raum Aachen
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
breit ausladend, apfelbaumähnlich, überhängend
Ernte
Mitte August (08C)
Blüte
mittelspät
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte

Wirtschaftsobst Mostobst

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Beggendorfer Mehlbirne bildet einen sehr starkwüchsigen Baum mit mächtigen, imposanten Kronen, die sehr alt werden können. Neben dem Mittelstamm wachsen die Hauptseitenäste zunächst steil auf und kippen später unter Fruchtbehang stark ab, so dass sich eine breit ausladende, apfelbaumähnliche Krone mit außen überhängenden Seitenästen ergibt. Die Sorte gilt als robust und langlebig und bevorzugt gute Böden. Der Ertrag ist hoch, allerdings etwas alternierend. Die Blüte liegt mittelspät; zur Befruchtereignung gehen die Angaben auseinander — das LVR-Sortenblatt (2013) hält die Sorte für nicht als Befruchter anderer Birnensorten geeignet, während H.-J. Bannier sie als vermutlich triploide Sorte auch als Befruchter in Betracht zieht. Sie ist eine ausgesprochene Streuobstsorte, deren große Bäume besonders zur Blütezeit das Landschaftsbild prägen, und wird im Rahmen von Pflanzaktionen im Ursprungsgebiet wieder ausgegeben.

Geschmacklich ist die Frucht mild säuerlich, das gelblich weiße Fruchtfleisch ist zunächst saftig, wird aber schnell breiig beziehungsweise mehlig — darauf verweist der Namensbestandteil „Mehlbirne“. Die Pflückreife liegt etwa Mitte August; die sehr weichen Früchte sind nur wenige Tage haltbar und nach kurzer Lagerung nicht mehr transportfest, weshalb sie zügig verarbeitet werden müssen. Sie ist damit eine typische Wirtschafts- und Verarbeitungsbirne, deren Früchte aufgesammelt werden: genutzt wurde sie fast ausschließlich zum Dörren und zur Herstellung von Birnenmus, das die Grundlage für den „Schwazze Flaa“ („Schwatze Flaam“) bildete, eine gebietstypische Kuchenspezialität, die bei Beerdigungen zum anschließenden Kaffeetrinken gereicht wurde.

Die Frucht ist mittelgroß, birnenförmig, kelchbauchig, zum Stiel hin verjüngt und seitlich eingeschnürt, um den Kelch abgerundet, im Querschnitt fast rund, variabel auch kantig. Die Grundfarbe ist grün bis graugrün und hellt bei Pflückreife weißlich gelb auf, die Deckfarbe ist orange-bräunlich rot, gehaucht oder verwaschen-streifig über höchstens ein Drittel der Frucht, teils auch fehlend; die Schalenpunkte sind zahlreich, klein, hell rostfarben oder grün und auf grüner Grundfarbe umhöft. Die Schale ist glatt und trocken, die Kelcheinsenkung flach und mittelweit, teils hellbraun fleckig berostet, der Kelch offen und mittelgroß und ragt oft kronenähnlich über die Einsenkung hinaus; eine Stielgrube fehlt, der markante, mittellange bis mitteldicke Stiel sitzt auf und ist im Ansatz fleischig verdickt beziehungsweise geht in einen Fleischwulst über. Die Kerne sind meist voll entwickelt, gut mittelgroß (etwa 9 : 4 mm) und kastanienbraun. Herkunft und Entstehungszeit sind unbekannt; es handelt sich um eine Lokalsorte, die nördlich von Aachen in Beggendorf (Ortsteil von Baesweiler) und den umliegenden Gemeinden im Streuobst vorkommt und dort älteren Menschen noch bekannt ist, deren Altbaumbestand aber sehr klein geworden ist; sie wird als vom Aussterben bedroht eingestuft. Als Verwechslersorten werden die Köstliche von Charneux (Unterscheidung über die Reifezeit) und die Römische Schmalzbirne genannt. Die Sorte ist im Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“ (LVR-Netzwerk Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland, 2010, sowie Neuauflage 2017) beschrieben, in der Gesamtliste der Obstsorten des Bundessortenamtes mit amtlich anerkannter Beschreibung geführt und wurde im molekulargenetischen Birnen-Screening des NABU NRW erfasst. Beschreibung nach H.-J. Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) und dem LVR-Sortenblatt der Biologischen Stationen im Rheinland.

Quellen: Beggendorfer Mehlbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenportrait, H.-J. Bannier) · Beggendorfer Mehlbirne – Sortenflyer, LVR / Biologische Stationen im Rheinland (2013) · LVR-Netzwerk Kulturlandschaft – Obstsortenliste (2. Aufl. 2017), PDF bei BUND Lemgo · Bundessortenamt – Gesamtliste der Obstsorten, Birne (GLO_BRN) · NABU NRW – Tabelle Molekulargenetik Birnen (Sortenscreening NRW) · Biologische Station StädteRegion Aachen – Projekt Lokale Obstsorten (LVR) · Stadt Baesweiler – 'Baesweiler blüht auf' · Projekte im Rheinischen Revier – 'Baesweiler blüht auf / Rettet die Mehlbirne!' · LiKK e.V. – Beggendorfer Mehlbirne

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.