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Späte Knorpelkirsche

Die Späte Knorpelkirsche wurde 1850 in Guben an der Neiße bekannt. Sie blüht spät und entgeht damit dem Spätfrost, trägt früh und reich, allerdings unregelmäßig und stark alternierend. Der sehr starkwüchsige Baum liefert ausgezeichnete Tafelkirschen, die sich zugleich besonders gut für Mus und Kompott eignen.

Herkunft
Guben (an der Neiße), Deutschland
Seit
1850
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
hochkugelig
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Blüte
spät

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Schneiderkirsche, Schwarze Knorpelkirsche, Ziraat

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die 'Späte Knorpelkirsche' ('Schneiders Späte Knorpelkirsche') ist eine zu den schwarzen Knorpelkirschen gehörende Süßkirsche. Der Baum wächst sehr stark und bildet hochkugelige bis hochovale, reich verzweigte Kronen mit steilen Seitenästen, die im Alter breiter werden; die Verkahlungsneigung ist gering. Er gilt als gesund und widerstandsfähig, ist widerstandsfähig gegen Gummifluss und kann alt werden; empfänglich ist er dagegen für Pseudomonas-Bakterienbrand und Winterfrost. Die Blüte beginnt spät und dauert lange. Die Sorte ist selbststeril (S-Allele S3S12) und braucht einen Befruchtungspartner; als geeignet werden u. a. Hedelfinger Riesenkirsche, Büttners Rote Knorpelkirsche, Kassins Frühe, Regina, Sam, Summit, Sylvia, Große Schwarze Knorpelkirsche und Schattenmorelle genannt. Der Ertrag setzt früh ein; ältere Quellen heben Reichträglichkeit hervor, neuere Beobachtungen nennen ihn mittel bis hoch, aber nicht regelmäßig, da er stark vom Insektenflug während der Spätblüte abhängt. Die Sorte liebt lockere, leichtere, durchlässige und nährstoffreiche Böden mit guter Wasserführung und gilt als anspruchsvoll, für gute Standorte; sie wird auch für Höhenlagen als geeignet angegeben. Die Früchte sind platzempfindlich — bei Regen platzen sie mit anschließender Fruchtfäule —, und junge Bäume stoßen die Früchte in den ersten Jahren oft ab („Röteln"). Wegen ihrer Größe ist die Sorte vor allem für Streuobstwiesen und größere Flächen geeignet; sie gehört zu den häufigsten Süßkirschen des deutschen Streuobsts und war lange im Erwerbsanbau verbreitet, wird dort heute wegen geringer Produktivität und Platzempfindlichkeit aber nur noch als Nebensorte geführt.

Die Früchte reifen in der 5. bis 6. Kirschwoche (nach anderer Angabe 6.–7. Woche), stark folgernd, sodass die Ernte ungleichmäßig anfällt und sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Das Fruchtfleisch ist sehr fest, knorpelig und saftig, von süß-würzigem, aromatischem Geschmack mit schwacher Säure und ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis; nur vollreif ist die Frucht wirklich wohlschmeckend. Sie ist eine klassische Tafelkirsche, die dank der festen, glänzenden Früchte versandfest ist und sich zugleich zum Einmachen sowie zur Kompott- und Konservenherstellung eignet.

Die Frucht zählt zu den größten Kirschen überhaupt: breit- bis stumpfherzförmig, unregelmäßig gebaut und etwas plattgedrückt, etwa 25–30 Millimeter groß und bis rund 13 Gramm schwer, mit gut sichtbarer Bauchnaht. Die zähe, glatte Haut ist dunkelbraunrot bis schwarzbraun und mit vielen feinen hellen Punkten gesprenkelt; der lange, dünne Stiel (40–45 Millimeter) sitzt in einer weiten, tiefen Höhle. Das hellrote Fleisch ist um den Stein strahlenförmig gerötet und zum Stein hin dunkler, löst sich nicht ganz vom eiförmigen Stein (etwa 12 × 10 Millimeter). Die Sorte entstand um 1850 als Zufallssämling in Guben an der Neiße und ist nach dem Besitzer des Grundstücks benannt, auf dem der Baum gefunden wurde; als Handelsjahr wird 1865 angegeben. Sie verbreitete sich in ganz Europa; bekannte Auslesen sind Nordwunder, Zeppelin und Rekord, aus der Türkei wird sie fälschlich unter der Bezeichnung 'Napoleon' nach Deutschland vertrieben. Die Beschreibung beruht auf der Obsttafel 148 der „Illustrierten Wochenzeitung für Garten und Heim" (Obstsortendatenbank des Pomologen-Vereins), dem Passport der Deutschen Genbank Obst, dem Sortenblatt des DLR Rheinpfalz und dem Sortenporträt des Bildungszentrums für Gartenbau Baden-Württemberg (BOGL).

Quellen: Obsttafel 148: Schneiders späte Knorpelkirsche (Illustrierte Wochenzeitung für Garten und Heim) · Schneiders späte Knorpelkirsche – Wikipedia · Passport Schneiders Späte Knorpelkirsche – Deutsche Genbank Obst · Schneiders Späte Knorpelkirsche – Sortenblatt DLR Rheinpfalz · Süßkirsche 'Schneiders Späte Knorpelkirsche' – Native Plants (Shop) · Truchsess: Systematische Klassifikation und Beschreibung der Kirschensorten (Stuttgart 1819) – Namensliste · Lucas: Pomologische Tafeln zum Bestimmen der Obstsorten, Bd. III Kirschen und Pflaumen (1869) – Namensliste

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
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