Birne · Pyrus communis
Die Berder Graue ist eine Birne aus dem Kreis Heinsberg im Rheinland, benannt nach Birgden/Berde. Ihre von Ende August bis Ende September geernteten Früchte eignen sich gut als Mostobst, besonders für Birnenkraut, Mus und Kompott. Der Baum wächst stark und bildet eine breit ausladende Krone; der Ertrag fällt jedoch stark alternierend an, etwa jedes zweite Jahr. Als wahrscheinlich triploide Sorte taugt die Berder Graue nicht als Befruchter für andere Birnensorten.
Wirtschaftsobst Mostobst Krautobst
Synonyme: Birgdener Graue, Wäles-Peer (Welsche Birne)
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Der Baum der Berder Graue wächst stark und bildet eine breite, kugelige, teils breit ausladende, etwas apfelbaumähnliche Krone ohne eindeutigen Mittelstamm; er gilt als stattlich. Zahlreiche kräftige Seitenäste setzen steil an, und der obere Kronenbereich kippt unter Fruchtbehang stark ab. Die Sorte ist robust gegen Birnenschorf und Rindenbrand und ist hinsichtlich Boden- und Standortverhältnissen breit anbaufähig. Die Blüte beginnt im Vergleich zu anderen Birnensorten mittelfrüh und hält lange an. Als wahrscheinlich triploide Sorte ist sie kein guter Befruchter für andere Birnensorten. Der Ertrag ist hoch, aber alternierend – die Bäume tragen jedes zweite Jahr. Die stattlichen Bäume blieben oft als letzte auf den Weiden stehen, als die örtlichen Krautfabriken und das häusliche Krauteinkochen verschwanden. (nach H.-J. Bannier, LVR-Netzwerk Kulturlandschaft 2017)
Die Früchte werden vor allem für die Herstellung von Birnenkraut verwendet. Als Krautbirne hat die Sorte die wichtige Eigenschaft, beim Krautkochen im Kupferkessel nicht anzubrennen. Die reifen Früchte eignen sich auch als Obst für die Bewohner der Region und der Dörfer; die Früchte wurden auch zur Saftbereitung genutzt, zum Trocknen wird weiter geprüft. Die Ernte der Berder Grauen folgt Ende August bis September; bis Mitte September sollen die Früchte verarbeitet werden. Im Geschmack ist die Frucht mäßig saftig, mild säuerlich und schwach aromatisch; die dünne, mürbe Schale stört beim Verzehr nicht.
Die Frucht ist mittelgroß, kegelförmig oder kreiselförmig, kelchbauchig und kelchseitig mittelbreit abgeplattet (die Frucht „steht“), zum Stiel hin gerade konisch verjüngt; im Querschnitt ziemlich rund, teils schwach kantig. Die Grundfarbe ist baumreif hellgrün, in der Reife hellgelb, eine Deckfarbe fehlt; häufig sind weite Teile der Frucht flächig oder netzig von einer feinen, grauen, von der Stielseite ausgehenden Berostung bedeckt (bis zu zwei Dritteln der Frucht), unter der die Grundfarbe teils durchscheint; die Schalenpunkte auf der Berostung sind groß und graurosa. Der Kelch sitzt in einer mittelweiten, mitteltiefen Kelchgrube und ist mittelgroß und offen; der kurze (15–20 mm), mittel- bis dicke Stiel ist meist gerade, oliv graubraun, die Stielgrube fehlt, die Stielumgebung trägt meist eine graubraune Rostkappe. Das beige, unter der Schale grünliche Fruchtfleisch ist fest, mäßig saftig, mild säuerlich und schwach aromatisch; das Kernhaus ist mittelgroß, mittel- bis kelchständig, die dunkelbraunen, meist schmalen Kerne gut mittelgroß (8,5 : 4 bis 9 : 4 mm), öfter auch taube Kerne. Verwechslerinnen sind die Puspasbirne (Rhein-Kreis Neuss), Josefine von Mecheln und baumreif evtl. Madame Verte. (nach H.-J. Bannier, LVR-Netzwerk Kulturlandschaft 2017)
Die Berder Graue ist – wie zahlreiche andere Krautbirnensorten des Kreises Heinsberg – mit der dort lange lebendigen Tradition der Herstellung von Birnenkraut verbunden. Sie war am westlichen Ende des Kreises Heinsberg nahe der niederländischen Grenze verbreitet, in den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Benannt ist sie nach der Ortschaft Birgden (Gemeinde Gangelt), die im örtlichen Dialekt auch „Berde“ genannt wird; die Namensform „Berder Graue“ wird in der Literatur als Nebenform der „Birgdener Graue“ geführt. Die genaue Herkunft und der Entstehungszeitpunkt sind nicht mehr bekannt. Theo Jansen nennt die Sorte im Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1977 unter dem Namen „Wäles-Peer“ („Welsche Birne“), was darauf hindeutet, dass sie einst aus Frankreich in den heutigen Kreis Heinsberg gelangt ist. In Birgden und den umliegenden Gemeinden war sie einst stark verbreitet: In einer Aufstellung von 1940 über das Marktangebot verschiedener deutscher Obstanbaugebiete wird die Birgdener Graue als eine von vierzehn Birnensorten des Rheinlandes für Frischmarkt und Industrie genannt (Gross, „Der Obst- und Gemüsemarkt“, Bd. 1, S. 210). Mit dem Verschwinden der örtlichen Krautfabriken und der Tradition des häuslichen Krauteinkochens schrumpfte der Bestand; erhalten blieben einzelne Bäume in Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Die Beschreibung beruht auf dem Sortensteckbrief von Hans-Joachim Bannier in „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!“ (2., stark erweiterte Auflage, Köln 2017).
Quellen: H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Obstsortenliste des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! (2. Aufl., Köln 2017) · Tabelle 4 – Molekulargenetik Birnen (NABU NRW) · Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste Obst – Birnen (GLO_BRN_215)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.