Birne · Pyrus communis
Die Rheinbirne stammt aus der Region Bonn/Siegburg und war als reines Wirtschaftsobst verbreitet, vor allem in Form von Hochstämmen auf Obstwiesen und in Alleen. Ihre eher kleinen Früchte eignen sich gut zur Verarbeitung zu Mus und Kompott; früher wurden sie häufig zu Birnenkraut verarbeitet. Auch als Brennobst lässt sich aus ihnen ein Obstbrand herstellen. Als Tafelbirne taugt die kleinfrüchtige Sorte dagegen nicht.
Wirtschaftsobst Krautobst Brennobst
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Die 'Rheinbirne' ist eine großfrüchtige Wirtschafts- bzw. Krautbirne mit stark wachsenden Bäumen, die hohe, breite Kronen ausbilden – meist mit zahlreichen, starken Seitenästen und reichlicher Fruchtbarkeit, ohne dominierenden Mittelstamm; die starken Stämme zeigen eine grobborkige, fast eichenähnliche Rinde. Die Blüte erscheint im Vergleich zu anderen Birnensorten in der mittleren Blütezeit, zeitgleich mit der 'Köstlichen von Charneux', und fällt durch auffallend große, schüsselförmig geschlossene Blüten mit rosaroten Staubbeuteln auf. Als triploide Sorte ist die 'Rheinbirne' kein guter Befruchter für andere Birnensorten. Gesundheitlich ist sie – anders als viele reine Wirtschaftsbirnen – deutlich anfällig für Birnenschorf, was die Vitalität der Bäume aber anscheinend kaum beeinträchtigt; vereinzelt wurde zudem eine leichte Anfälligkeit für Rindenbrand beobachtet. Gleichwohl meldeten Pomologen und Streuobst-Aktive die Sorte als im Streuobst besonders robust, weshalb sie 2023 als eine von 160 Birnensorten in das Birnen-Arboretum in Bielefeld-Hoberge (H.-J. Bannier/S. Avenwedde) gepflanzt wurde.
Die Früchte wurden einst vor allem zur Herstellung von Birnenkraut (eingedicktem Birnenmus) verwendet; das Krauteinkochen war im Rhein-Sieg-Kreis weit verbreitet, und noch in den 1950er Jahren wurden von der Birnenallee bei Hennef-Söven geerntete Rheinbirnen mit dem Pferdefuhrwerk zur Krautpatsche nach Eitorf gefahren. Heute werden die Früchte kaum noch genutzt. Die Sorte ergibt aber nach LOREOS einen hervorragenden, nach dem LVR-Handbuch einen 'sehr guten' Obstbrand; ob die Früchte auch zum Dörren oder für sonstige Verarbeitungen geeignet sind, wird im Handbuch als noch zu prüfen angesehen. Die Ernte erfolgt je nach Witterung von Ende September bis Mitte Oktober. Die Früchte fallen bei Vollreife vom Baum – sie hängen nicht, wie bei vielen anderen Birnen, bis zur Mehligkeit – und können daher gut vom Boden aufgelesen und gleich verarbeitet werden; baumreif gepflückt halten sie sich nur wenige Wochen.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, birnenförmig, dickbauchig, kelchseitig breit abgeflacht, stielseitig verjüngt und teils zum Stiel hin zugespitzt, im Querschnitt unregelmäßig rund. Die Grundfarbe ist gelblichgrün und reift zu warmgelb bis ockergelb ab; die Deckfarbe ist sonnenseitig bräunlichrot bis kupferfarben (ähnlich wie bei 'Clairgeau') und nimmt etwa ein Fünftel bis ein Drittel der Frucht ein. Die Schalenpunkte sind mittelgroß, mitteldicht verteilt und graubraun berostet, die Fruchtfläche teils fleckig graubraun oder braun berostet; baumreif ist die Frucht fest und relativ schwer, die Schale glatt bis feinrauh, der Stiel mittellang bis lang, der Kelch mittelgroß und offen bis halboffen. Über die genaue Herkunft der Sorte ist nichts Näheres bekannt; sie liegt wohl im Rheinland, und das Hauptverbreitungsgebiet hat die 'Rheinbirne' im Rhein-Sieg-Kreis bzw. im Raum Bonn/Siegburg entlang des Rheins – linksrheinisch u. a. um Wachtberg/Bad Godesberg, rechtsrheinisch im Siebengebirge und im angrenzenden Pleiser Hügelland, wo noch zahlreiche Altbäume stehen; Einzelfunde stammen zudem aus der Eifel zwischen Nideggen und Zülpich sowie von Stolberg. Erstmals erwähnt wird die Sorte 1916 und 1918 in der Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Garten- und Gemüsebau (1916, Heft 1; 1918, Heft 2), wo sie neben der 'Ölligsbirne' und der 'Hufenbirne' als Krautbirne genannt wird. Ob sie mit der von Diel (1818–1833) beschriebenen, im Oktober reifenden 'Rainbirne' identisch ist, ist unklar; mit der 'Rheinischen Birne' der Sortenliteratur des frühen 19. Jahrhunderts ist sie dagegen nicht identisch. Mit dem Verschwinden der rheinischen Krautfabriken und des häuslichen Krauteinkochens verlor die Sorte an Bedeutung, geriet weitgehend in Vergessenheit und drohte auszusterben; im Rahmen des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft werden Altbäume wieder gepflegt und nachgezogen. Eine landschaftsprägende Allee mit über 120 Birnbäumen, darunter zahlreichen 'Rheinbirnen' und teils bis zu 200 Jahre alten Exemplaren, steht an der Blankenbacher Straße zwischen Söven (Hennef) und Königswinter-Uthweiler. Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt im LVR-Handbuch 'Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!' (2. Aufl., Köln 2017; Biologische Stationen des Rheinlandes, Fotos u. a. H.-J. Bannier) sowie auf den Angaben des LOREOS-Portals (Roland Steinwarz, nach der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis, B. Bouillon).
Quellen: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl. 2017 (LVR-Netzwerk Kulturlandschaft / Biologische Stationen) – Sortenporträt Rheinbirne · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Rheinbirne – LOREOS – Lokale und regionale Obstsorten · Die Birnenallee bei Hennef-Söven – LOREOS · Rheinbirne – Wikipedia · Projekte – Obst-Arboretum Bielefeld (Birnen-Arboretum Hoberge) · Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – 1. Aufl. 2012 (LVR-Netzwerk Umwelt), Sortenliste Birnen · Rheinbirne – LiKK e. V. (Sortenseite)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-02). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 7ubbe | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | C19 | 2023 |
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