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Geflammter Kardinal

Apfel · Malus domestica

Der Geflammte Kardinal ist eine alte Apfelsorte aus Sachsen, die bereits 1762 erwähnt wird. Sie gedeiht auch auf schlechten, trockenen Böden und eignet sich für Höhenlagen. In der Küche wurde sie vor allem für Kuchen und Strudel verwendet; geerntet wird sie Anfang bis Mitte Oktober und ist nach kurzer Lagerung bis Anfang Dezember genießbar. Die Bäume werden sehr alt und bilden große, ausladende Kronen, die im Alter in die Breite gehen. Da die Sorte triploid ist, eignet sie sich nicht als Pollenspender für andere Apfelbäume.

Herkunft
Sachsen, Deutschland
Seit
1762
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
flach, tischförmig
Gefährdung
vom Aussterben bedroht
Ernte
Anfang Oktober – Mitte Oktober (10A-10C)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang Oktober – Anfang Dezember (10A-12A)
Wikidata
Q23297712
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst

Synonyme: Bischofsmütze, Borgherre, Bürgerherrenapfel, Bürgerherrnapfel, Falscher Gravensteiner, Geflammter Weisser Cardinal, Geflammter weißer Kardinal, Kantorapfel, Pleissner Sommer-Rambour, Pleißner Sommer Rambur, Posamoner, Strudelapfel, Tortenapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst in der Jugend kräftig, später wird der Wuchs als mittelstark bis stark beschrieben. Er bildet eine charakteristische, ausladende und breite Krone, die im Alter eine tischförmige bis sehr flache Gestalt annimmt; die Äste werden später hängend. In der Baumschule wächst er nicht gerade, was die Stammerziehung erschwert. Der Geflammte Kardinal ist robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge, gelegentlich wird eine Krebsanfälligkeit erwähnt. Er besitzt eine hohe Vitalität und kann sehr alt werden. Die Sorte ist anspruchslos an Boden und Lage und auch für Höhenlagen geeignet; als Gebirgsobstbaum hat sie sich besonders in den Voralpen bewährt. Auf trockenem, schwerem Boden trägt sie, auf feuchtem, leichtem oder sandigem Boden steigert sich die Tragbarkeit. Zur Winterfrosthärte des Holzes gehen die Angaben auseinander – teils wird der Baum als sehr frosthart beschrieben, teils wird berichtet, dass er in rauen Gegenden zuweilen vom Winterfrost leidet. Die Blüte ist früh, langanhaltend und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse; sie gilt als nicht frostanfällig. Die Sorte ist triploid und daher als Pollenspender ungeeignet. Der Ertrag setzt erst nach einigen Jahren ein, ist dann aber regelmäßig und reich; zur Alternanz neigt der Baum kaum. Die Früchte werden gern vom Wind abgeworfen, weshalb geschützte Lagen vorteilhaft sind. Wegen seiner Kronenbildung soll der Baum nur als Hochstamm gezogen werden; als Streuobstsorte wird er empfohlen. Für Formobstzucht hat er keine Bedeutung.

Der Geschmack ist weinsäuerlich bis süßweinsäuerlich, erfrischend und säurebetont, jedoch ohne Gewürz und ohne nennenswertes Aroma. Das Fleisch ist saftig. Der Geflammte Kardinal ist in erster Linie ein Wirtschafts- und Küchenapfel, der besonders für Kuchen, Strudel und zum Mosten geschätzt wurde; er eignet sich auch zum Dörren und Backen sowie zur Obstweinbereitung. Als Tafelapfel ist er nur eingeschränkt verwendbar. Die Pflückreife liegt je nach Lage zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Früh gepflückte, gesunde Äpfel können kühl und dunkel gelagert bis in den Februar oder März halten; bei Genussreife ist die Lagerfähigkeit schlecht. Im Lager neigen die Früchte zu Fäule und faulen gern von innen heraus.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß und in ihrer Form außerordentlich variabel: von kegelförmig über fassförmig bis abgeplattet kugelig, dabei im Querschnitt stark drei- bis vierkantig und in der Rundung oft verschoben. Die Stielgrube ist tief, weit und meist grobschuppig dunkelbraun berostet, der Stiel kurz und dick. Die Kelchgrube ist eng und mitteltief, mit flachen Rippen, die über die ganze Frucht laufen; der Kelch ist meist geschlossen, oft unrund. Die Schale ist glatt, glänzend und wird beim Lagern leicht fettig; die Grundfarbe ist strohgelb, sonnenseits ist die Frucht karminrot geflammt und gestreift. Das Kernhaus ist groß, hohlachsig, die Kammern sind weit offen und enthalten oft unvollkommene, taube Kerne. Das Fruchtfleisch ist cremefarben bis grüngelblichweiß und locker. Die Herkunft der Sorte ist nicht sicher geklärt; sie stammt vermutlich aus Deutschland (Sachsen) und wurde erstmals 1801 von Adrian Diel beschrieben, der sie unter sechs verschiedenen Namen führte. 1860 wurde sie vom Deutschen Pomologenverein zum Anbau empfohlen. Früher war der Geflammte Kardinal weit verbreitet und wurde in großen Mengen aus Ungarn und Kroatien auf den Wiener Markt gebracht. Er wird häufig mit dem Gravensteiner verwechselt, dem jedoch der charakteristische Geruch fehlt.

Nach H.-J. Bannier, J. Bade, Th. Engelbrecht sowie den historischen Quellen „Nach der Arbeit“ und „Unsere besten Deutschen Obstsorten“.

Quellen: Geflammter Kardinal – Bergischer Streuobstwiesenverein · Geflammter Kardinal – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Geflammter Kardinal – Wikipedia · Geflammter Kardinal – Nach der Arbeit, Obsttafel Nr. 157 (1935–1956) · Geflammter Kardinal – Unsere besten Deutschen Obstsorten, Tafel Nr. 14 (ca. 1930) · Geflammter weisser Cardinal – Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten (1889) · Geflammter Kardinal – Deutsches Obstbaummuseum · Geflammter Kardinal: Die Apfelsorte im Portrait – Plantura · Geflammter Kardinal – Obstsortendatenbank BUND Lemgo

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

BaumBongertPositionPflanzjahr
540Streuobstplantage RommelshardK042024
132Streuobstplantage SpechtsbergI042025
514Streuobstplantage SpechtsbergF062026

Bilder aus Wikipedia

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joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Trollfreie Zone · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Rudolf Goethe · Public domain · Commons
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Sven Teschke · CC BY-SA 2.0 de · Commons

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