Birne · Pyrus communis
Die Schweizerhose ist eine seit 1628 bekannte Birne aus Frankreich. Sie überzeugt mit früh einsetzendem Ertrag, ausgeprägtem Aroma und säurearmem Fruchtfleisch, das roh bekömmlich ist — zum Mosten gilt sie als zu flach gelegen. Die Ernte fällt von Anfang Oktober bis Anfang November. Als anspruchsvolle Sorte gedeiht sie nur auf trockenem Boden und wird als Liebhabersorte für Sammler eingestuft.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Gestreifte Lange Grüne Herbstbirne, Verte Longue Panachée
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Nach der historischen Angabe bei Pfau-Schellenberg (1863) wächst die Schweizerhose rasch und trägt früh. Von Flotow (1857) zufolge ist der Baum empfindlicher als seine Ausgangssorte, die Lange Grüne Herbstbirne, und soll nur auf trockenem Boden gepflanzt werden; die Deutsche Genbank Obst vermerkt als Standortanspruch „liebt warme Böden", und FRUCTUS gibt an, dass gute Essqualität nur an sonnigen Standorten erreicht wird. Wie alle gestreiften Birnen hat auch die Schweizerhose gestreifte Jahrestriebe, FRUCTUS beschreibt zusätzlich eine farbige Streifung der Rinde der Jungtriebe. Die Sorte gilt als vom Aussterben bedroht und wird in der Deutschen Genbank Obst sowie im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt erhalten. Als Kuriosität hatte sie nie obstbauliche Bedeutung; das Erhalternetzwerk ordnet sie ausdrücklich als Sorte für Sammler und Liebhaber ein.
Die Früchte reifen von Oktober bis Anfang November, die Genussreife liegt etwa im Oktober. Pfau-Schellenberg (1863) beschreibt das mattweiße, feinkörnige, zerfließende Fleisch mit „köstlichem, der Birne eigenen, fein rosenartigem, gewürzhaftem Geschmack", der sich aber bald verliert; an schlechtem, kaltem Boden seien die Früchte dagegen fade und geschmacklos, weshalb die geeigneten Plätze rar seien. Das Passport der Deutschen Genbank Obst fällt nüchterner aus: gelblichweißes, festes, feinzelliges, süßliches Fruchtfleisch ohne besonderes Aroma. Verwendung: Zier- und Tafelfrucht; für Most oder andere wirtschaftliche Verwertung spielte die Sorte historisch keine Rolle.
Die Frucht ist mittelgroß, ei- bis birnenförmig und zum Stiel mehr oder weniger stark eingezogen; der kräftige Stiel sitzt meist auf und wird oft von einem kleinen Fleischwulst zur Seite gedrängt, selten findet sich eine kleine Stielgrube. Die Kelchgrube ist flach bis fehlend, der Kelch sitzt fast auf, die Kelchblätter sind lang ausgebreitet. Über der Grundfarbe ziehen sich unterschiedlich breite Streifen in Hellgelb und Grün, auch rötlich; die Streifung fällt schwächer aus als bei der verwechselten „Falschen Schweizerhose"-AN. Die Kerne sind meist gut ausgebildet. Die Schweizerhose ist eine durch Knospenmutation entstandene gestreifte Form der Langen Grünen Herbstbirne (Synonyme u. a. Gestreifte Lange Grüne Herbstbirne, Verte Longue Panachée; nach DGO auch Gestreifte Bergamotte, Gestreifte Bunte Herbstbirne, Melonenbirne, Schweizer Bergamotte); als Ursprungsland gilt Frankreich. Eine gestreifte Birne wurde erstmals 1628 von Le Lectier erwähnt, ob es sich um diese Sorte handelte, ist offen (die DGO nennt als Erwähnungsjahr 1675); Merlet beschrieb sie 1690. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde sie in vielen pomologischen Werken geführt und abgebildet, kam vermutlich aber hauptsächlich in Sammlungen vor; letztmalig wurde sie 1863 beschrieben, danach verschwand sie weitgehend. Den Schweizer Kollegen ist es zu verdanken, dass sie an einem Altbaum in Sargans wiederentdeckt wurde (2003 im Rahmen eines von FRUCTUS finanzierten Inventarisierungsprojekts, rund 80 Jahre alter Baum). FRUCTUS ernannte die Schweizerhose zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2011; der Name nimmt Bezug auf die gestreiften Hosen der päpstlichen Schweizergarde, die Früchte selbst stammen nicht aus der Schweiz. Von der im Internet unter diesem Namen verbreiteten „Falschen Schweizerhose"-AN (Typ Waldkirch) unterscheidet sie sich nach genetischem Fingerabdruck klar. Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer, 2023) und dem Passport der Deutschen Genbank Obst samt den dort zitierten historischen Werken (v. a. Pfau-Schellenberg 1863, von Flotow 1857).
Quellen: Schweizerhose · Deutsche Genbank Obst – Passport Sorte Schweizerhose · FRUCTUS: Schweizerhose – Schweizer Obstsorte des Jahres 2011 (PDF) · Schweizerhose – Wikipedia · Melonenbirne / Schweizerhose – Südflora (Shop) · Birnbaum Schweizerhose – Biobaumversand Pflanzlust (Shop) · Birne 'Schweizerhose' – Native Plants (Shop) · Birne Schweizerhose (Dekobirne) – Lubera (Shop)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Ehr trocken
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 28 | Streuobstplantage Herrscherthal |
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