Apfel · Malus domestica
Der Ausbacher Roter, seit 1870 aus der Rhön bekannt, ist eine Wirtschafts- und Mostsorte, die auch noch bis in raue Hochlagen anbaufähig ist. Der Baum wächst stark, bildet im Alter eine große, breitrunde Krone und braucht entsprechend Platz. Der Ertrag setzt spät ein. Als triploide Sorte bringt sie große Früchte, taugt aber nicht als Befruchter für andere Bäume. Mehltau und Stippe können auftreten.
Wirtschaftsobst
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Der Baum wächst von Jugend an stark und auch im Vollertragsalter noch kräftig und bildet große, zunächst aufrechte, später breite bis breitrunde Kronen mit dicht verzweigten Ästen; nach einem Aufbauschnitt ist nur wenig Rückschnitt erforderlich, gelegentliches Auslichten genügt. Das Holz gilt als vollkommen frostfest. Die Sorte ist anspruchslos an Boden und Klima, gedeiht auch auf flachgründigen Böden, verträgt feuchte Tallagen ebenso wie zugige, kühle Höhenlagen und gilt bis in raue Hochlagen bzw. Extremlagen als gut anbaufähig. Die Krankheitsanfälligkeit wird insgesamt als gering beschrieben (Schorf, Krebs, Mehltau), doch ist sie standortabhängig: In warmen, geschlossenen Tallagen kann sie stark blatt- und fruchtschorfanfällig sein, während sie in windigen Hochlagen sehr gering anfällig ist; Mehltau und Stippe können auftreten, und nach H.-J. Bannier ist sie zusätzlich anfällig für eine bisher nicht identifizierte braune Blattfleckenkrankheit. Die Blüte wird als mittelfrüh (Faltblatt des Pomologen-Vereins) bzw. spät (Streuobst in Bayern), jedenfalls schnell verlaufend und wenig empfindlich beschrieben; die Sorte ist triploid und damit ein schlechter Pollenspender, es sind also Befruchtersorten nötig. Der Ertrag setzt spät bis mittelspät ein, dann trägt der Baum reichlich und nahezu regelmäßig, Mißernten sind sehr selten – nach Bannier tritt allerdings Alternanz auf. Die Früchte hängen sturmfest, können sich aber wegen des kurzen Stiels traubig hängend vorzeitig abdrücken. Für den Streuobstanbau wird die Sorte empfohlen (Aufnahme in die LWG-Infoschrift „Bewährte Apfelsorten für den Streuobstanbau“); nach Banniers Bewertung ist ihre Eignung für die Streuobstwiese dagegen nur eingeschränkt.
Die Frucht ist fest, mäßig bis weniger saftig und schwach säuerlich, ohne hervortretendes oder ausgeprägtes Aroma; als Tafelapfel reicht das Aroma nicht aus (Bannier: Geschmacksnote 3−, der Pomologen-Verein merkt an, dass die Geschmackseigenschaften heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen). Sie ist deshalb überwiegend Verwertungssorte: ein hochwertiger Wirtschafts- und Mostapfel, der sich auch zum Backen eignet; in der Rhön ist sie als Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde. Nach NaturaDB hat sie einen hohen Polyphenolgehalt. Die Pflückreife liegt spät, je nach Standort zwischen Anfang und Mitte Oktober (Bannier: 12.10.–26.10.); im kühlen Lager halten die Früchte je nach Angabe fünf bis sieben Monate, teils bis April/Mai, werden gegen Lagerende aber mehlig. Es handelt sich um eine Wintersorte.
Die Früchte sind mittelgroß bis groß – die Größe wird unterschiedlich angegeben („groß bis sehr groß“ im Faltblatt des Pomologen-Vereins, „meist mittelgroß“ bei Streuobst in Bayern) –, hochgebaut bis hochkegelförmig, stielbauchig, mit ungleichen Hälften und deutlichen breiten Kanten von Kelch bis Stiel. Die feste, glatte, trockene Schale ist zitronengelb bis blassgelb und flächig leuchtend bis blutrot überzogen, mit kleinen hellen Schalenpunkten ohne Berostung; der Kelch ist geschlossen bis halb offen und sitzt in einer flachen, faltigen Kelchgrube, der kurze, dünn bis mitteldicke Stiel steht in enger, tiefer Stielgrube. Das weißliche bis weißlichgelbe Fleisch ist fest, mäßig saftig und schwach säuerlich ohne ausgeprägtes Aroma; die Kelchröhre ist lang und auffallend weit, die Kerne meist unvollkommen. Heimat der Sorte ist die Gemarkung Ausbach in der Gemeinde Hohenroda in der hessischen Rhön, wo sie um 1870 zuerst beobachtet wurde, der Überlieferung nach aber schon seit über hundert Jahren angebaut wird; die genaue Herkunft ist unbekannt, vermutet wird eine Einführung über den Schlossgarten Philippsthal bzw. den vormaligen Klostergarten Creuzberg. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten der Bauer Georg Möller und der Lehrer Heinrich Baist die Sorte; ihre offizielle Benennung als „Rotapfel“ erfolgte in „Deutschlands Obstsorten“ (1905–1933, Nr. 310), um 1920/30 wurde sie auch im Raum Kassel und im Ruhrgebiet verbreitet. Seit 1984 setzen sich Albert Deiß und Wilfried Hahn für den Sortenerhalt ein; 1995 wurde in der Rhön die Kelterei „Ausbacher Roter“ gegründet, 2002 war die Sorte „Apfel des Jahres“ der Rhön und 2008 „Hessische Lokalsorte des Jahres“. Als Literatur nennt das Faltblatt u. a. „Deutschlands Obstsorten“ (1905–1933), Kahl: „Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen“ (2004) und Mühl: „Alte und neue Apfelsorten“ (2005); die Beschreibung stützt sich im Wesentlichen auf das Faltblatt des Pomologen-Vereins (Text Steffen Kahl), das Porträt von Streuobst in Bayern und das Bannier-Kurzporträt des Bergischen Streuobstwiesenvereins.
Quellen: https://bergischer-streuobstwiesenverein.de/ausbacher-roter/ · https://www.pomologen-verein.de/media/user_upload/Landesgruppen/Faltblatt_Lokalsorte_2008.pdf · https://www.streuobst-in-bayern.de/detail/id=629714cc5f3f0314aaf9c696 · https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbacher_Roter · https://www.naturadb.de/pflanzen/malus-ausbacher-roter/ · https://biobaumversand.de/Apfelbaum-Ausbacher-Roter/007331878162251
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Kann auch in feuchten Tallagen. Wirtschafts- und Mostsorte. #triploid #extremlagen Hessische Lokalsorte des Jahres 2008.
Ertrag: Spät einsetzend, dann (fast) regelmäßig hoch mit geringer Alternanzneigung. Baum: Im Alter große, breitrunde Krone mit dicht verzweigten Ästen. Deshalb kann eine Auslichtung gelegentlich nötig sein. Von Jugend an starker Wuchs, auch noch im Vollertragsalter. Im Holz vollkommen frostfest. Standort: Keine Ansprüche an Boden und Klima, auch noch bis in raue Hochlagen anbaufähig. Anfälligkeit: In warmen, geschlossenen Tallagen stark für Blatt- und Fruchtschorf, sehr gering anfällig in windigen Hochlagen. Mehltau und Stippe können auftreten. Anbauwert: Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 504 | Streuobstplantage Spechtsberg | I09 | 2025 |
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