Apfel · Malus domestica
Der Charlamowsky ist ein säurebetonter Apfel, dessen kräftiger Most ihn vor allem zum Backen geeignet macht. Daneben wird die Sorte als Unterlage verwendet und gilt als geeigneter Stammbildner, spielt in der Nutzung also auch im Anbau eine Rolle.
Wirtschaftsobst
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Der Charlamowsky wächst in der Jugend kräftig und bildet schöne, gerade Stämme, lässt im Trieb aber bald nach und bleibt mit kleiner, hochkugeliger bis aufrechter Krone raumsparend; der Baum altert früh und wird als kurzlebig beschrieben. Für anhaltende Erträge ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig; die Sorte ist schnittverträglich, lässt sich gut verjüngen und eignete sich nach den historischen Angaben für alle Formen vom Hochstamm bis zum Kordon (auf Schwachunterlage „Paradies“ sogar als Kordon), wobei die Leitäste mittellang und das Fruchtholz kurz geschnitten wurden. Der Ertrag setzt sehr früh ein, fällt außergewöhnlich reichlich aus und erscheint fast jedes Jahr regelmäßig; die Sorte gilt als Massenträger. Die sehr frühe Blüte ist wenig frostempfindlich, die Sorte ist diploid und ein guter Pollenspender. An den Boden stellt sie keine hohen Ansprüche und gedeiht auch in leichtem Sandboden, nicht dagegen auf nassen, kühlen Standorten; das Holz ist winterhart (widerstandsfähig gegen Winterkälte, nach NaturaDB bis etwa −28 °C), die Früchte sind sturmfest. Ausdrücklich empfohlen wird sie für höhere und raue Lagen bis ins Vorgebirge, wo sie die beste Fruchtqualität erreichen soll, sowie als Spalier an nördlichen Mauern. Die Gesundheit ist insgesamt gut, aber standortabhängig: In schwerem bzw. kühl-feuchtem Boden neigt sie zu Krebs und Schorf, in trockenen Lagen ist sie mehltauanfällig (teils als stark anfällig eingestuft); in Triebtestungen wurden niedrige bis mittlere Feuerbrand-Befallswerte ermittelt. Gegen Schädlinge gilt sie als widerstandsfähig; von Blutlaus und Monilia wurde sie nach älteren Angaben verschont. Für den Hausgarten wird sie empfohlen; die Eignung für Streuobst wird differently bewertet – das Erhalternetzwerk hält den Wuchs dafür eventuell für zu schwach, andere Quellen stufen die Sorte als streuobstgeeignet ein.
Das saftige, weiße bis cremefarbene Fleisch schmeckt deutlich säuerlich bis weinsäuerlich und eher wenig aromatisch; vom Baum ist die Frucht für Freunde säurericher Äpfel durchaus genießbar und sollte nicht zu früh gepflückt werden, damit die prägnante Säure etwas nachlässt (historische Quellen empfahlen dagegen das frühe Pflücken zur Verlängerung der Haltbarkeit). Schwerpunkt der Nutzung ist die Küche: Backen, Kochen, Mus und Kompott, daneben als Wirtschaftsapfel und für Saft; historisch war sie ein geschätzter Marktapfel des Erwerbsanbaus. Die Sorte ist nicht lagerfähig: Die Früchte reifen Mitte August bis Anfang/Mitte September und sollten binnen etwa vier Wochen, spätestens Ende September, verbraucht sein.
Die Frucht ist mittelgroß (auf kräftigen Böden bis groß), flachkegel- bis flachrund-kugelförmig und regelmäßig gebaut. Die grünliche bis weißlichgrüne Grundfarbe hellt zu Hellgelb bis Goldgelb auf; die Deckfarbe aus roten Streifen und Flammen reicht von wenigen Linien bis zu einer nahezu geschlossenen roten Decke. Der Kelch ist meist geschlossen, die weite, mitteltiefe Stielgrube feinschuppig berostet; zum Stiel machen die Quellen unterschiedliche Angaben (kurz und kräftig, meist in der Grube verborgen, bzw. länger und dünn). Die Sorte stammt mutmaßlich aus dem südlichen Russland; Diel erhielt sie über Umwege aus Moskau, eine persische Herkunft wurde zeitweise vermutet, erste Anpflanzungen in Deutschland sind um 1830 in Hohenheim belegt. Verbreitet wurde sie u. a. als „Duchess of Oldenburg“; früher war sie namentlich in Norddeutschland häufig und kam 1874 bei der Versammlung Deutscher Pomologen in Trier auf die Liste der 50 besten Apfelsorten. Heute gilt sie als gefährdet und ist nur noch vereinzelt anzutreffen, wird aber in Sammlungen erhalten; historische Beschreibungen liegen u. a. von Diel, in Lucas/Oberdiecks Illustriertem Handbuch der Obstkunde sowie in den Sortentafeln „Nach der Arbeit“ und „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ vor. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (J. Meyer), den beiden historischen Sortentafeln, dem FRUCTUS-Sortenblatt und dem Passport der Deutschen Genbank Obst.
Quellen: Charlamowsky – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt) · Charlamowsky, Obsttafel Nr. 089 „Nach der Arbeit“ (PDF, BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank) · Charlamowsky, „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ Tafel 8 (PDF, BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank) · Deutsche Genbank Obst – Passport Charlamowsky (PDF) · Charlamowsky – FRUCTUS Sortenporträt · Charlamowsky – Wikipedia · Charlamowsky – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Sommerapfel 'Charlamowsky' – NaturaDB · Sommerapfel 'Charlamowsky' – alte-obstsorten-online.de (Shop) · Charlamowsky – Herzapfelhof (Shop)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Sehr Sauer, Sommerapfel.

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
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