Birne · Pyrus communis
Tafelobst Wirtschaftsobst
#stammbildner
Synonyme: Beurre Diel
Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek
Der Baum wächst stark und bildet eine breitpyramidale Krone. Er ist #triploid und daher ein schlechter Pollenspender; die mittelfrühe Blüte ist auffallend groß, langanhaltend und witterungsempfindlich. Der Ertrag setzt früh bis mittelfrüh ein, ist mittelhoch und regelmäßig; mit Eintritt der Ertragsphase lässt der Baum allerdings nach und sollte regelmäßig verjüngt werden, der Fruchtholzschnitt wird kurz bis mittellang geführt. Die Sorte stellt sehr hohe Ansprüche an Standort und Boden: Sie braucht warme, geschützte Lagen, verträgt keine Höhenlagen und einen guten, nährstoffreichen und durchlässigen Boden, der laufend mit Nährstoffen versorgt werden muss; auf trockenen, zu nassen oder kalten, schweren Böden und in rauen Lagen versagt sie, die Früchte bleiben dann körnig, reißen auf oder reifen gar nicht aus. Gedeiht auf Quitte wie auf Wildling gleich gut. Die Gesundheit hängt vom Standort ab: Bei passendem Klima gilt der Baum als kräftig und gesund, neuere Beschreibungen stufen ihn aber als schorf- und feuerbrandanfällig ein, und an ungeeigneten Plätzen werden Baum und Früchte stark schorfig. Wegen der großen, bei Wind leicht und bei Vollreife massenhaft abfallenden Früchte ist sie für Hochstämme nicht zu empfehlen; sie eignet sich als Buschbaum und vor allem für schwach wachsende Unterlagen sowie für Spalier- und Formerziehung an der Hauswand, wo sie sich laut historischen Angaben auch für Anfänger gut führen lässt. Zwar steht sie auf der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten, der Bergische Streuobstwiesenverein hält sie für Neupflanzungen jedoch nur am Wandspalier für geeignet.
Diels Butterbirne ist eine klassische Tafelbirne, die früher auch als Wirtschafts- und Marktbirne weit verbreitet war. Ihr Geschmack ist stark standortabhängig: Von warmen Standorten kommen saftige, süße, weinsäuerlich bis herb würzende, leicht aromatische Früchte mit halbschmelzendem, butterartig weichem Fleisch; an kühlen oder trockenen Standorten bleiben sie dagegen körnig, steinig und herb. Geerntet wird kurz vor der Baumreife Mitte bis Ende Oktober; die Genussreife liegt je nach Lage zwischen Oktober und Dezember, die Früchte halten etwa zwei Monate, nach älteren Angaben auch bis Januar.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß (etwa 85 mm breit und 100 mm hoch), kreiselförmig, dickbauchig, zum Stiel kräftig eingezogen und oft ungleichhälftig. Die Grundfarbe reift gelblich bis zitronengelb, eine Deckfarbe fehlt meist (sonnenwärts gelegentlich leichte Rötung); auffallend sind feine Rostpunkte und Lentizellen, die in netzartige oder flächige Berostung übergehen können. Der 20–30 mm lange, braune, holzige Stiel ist am Ende verdickt und oft von einem seitlichen Fleischwulst gedrückt, der Kelch ist halboffen. Das weißliche bis gelblichweiße Fleisch ist halbschmelzend, das kleine, hohlachsige Kernhaus enthält wenige, oft unvollkommene Kerne. Der Zufallssämling wurde um 1811 von Meuris, dem Obergärtner van Mons', bei Vilvorde in Belgien aufgefunden (nach einer Überlieferung im Dorf Perck, nach anderen in Trois-Tours) und van Mons widmete die Sorte dem deutschen Pomologen A. F. A. Diel, der sie 1816 beschrieb. Ab etwa 1820/1821 verbreitete sie sich in Deutschland und Frankreich; die Versammlung deutscher Pomologen empfahl sie 1874 in Trier zum allgemeinen Anbau und 1877 in Potsdam zur Cordon-Erziehung, und bis Mitte des 20. Jahrhunderts war sie Standardsorte. Altbäume finden sich heute noch regelmäßig, das Erhalternetzwerk stuft die Sorte als gefährdet ein; von ähnlichen Sorten (Amanlis Butterbirne, Minister Dr. Lucius, Alexander Lucas, Herzogin von Angoulême) unterscheidet sie sich vor allem durch Reifezeit und Kernausbildung. Die Beschreibung beruht auf den Porträts von Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt) und dem Bergischen Streuobstwiesenverein sowie historischen Darstellungen, darunter Diel 1816, das Illustrierte Handbuch der Obstkunde, „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ (um 1930) und das Sortenblatt der Zeitschrift „Nach der Arbeit“.
Quellen: Diels Butterbirne · Diels Butterbirne - Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. (BSOWV) · Diels Butterbirne – Sortenblatt „Nach der Arbeit“ (PDF-Transkript) · Diels Butterbirne – Sortenblatt „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ (PDF-Transkript) · Diels Butterbirne · Birnbaum Diels Butterbirne
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.