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Riesenboiken

Apfel · Malus domestica

Der Riesenboiken stammt von der Unterelbe zwischen Hamburg und Cuxhaven und ist dort seit 1900 bekannt. Auffällig vital, gesund und sehr regenerationsfähig, wächst er in der Jugend stark, mit kräftigen, schräg aufrechten, zum Teil flachen Leitästen, und eignet sich damit auch für Extremlagen. Die Sorte ist triploid: starkwüchsig und großfrüchtig, als Befruchter für andere Bäume jedoch unbrauchbar. Geerntet wird von Mitte bis Ende Oktober, gegessen nach der Lagerung von Mitte November bis Ende Februar.

Herkunft
Unterelbe (Hamburg bis Cuxhaven), Norddeutschland
Seit
1900
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit ausladend, außen hängend
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
mittelspät
Genussreife
Mitte November – Ende Februar (11C-02E)
Wikidata
Q136499914
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Backobst

#extremlagen#gesund#regenerationsfähig#starkwüchsig#triploid#vital

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Riesenboiken bildet eine große, breit ausladende Krone mit relativ glattrindigen Ästen und langtriebig-rutenartigem, außen überhängendem Seitenholz. In der Jugend wächst er stark, mit kräftigen, schräg aufrechten, zum Teil flachen Leitästen; um eine ausreichende Verzweigung sicherzustellen, sollte er in den ersten Jahren geschnitten werden. Das Laub ist relativ groß und dunkelgrün. Die Blüte ist mittelspät; die Sorte ist triploid und kommt daher nicht als Befruchter für andere Apfelsorten in Betracht. Die Erträge sind alternierend, insgesamt mittelhoch bis hoch. Gesundheitlich gilt die Sorte als sehr robust: Sie zeigt auch auf schwereren Böden selten Obstbaumkrebs, ist robust gegenüber Mehltau und nur wenig anfällig für Schorf. Entsprechend wird sie als typische Streuobstsorte geführt und vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Angaben zu Höhenlagen-Eignung, Klimaansprüchen und Lebensdauer finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

Geschmacklich ist der Riesenboiken ein Wirtschaftsapfel: Das Fleisch ist hell gelblich-weiß (bräunt beim Anschnitt), mittelfest bis fest, mild säuerlich und nur gering aromatisch; H.-J. Bannier stuft den Geschmack auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 mit 3 ein. Verwendet wird die Sorte als Wirtschafts- bzw. Küchenapfel; eine besondere Eignung für Most, Saft oder Dörren ist in den geprüften Quellen nicht belegt. Geerntet wird etwa von Mitte bis Ende Oktober (Bannier nennt für das Bergische Land 12.–26.10.), auf dem Lager halten die Früchte etwa bis Januar/Februar, also rund vier bis fünf Monate. Die Früchte sind wegen ihrer Größe etwas transportempfindlich; die Schale fettet nach längerer Lagerung deutlich.

Die Frucht ist groß bis sehr groß, breitrund oder breit kegelförmig, zum Kelch hin etwas verjüngt und in der Form variabel, kelchseitig teils kantig, teils wulstig und unrund. Die Schale ist glatt, glänzend, etwas wachsig, relativ dick und etwas hart; die Grundfarbe ist gelblich-grün bis grünlich-gelb und hellt bei Reife zu einem freundlichen Gelb auf, eine Deckfarbe tritt nur auf einem Teil der Früchte sonnenseits goldgelb bis orangerötlich oder bräunlich-orange auf, selten auf mehr als einem Fünftel bis Drittel. Die Kelchgrube ist mittelweit und mitteltief bis tief, der Kelch mittelgroß bis groß und meist halboffen; die Stielgrube ist weit bis sehr weit, unregelmäßig, olivgrünlich bis graubräunlich berostet, der Stiel eher kurz und dick-knopfig und ragt meist nicht heraus. Die genaue Herkunft ist nicht bekannt; die Sorte war auf der niedersächsischen Seite der Unterelbe zwischen Hamburg und Cuxhaven schon vor 1900 weit verbreitet und wurde 1911 in der „Deutschen Obstbauzeitung“ erstmals beschrieben. Sie stammt vom Boikenapfel ab, hat sich aber überregional stärker verbreitet als dieser und ist heute in ganz Deutschland – vor allem im Nordwesten, aber auch im Süden – im Streuobst zu finden; der Pomologen-Verein führt sie als „gefährdet“. Zu beachten ist, dass es neben dem beschriebenen Riesenboiken einen zweiten, genetisch unterscheidbaren Typ gibt, der äußerlich extrem ähnlich ist und im Wesentlichen an den etwas größeren, heller braunen Samen erkannt werden kann; Verwechslern wie Boikenapfel, Minister von Hammerstein, Riesenantonovka, Fettapfel, Schicks Rheinischer Landapfel, (Doppelter) Neuhäuser und Aargauer Jubiläumsapfel ist Aufmerksamkeit zu widmen. Literatur: Deutsche Obstbauzeitung 1911, S. 141 f.; A. Müller/D. Seipp, Norddeutschlands Apfelsorten (2015), S. 290; die Beschreibung ist Teil von H.-J. Banniers „Atlas der Apfelsorten Deutschlands“. Grundlage dieses Textes sind die Sortenbeschreibungen von Hans-Joachim Bannier auf obstsortenerhalt.de (Pomologen-Verein) und beim Bergischen Streuobstwiesenverein.

Quellen: Riesenboiken · Riesenboiken – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Riesenboiken – Obstsortendatenbank BUND Lemgo (Sortenseite) · Apfel – Sortenbeschreibungen / ARCHE NOAH · Riesenboiken – Sortendatenbank Apfel, Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) · Riesenboiken – Streuobst in Bayern · Riesenboiken – Kreisverband Gartenbauvereine Bamberg, Obstparadies · Winterapfel 'Riesenboiken' – Baumschule Horstmann · Apfel 'Riesenboiken' Winterapfel – Native Plants · Riesenboiken – grueneR-garten-shop.de

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#regenerationsfähig #extremlagen #vital #gesund #starkwüchsig #triploid

Wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen. Nach Bannier ist die Ernte ein kleines bisschen früher.

Eigene Beobachtungen

Scheint sehr gut auf dem Bergischen Boden zu funktionieren.

Blattaustrieb spät. Äpfel auch als Tafeläpfel zu gebrauchen. Funktioniert gut als Apfel im Müsli.

Veredelung 2024: 3 erfolgreiche Veredelungen. Stehen jetzt vor dem Esszimmer Fenster. Eine Veredelung ist auf A2, eine auf Bittenfelder und bei einer ist unklar, ob es Antonowka oder Bitterfelder ist.

Im Winter 2024/2025 sind einzelne Blätter drn ganzen Winter über grün geblieben.

Gedörrt sehr lecker.

In der Literatur

Verwendung: gute Wirtschafts- und Mostsorte
Geschmack mildsäuerlich, wenig Aroma

Leicht mit dem Boikenapfel zu verwechseln.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 6

BaumBongertPositionPflanzjahr
036Streuobstplantage GartenfeldD162023
XIXStreuobstplantage GartenfeldJ081930
056Streuobstplantage SpechtsbergG032024
631Streuobstwiese der Naturschule AggerbogenD041992
017
0182024