Pfirsich · Prunus persica
Der Rote Weinbergspfirsich ist eine wärmebedürftige, spätreifende Pfirsichsorte, die nur in Weinbauklimaten sicher ausreift. Er gilt als gutes Brennobst und eignet sich zur Herstellung von Obstbränden und Likören. Seine Blüte erscheint früh, oft schon Mitte März, und ist daher spätfrostgefährdet; Staunässe ebenso wie trockene Steilhänge und reine Kiesböden verträgt er nicht. Die Nachkommen sind weitgehend sortenecht, was über Generationen eine gute Anpassung an die jeweiligen regionalen Weinbaubedingungen ermöglicht.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Brennobst
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Der Rote Weinbergpfirsich ist wärmebedürftig und sein Anbau im Wesentlichen auf Weinbauklimate beschränkt: In anderen Gegenden reift die späte Frucht nicht aus, und die frühe Blüte – sie beginnt schon Mitte März – erfriert dort durch Spätfröste. Am besten gedeiht der Baum auf warmem, mildem Lößboden oder humosem Sandboden mit hohem Nährstoffgehalt und genügend Feuchtigkeit im Untergrund. Auf schweren Böden treiben die Bäume im Herbst zu lange, das Holz reift schlecht aus, bleibt frostanfällig und es kommt zu Gummifluss; trockene Steilhänge, durchlässige Kiesböden und stauende Nässe sind ungeeignet, wobei man über die Wahl der Veredlungsunterlage Einfluss nehmen kann. Die Bäume sind in der Jugend sehr schnellwüchsig und sehr nährstoffbedürftig (über 100 kg Stickstoff/ha), da sie am einjährigen Fruchtholz tragen und stark geschnitten werden müssen; ältere Zweige neigen stark zur Verkahlung, weshalb die Triebkraft laufend durch regelmäßigen, kräftigen Rückschnitt angeregt werden muss. Üblich ist die Erziehung aus einjährigen Veredlungen mit 60–80 cm Stammhöhe (wegen Bodenfrost nicht tiefer) und einem aus drei bis fünf Leitasten im 45-Grad-Winkel aufgebauten Gerüst; das Einkürzen der wahren Fruchttriebe auf 6–8 Blütenknospen verbessert die Fruchtqualität. Die Blüten sind intensiv rosafarben. Der Rote Weinbergpfirsich ist selbstfruchtbar, physiologische Selbststerilität oder Intersterilität kommen nicht vor, und Selbstbefruchtung bringt je nach Griffellänge oft bessere Erträge als Fremdbefruchtung. Wie Weingartenpfirsiche insgesamt zeichnet er sich durch hohe Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge aus und gilt als sehr robust gegenüber Mehltau, Kräuselkrankheit sowie Winter- und Blütenfrost; gleichwohl wirken sich Ernährungsstörungen durch Kräuselkrankheit, Wassermangel oder Wasserüberschuss stärker aus als bei anderen Obstarten, weil die Nährstoffzuleitung nur über die beiden letzten Jahresringe erfolgt. Vermehrt wird der Weinbergpfirsich nicht durch Veredlung, sondern aus Samen; die Nachkommen entsprechen weitgehend der Mutterpflanze (auch wenn eine genetische Aufspaltung stattfindet), sodass Sämlinge guter Mutterbäume erneut qualitativ hochwertige Früchte bringen – diese kernsame Vermehrung begünstigt zugleich die Anpassung an das jeweilige Weingartenklima, und Weingartenpfirsiche dienen darüber hinaus als Wurzelunterlage für andere Obstbäume.
Die Früchte reifen spät, meist Ende August bis Anfang September, zur Zeit der Weinlese. Das rote, um den Kern besonders stark gefärbte Fruchtfleisch schmeckt intensiv würzig-aromatisch, leicht bitter bis herb; gegenüber dem normalen Pfirsich sind Weinbergpfirsiche aromatischer, dafür weniger süß, und die Frucht ist gut steinlösend. An der Mosel gilt der Rote Weinbergpfirsich als klassische Verarbeitungsfrucht; eine Baumschulangabe führt ihn zusätzlich als Tafel-, Most- und Brennobst. Für den optimalen Geschmack ist das Wasserangebot entscheidend: Bis kurz vor der Ernte ist gleichbleibende Feuchtigkeit anzustreben, danach sollen die Früchte durchaus etwas „hungern“ – zu viel Wasser zu diesem Zeitpunkt macht einen faden Geschmack.
Die Frucht ist nicht allzu groß, mit grün-roter, pelzig-wolliger Schale und rot- bis tiefrotfleischigem Fruchtfleisch. Die Sorte bzw. Sortengruppe ging aus den kleinfrüchtigen Pfirsichsämlingen hervor, die im 16. und 17. Jahrhundert in Weinbauklimaten gezogen wurden – an der Mosel bis in dessen nördlichstes Verbreitungsgebiet; meist waren diese Sämlinge fasrig weißfleischig, durch natürliche Aufspaltung aber auch rot gefasert und ganz rotfleischig. Die Art selbst hat ihr Genzentrum in Mittel- und Nordchina und gelangte über Vorderasien und Persien durch die Römer nach Italien und Südfrankreich (Pfirsichsteinfunde in der Saalburg, 120 n. Chr.). Seit etwa 1870 wurden die kleinfrüchtigen Sämlingspfirsiche durch sortenecht vermehrte Veredlungssorten verdrängt; in den pomologischen Werken des 18.–20. Jahrhunderts wird der bäuerliche Weinbergpfirsich kaum erwähnt – die Lemgoer Obstsortendatenbank führt ihn nicht. Das an der Mittelmosel in den 2000er Jahren angepflanzte Material besteht im Wesentlichen aus dem Typ „Dhein“; dem Roten Weinbergpfirsich nahestehen der Gewöhnliche Blutpfirsich (Sanguinole) und die „Pêche de Vigne“, von denen er sich jedoch genetisch und durch Merkmale wie Großfrüchtigkeit und Frühreife unterscheidet. In Österreich ist der Rote Weingartenpfirsich als traditionelles Lebensmittel erfasst. Die Darstellung beruht vor allem auf den Fachbeiträgen der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und des österreichischen BMLUK sowie auf Hortipendium.
Quellen: Roter Weinbergpfirsich – Hortipendium · Roter Weinbergspfirsich – DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Gartenakademie Rheinland-Pfalz) · Pfirsich Roter Weinbergspfirsich – biobaumversand.de (Bioland Baumschule Pflanzlust)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 544 | Streuobstplantage Rommelshard | EE05a | 2026 |
| 555 | Streuobstplantage Rommelshard | FF05a |