obstdoc — Uhlhorns Augustkavill

Uhlhorns Augustkavill

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Grevenbroich, Rheinland (Deutschland); Züchter Diedrich Uhlhorn jun., angeblich aus einem Samen von Fraas' Sommerkalvill
Wüchsigkeit
schwach bis mittel
Wuchsform
aufrecht
Ernte
Anfang August – Ende September (08A-09E)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang August – Ende Oktober (08A-10E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

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Synonyme: August-Kalvill Dr. Fritz Baum, Kalville Dr. Fritz Baum, Uhlhorns Augustkalvill

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst in der Jugend kräftig und aufrecht mit steil stehenden Leitästen; sobald der Ertrag einsetzt, lässt der Wuchs bald nach, und es bilden sich nur mittelgroße bis kleine Kronen von geringer Wuchshöhe. Entsprechend wurde die Sorte früher für kleine Baumformen (Busch, Schnurbaum) im Haus- und Kleingarten empfohlen, weniger für den Hochstamm; beim Schnitt sollen die Leitäste mittellang und das Fruchtholz kurz gehalten werden. Die Blüte erscheint früh, noch vor der von Boskoop und Gravensteiner, und gilt als robust gegen Witterungseinflüsse; zur Befruchtereignung widersprechen sich die Quellen: Die historische Sortentafel vermutete einen guten Pollenbildner, das Sortenblatt des LVR stuft die Sorte dagegen als vermutlich nicht geeignet als Befruchter für andere Apfelsorten ein. Der Ertrag beginnt früh und ist reich und regelmäßig; die Früchte hängen fest, fallen baumreif allerdings leicht ab. Uhlhorns Augustkalvill bevorzugt gute, mittelfeuchte Böden und verlangt nach der historischen Beschreibung eine nicht ganz kalte Lage, während das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee den Klimaanspruch als gering einstuft. Die Sorte gilt als wenig anfällig für Schorf, Krebs und Mehltau und insgesamt als gesund und witterungsrobust – „eine gesunde, empfehlenswerte Frühsorte“. Da sie nie für den Hochstamm bestimmt war, ist sie im Streuobst kaum anzutreffen; das Laub ist relativ groß, dunkelgrün und etwas länglich.

In der Küche dient die Frucht vor allem als Küchen- bzw. Wirtschaftsapfel für die häusliche Verwertung, wurde aber teilweise auch als Tafelapfel genutzt; frisch vom Baum ist sie auch als Tafelapfel nutzbar, und die größeren Früchte galten historisch als Frühapfel sogar leicht verkäuflich. Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist mittelfeinzellig, locker und saftreich, weinsäuerlich, schwach gewürzt und ohne ausgeprägtes Aroma; auf dem Lager wird die Frucht bald mürbe, die Schale fettig. Geerntet wird von August bis September, wobei mehrmaliges Durchpflücken empfohlen wird – jeweils zuerst die größten Früchte (im Bergischen Land als Erntezeitpunkt 14.–28. August angegeben). Genussreife Früchte sollten bis Oktober verwertet sein, weil sie dann mehlig werden; als Lagermöglichkeit werden 2–3 Wochen genannt. Auf der Geschmacksskala des Bergischen Streuobstwiesenvereins (1 = sehr gut) erreicht die Sorte die Note 3−.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (65–70 Millimeter breit, 63–65 hoch), abgerundet kegelförmig, teils etwas hochgebaut, unregelmäßig und kantig; unterschiedlich stark ausgeprägte, unregelmäßig verteilte Kanten laufen von der Kelchumgebung über die Frucht. Die Grundfarbe ist am Baum grünlichgelb und wird reif gelb bis kräftig dunkelgelb; eine Deckfarbe fehlt oft ganz, besonnte Früchte sind orangerötlich gehaucht. Die dünne Schale ist glatt und weich (druckempfindlich), zunächst glänzend bis mattglänzend, nach Lagerung fettig. Kelchgrube mittelweit bis eng, mitteltief bis tief, meist deutlich faltig und von Höckern/Kanten umgeben; Kelch geschlossen bis halboffen, mit langen, schmalen, wolligen, außen umgeschlagenen Kelchblättern. Der Stiel ist kurz, dünn bis mitteldick, teils mit Fleischwulst; das große Kernhaus ist ohrenförmig mit deutlich gerissenen Wänden, die Achsenhöhle variabel geöffnet. Gezogen hat die Sorte der Grevenbroicher Privatzüchter Diedrich Uhlhorn jun. (1843–1915) angeblich aus einem Samen von Fraas‘ Sommerkalvill; verbreitet wurde sie als „Uhlhorns Augustkalvill“ und „August-Kalvill Dr. Fritz Baum“ (Ersterwähnung 1915) und fand Aufnahme in Pomologenwerken im In- und Ausland, u. a. als Sortentafel Nr. 74 der Wiener Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“ und bei Vanek 1947, erlangte aber nie überregionale Anbaubedeutung. Als rheinische Lokalsorte für Haus- und Kleingärten, vereinzelt im Erwerbsanbau, gilt sie heute als gefährdete Regionalsorte; zuletzt war sie im Rhein-Kreis Neuss und in Düsseldorf vertreten, Edelreiser stellt das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt bereit. Zu Verwechslungen kann es mit Früher Viktoria, Lord Grosvenor, Lord Suffield, Großherzog Friedrich von Baden und Bürener Zitronenapfel kommen. Die Darstellung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenportrait von H.-J. Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt und LVR-Flyer der Biologischen Stationen im Rheinland), dem Pass der Deutschen Genbank Obst und der historischen Sortentafel „Nach der Arbeit“.

Quellen: Uhlhorns Augustkalvill · Deutsche Genbank Obst – Sortenpassport Uhlhorns Augustkalvill (PDF) · Regionale Obstsorten im Rheinland – Flyer Uhlhorns Augustkalvill (PDF) · Uhlhorns Augustkalvill – Sortentafel Nr. 74, "Nach der Arbeit" (PDF) · Obstsortenliste "Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland" (PDF)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

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Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.