Apfel · Malus domestica
Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Cousinot, Der große rote Pilgrim, Englische Büschelrenette, Purpurrother Cousinot, Roter Eisenapfel
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Der Purpurrote Cousinot bildet als Hoch- oder Halbstamm eine breite, kugelförmige und dicht verzweigte Krone mit langen Trieben, die dicht mit Fruchtholz besetzt sind. Der Wuchs ist anfangs kräftig bis mittelstark und wird im Vollertragsalter eher schwach; wegen der hohen Fruchtbarkeit muss der Erhaltungsschnitt auf ständige Trieberneuerung zielen, um einem vorzeitigen Vergreisen vorzubeugen (Leitäste mittellang, Fruchtholz kurz). Die Sorte gilt als sehr gesund; Anfälligkeit für Schorf und Mehltau wird nur für warme Tallagen berichtet, und ein Auftreten von Krebs und Schorf wird in der gärtnerischen Literatur auf Kulturfehler zurückgeführt. Der Baum ist anspruchslos, wächst auch auf ärmeren Böden und gedeiht in kalten, rauen und windigen Lagen sowie in Höhenlagen (Pomiferous nennt Lagen bis rund 900 m); die Früchte sind windfest. Die zartrosa, mittelspäte Blüte verläuft langsam, ist unempfindlich und spendet guten Pollen, wodurch der Fruchtansatz meist sicher ist. Der Ertrag setzt früh ein – teils schon in der Baumschule – und ist hoch bis sehr hoch und regelmäßig, fällt aber meist kleinfrüchtig aus. Klassische Erziehungsformen sind Hoch- und Halbstamm für Feldobstbau und Straßenpflanzungen; die Sorte wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen, ihre Eignung für Garten und Streuobstwiese wird jedoch als eingeschränkt eingestuft.
Geschmacklich wird die Frucht als süß-säuerlich bis weinsäuerlich mit herb-würzigem bis leicht bitterem Einschlag und nur mäßigem Aroma beschrieben; das Verkostungsurteil Banniers lautet „wohlschmeckend“ (Note 3–4 bei 1=sehr gut). Für den reinen Frischverzehr taugt sie nach neuerer Einschätzung wenig, während ältere Quellen sie auch als Tafelapfel führen; ihr Schwerpunkt liegt als Wirtschafts- und Mostapfel – sie eignet sich zum Backen, Kochen und Keltern, und der bittere Anteil macht sie laut Verkostung besonders brauchbar für Apfelsaftmischungen. Die Reifezeit wird kontrovers angegeben: Bannier liest vom 3. bis 14. September, der Kreisverband Kulmbach ab Anfang September, Stadt Kleve und Wikipedia dagegen Mitte bzw. im Oktober; die Genussreife beginnt entsprechend bald nach der Ernte oder erst im Dezember. Ebenso uneinheitlich ist die Lagerfähigkeit: 3–4 Wochen (Bannier) stehen sechs bis sieben Monaten (Kulmbach) und einer Lagerung bis in den Juni bzw. an den Frühlingsbeginn (Kleve, Wikipedia) gegenüber; die Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“ empfahl die Überwinterung in Erdmieten. Wegen ihrer intensiv roten, sich durch Polieren glänzend hervorheben lassenden Schale diente die Sorte seit dem 19. Jahrhundert auch als Weihnachtsschmuck am Baum.
Die Frucht ist klein bis mittelgroß, meist unter 8 cm Durchmesser, rund bis hochkugelig und meist regelmäßig, mitunter ungleichmäßig gebaut. Die glatte Schale trägt eine gelblichgrüne bis gelbe Grundfarbe, über die sich eine meist intensive, teils streifige blutrote Deckfarbe legt; helle Lentizellen treten deutlich hervor, um den Stiel kann feiner netzartiger Rost auftreten. Der Kelch steht geschlossen bis halboffen, der holzig-dünne Stiel ragt kaum heraus; das weiße bis hellgelbliche, feste Fleisch ist gelegentlich rot geädert. Den historischen Beschreibungen zufolge (Illustriertes Handbuch der Obstkunde; WUR-Sortenblatt) war der „Purpurrother Cousinot“ ein mittelgroßer, hochgebauter Winterapfel von weinsäurerlichem, schwach zimtartigem Geschmack, dessen Lagerreife im Dezember begann und der sich bis in den Sommer hielt. Er ist wahrscheinlich deutschen Ursprungs und wurde schon im 16. Jahrhundert um Bamberg und Nürnberg angebaut, wo die Bauern ihn meist „Bamberger“ nannten; andere Autoren vermuten einen französischen bzw. niederländischen Ursprung. Die genaue Herkunft ist unbekannt; die historische, von Diel 1813 als „Englische Büschelrenette“ und 1828 als „Purpurroter Wintercousinot“ beschriebene Sorte gilt als verschollen, während die heute kultivierte Sorte seit den 1920er Jahren vom Reisermuttergarten Magdeburg aus verbreitet wurde. 1879 wurde sie auf der Bayerischen Obst-Ausstellung in München gezeigt; die 7. Versammlung deutscher Pomologen in Trier nahm sie unter die 50 zu empfehlenden Sorten auf. Heute ist der Purpurrote Cousinot eine seltene Liebhabersorte, die auch als Streuobst angebaut wird. Die Darstellung beruht vor allem auf den Sortenporträts von H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein) und des Kreisverbands der Gartenbauvereine Kulmbach, ergänzt um Wikipedia, den Steckbrief der Stadt Kleve, Pomiferous sowie die historischen Beschreibungen (Illustriertes Handbuch der Obstkunde; Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“).
Quellen: Purpurroter Cousinot – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.J. Bannier) · Purpurroter Cousinot – Kreisverband der Gartenbauvereine Kulmbach · Purpurroter Cousinot – Wikipedia · Purpurroter Cousinot – Pomiferous · Illustriertes Handbuch der Obstkunde: Beschreibung „Purpurrother Cousinot“ (PDF) · Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“, Obsttafel 217: Purpurroter Cousinot (PDF) · Purpurroter Wintercousinot – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Purpurroter Herbstcousinot – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Purpurroter Cousinot – Adam's Apples (Blog) · Bio-Apfel Purpurroter Cousinot – Herzapfelhof (Shop) · Purpurroter Cousinot (wurzelnackt) – Arboterra (Produktseite)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Kann wohl auch #steckhölzer produzieren.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| hf5r5 | Eiserwarr | ||
| r5gnr | Eiserwarr |
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